Kuriose Technik-Trends: Intelligente Pfannen und sprechende Toiletten

Flauschige Roboter zum Kuscheln, clevere Toiletten und smarte Kartoffeln. Wir blicken noch einmal zurück auf die die Consumer Electronics Show 2020 in Las Vegas. Denn dort gab es auch so einige kuriose Gadgets, schräge Fundstücke und faszinierende Trends, die unsere 1E9-Mitgründerin Daria belustigten und grübeln ließen.

Von Daria Saharova

Eine Mega-Messe wie die Consumer Electronics Show kann einen schon ganz schön überfahren. Denn an jeder Ecke und in jedem Winkel des gigantischen Ausstellungscenters, der umliegenden Pavillons und Casinos surren, blinken und blitzen technische Spielereien, summen und piepen Gadgets. Draußen auf den Straßen rauschen zudem die Innovationen der Mobilitäts- und Techbranche umher. Das alles gedanklich zu ordnen braucht etwas Zeit. Daher schaue ich nun noch einmal mit etwas Abstand zurück nach Las Vegas und auf die witzigsten Produkte, Lösungen und Trends, die mir begegnet sind. Denn das waren durchaus so einige.

All we need is Lovot

Es gab dieses Jahr viele Roboter auf der CES. Sogar ein eigener Track Robots for Good war angesetzt. Einer der technischen Kameraden stach aber definitiv heraus. Nämlich Lovot, ein kleiner rollender Freund mit großen Augen, Knopfnase und zwei winkenden Armen, der gern tanzt, gurrt – kein Witz – und schmust. Er ist nämlich speziell zum Kuscheln und Liebhaben gebaut. Sein Körper ist daher nicht nur weich, er ist auch warm! Die Elektronik, die für seine Funktionen eingesetzt wird, heizt den Lovot von innen auf die optimale Schmusetemperatur („sunwarmed puppy belly“) auf. Wer mir ein Geschenk machen möchte, ich nehme gerne einen davon : )

Ist es schon zu spät für Weihnachten?

Für alle Besucher, die von Weihnachten noch nicht zu viel hatten, gab es auf der CES einen Bereich mit leuchtenden und glitzernden Tannenbäumen. Der Verantwortliche dafür war das Unternehmen Twinkly, das sich auf smarte LED-Festtagesbeleuchtung spezialisiert hat. Damit lässt sich der Christbaum aber ebenso der Weihnachtskranz per App auf Leucht- und Blinkmuster programmieren oder auch mit Sprachassistenten wie Alexa und Google Assistant steuern. Über ein integriertes Mikrofon können die Lichterketten aber auch auf Weihachtmusik lauschen und ihre Lichtspiele automatisch anpassen.

Fashion x Prävention

Wer für den Liebsten noch ein Geschenk für den Valentinstag sucht, könnte einen smarten Gürtel vom südkoreanischen Unternehmen Welt bestellen. Deren Smart Belt Pro hat dieses Jahr sogar den CES 2020 Innovation Award gewonnen und bietet tatsächlich eine ganze Menge unterschiedlicher Funktionen. Unter anderem erfassen Beschleunigungssensoren den Gang und erkennen, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt und ein Sturz droht. Dazu verfolgt der Gürtel aber auch den Taillenumfang, misst, wie lange der Träger sitzt, sich bewegt oder wie viel er isst. Das hat aber auch seinen Preis. Nämlich 395 US-Dollar.

Wenn die Pfanne auf deine Stimme hört

Wer braucht da noch ein Kochbuch? Das kalifornische Start-up SmartyPans hat – Überraschung! – eine smarte Pfanne entwickelt. Die ist etwas dicker und klobiger als ihre analogen Kollegen und hat wohl als erste Pfanne überhaupt einen An- und Aus-Knopf. Dafür soll sie aber auch einiges können. Verbunden mit einem Smartphone oder Tablet misst sie das Gewicht von Zutaten, bestimmt die Kochtemperatur, speichert Rezepte und hört auf die eigene Stimme. Auf der offiziellen Seite kann man die Pfanne für 229 US-Dollar in schwarzer, roter und oranger Farbe kaufen.

Klar, ein Klopapier-Roboter

Ja, auch die zum Konzern Procter & Gamble gehörende Klopapiermarke Charmin war auf der CES 2020 vertreten. Dort präsentierte sie sich innovativ und Hardware-affin und hat dafür den Roll Bot mitgebracht. Der Use Case ist klar: Wenn einem mitten in der Sitzung das Klopapier ausgeht, kann man fröhlich mit eigenem Smartphone per Bluetooth den Roll Bot rufen und ihn eine neue Rolle bringen lassen. Fraglich ist nur, was ist, wenn man zu den Menschen gehört, die das Smartphone nicht unbedingt mit auf Toilette nehmen? Dafür gibt es sicher 2022 eine Lösung. Ich tippe auf Alexa.

Ist #WCtech ein Ding?

Eine smarte Toilette darf natürlich auf der CES auch nicht fehlen. So zeigte beispielsweise der US-Sanitärgigant Kohler neben einer smarten Dusche mit Numi 2.0 eben auch eine vollends digitalisierte Sitzgelegenheit für das stille Örtchen. Das kommt mit einer beheizten Klobrille, integrierten Lautsprechern, Beleuchtung und natürlich einer Alex- und Google-Assistant-Steuerung. So kann, wer will, mit seiner Toilette sprechen. Dadurch, verspricht Kohler, soll das Geschäft zum „umfassenden Erlebnis“ werden.

Smart von Tag 1

Wo smarte Toiletten sind, da kann die smarte Windel nicht weit sein. Die wurde natürlich von Pampers vorgestellt und trägt den netten Namen Lumi. In die sind mehreren Sensoren integriert, die etwa Feuchtigkeit aber auch Bewegungen registrieren. Dadurch informiert die Windel die Eltern per Smartphone, wenn sie gewechselt werden muss und trackt , wie fest und gut der Schlaf des Neugeborenen ist. Zum Lumi-System gehört aber auch noch eine kleine Kamera, mit der sich das Kind mit Blick auf das Telefon überwachen lässt.

Die wahre Zukunft der Mikromobilität

Wer viel reist, der kennt das: Koffer nerven. Man muss sie schleppen, hinter sich her ziehen; hat man sie in der Hand, ist die nicht für wichtigeres – wie einen Kaffee – frei. Das Problem geht ForwardX aus Peking an und entwickelte Ovis, den ersten KI-gestützten Koffer, der seinem Besitzer folgt. Ovis ist dafür mit fünf Kameras ausgestattet, die den Besitzer aber auch Hindernisse wie andere Reisende erkennen. Zudem gibt es auch ein Armbändchen, das sich durch ein Vibrationssignal meldet, wenn der Koffer nicht schnell genug nach kommt oder festhängt. Abends nach der Messe habe ich noch einen weiteren Use Case live auf der Straße gesehen: Hier hat sich der Besitzer einfach auf den Koffer gesetzt und ist so davon gefahren. Kommt hier etwa ein neuer Mikromobilitätstrend auf uns zu?

Make potato great again

Zu guter Letzt und mein absoluter Favorit der CES. Da ist sie nämlich endlich: die smarte Kartoffel! Der französische Erfinder Nicolas Baldeck hat ein vernetztes Gemüse nach Las Vegas mitgebracht, das sich mit Hilfe einer selbst entwickelten Antenne namens Neuraspud mit jedem Smartphone per Bluetooth verbinden kann. Laut Baldeck übersetzt eine Künstliche Intelligenz die Kartoffelsprache und ermöglicht es so, die Potato als smarten Assistenten einzusetzen. Als biologisches Lebewesen verfüge die Kartoffel über Gefühle und Träume, und sei dadurch um einiges besser als Siri und Alexa. Wer mehr erfahren möchte und die Weiterentwicklung unterstützen will, kann sich das obskure Projekt auf IndieGoGo anschauen. Kommen 90.000 Euro zusammen, dann soll die Kartoffel auch ihre eigene Blockchain bekommen.

Daria Saharova ist nicht nur Mitgründerin von 1E9, sondern auch Partnerin bein Venture Capital Fonds Vito ONE. Wer ihre Highlights kompakt zusammengefasst sehen will, kann dies in unserem Instagram-Kanal.

Disclaimer: Darias Reise fand auf Einladung der BMW Group statt.

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vielen Dank dafür. Wenn ich auf Consumer Tech-Messen unterwegs bin, habe ich das hier immer dabei:
https://twitter.com/internetofshit?lang=de

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Witziger Twitter Account, danke!

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