Das 1E9_Update vom 21. April 2021 // Teurer Dogecoin, europäische Quantencomputer und Marsstädte im Gestein

Guten Mittag, liebe @Mitglieder von 1E9!

Solltet ihr vor ein paar Jahren zufällig ein paar Hundert – oder gar ein paar Tausend – Euro in die eigentlich als Scherz gestartete Kryptowährung Dogecoin umgetauscht haben, dann erkundigt euch doch schon einmal, was ein Häuschen am Ammersee oder auf den Malediven so kostet. Denn ein Dogecoin war zuletzt 130.000 Prozent mehr wert als nach seinem Start im Dezember 2013. Selbst als die Kurse von Bitcoin & Co. vor ein paar Tagen einbrachen, hielt sich der Dogecoin. Was für ein Hype!

Persönlich bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das großartig, erschreckend oder irgendetwas dazwischen finde. Was ich aber weiß, ist, dass die Geschichte des Dogecoin – inklusive der seltsamen Rolle, die Elon Musk darin spielte – faszinierend ist. Umso besser, dass @Michael sie für uns aufgeschrieben hat! Spoiler: Einer der Erfinder des Coins ist von dessen aktuellem Höhenflug nicht allzu begeistert. Schließlich war Dogecoin eigentlich eine satirische Antwort auf den ersten Kryptoboom…

Quantencomputer zum Hören, BCIs zum Nachschauen

Für die audiophilen Leute unter euch, gibt’s auch spannenden neuen Stoff: @tagphil hat die zweite Episode seines Podcasts SUHDO by 1E9 herausgebracht. Und schon wieder hat er dafür einen faszinierenden Gesprächspartner gewinnen können: Frank Wilhelm-Mauch. Der ist nicht nur Physikprofessor, sondern vor allem ein absoluter Experte für Quantencomputer und der Koordinator des Projekts OpenSuperQ. Dessen Ziel ist es, am Forschungszentrum Jülich einen Quantencomputer made in Europe entstehen zu lassen. Was Quantencomputer von normalen Rechnern unterscheidet, warum Europa eigene Quantencomputer braucht und wie es um OpenSuperQ steht, all das könnt ihr hier nachhören. Und am besten abonniert ihr den Podcast gleich. Danke dafür @tagphil!

Wer gestern bei der neuesten Ausgabe von Reclaim the Future!, der digitalen Eventserie von uns und dem FUTURE FORUM der BMW Welt, nicht dabei sein konnte, kann sie hier nachschauen. Mit Carolina Aguilar von INBRAIN Neuroelectronics und Philipp Kellmeyer von der Universität Freiburg durfte ich über Gehirn-Computer-Schnittstellen diskutieren. Es ging um das neueste Video von Neuralink, in dem ein Affe per Gedankenkraft Pong spielt, um realistische Erwartungen, was mit Gehirnimplantaten in den kommenden Jahren alles möglich sein könnte, um Neurogaming – und um die Frage, ob wir eigentlich wollen, dass Facebook unsere Gedanken liest.

Wohnhöhlen auf dem Mars, Rettungsdrohnen für die Erde

Vor ein paar Monaten haben wir euch eine durchaus clevere Lieferdrohne vorgestellt, die von Studierenden der Technischen Universität München entwickelt wurde. Ihre Besonderheit: Sie kann senkrecht starten und landen wie ein Multikopter, dann aber fliegen wie ein Flugzeug. Was genau die Studierenden mit ihrer Erfindung vorhaben, wird inzwischen konkreter: Sie soll Leben retten. Etwa, indem sie bei Notfällen Defibrillatoren in wenigen Minuten dorthin bringen kann, wo sie gebraucht werden. Denn nach einem Herzstillstand kommt es auf jeden Moment an – und der Rettungswagen braucht oft zu lang.

Um schnellen Transport ging es auch beim legendären – und legendär gescheiterten – Transrapid. Obwohl sich Edmund Stoiber damals sehr dafür einsetzte, wurde der Magnetschwebezug nie in München gebaut. Doch vielleicht geht es einer Miniatur-Version davon besser. Hinter dieser steckt der Baukonzern Max Bögl, der schon vor zwölf Jahren damit begann, auf Basis des Transrapid-Konzeptes eine günstigere Alternative zu heute gängigen U-Bahnlinien zu konstruieren. In China fährt die Böglbahn schon auf einer Teststrecke.

Werfen wir außerdem noch einen Blick auf den Mars. Bisher haben wir den nur per Rover betreten. Doch Menschen sollen bekanntlich in den kommenden Jahren folgen. Vielleicht könnte der Mars sogar besiedelt werden. Nur, wo und wie werden die Menschen dort wohnen? Der spanische Architekt Alfredo Munoz hat einen spektakulären Plan für Städte entwickelt, die im Felsgestein der Mars-Gebirge entstehen könnten. Wird vielleicht immer Science Fiction bleiben, aber wer weiß das schon.

Weitere News und Leseempfehlungen gab’s natürlich auch in der aktuellen Ausgabe unseres Sonntags-Newsletters This Week in Future!. Darunter zwei knallharte Abrechnungen mit Bill Gates und Elon Musk, ein Update für die Genschere CRISPR, der neue Zeitraffer von Google Earth und vieles mehr. Wie immer gilt: Wer den Newsletter noch nicht bekommt, aber gerne bekommen würde, muss nur diesem Zirkel beitreten.

Das war’s von mir für diese Woche. Danke an alle, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen unsere Arbeit ermöglichen! Ihr seid großartig! Bei Fragen, Wünschen, Anregungen, Kritik, Ideen – schreibt mir einfach eine persönliche Nachricht oder kommentiert diese Newsletter öffentlich auf unserer Plattform. Danke euch!

Bis dann
euer Wolfgang

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