SpaceX will in diesem Jahr einen Milliardär ins All bringen – und der verlost drei Sitzplätze für den Mitflug

Noch in diesem Jahr will SpaceX die erste Raumfahrtmission nur mit Nicht-Astronauten durchführen. Es wäre ein historischer Moment. Der erste Passagier ist der US-Geschäftsmann Jared Isaacman. Drei weitere Sitze sind noch frei – und sollen für einen guten Zweck verlost werden.

Von Michael Förtsch

Die Zahl der Raumfahrttouristen ist in den letzten Jahren gewachsen – und wird es weiterhin. Alleine in diesem Jahr sollen zwei Filmcrews zur ISS aufbrechen, um dort je einen Science-Fiction-Streifen zu drehen. Und 2022 sollen drei reiche Investoren für einen Urlaub zur Raumstation aufbrechen. Sie alle werden dabei von mindestens einem erfahrenen Astronauten begleitet. Eine Reise ins All nur mit Zivilisten ohne militärischen oder staatlichen Hintergrund hat es bisher nicht gegeben. Eine kommende Raumfahrtmission von SpaceX soll das ändern. Denn bei der Inspiration 4 betitelten Raumfahrtmission sollen nur Nicht-Astronauten an Bord sein.

Noch in diesem Jahr sollen, wenn alles nach Plan verläuft, vier Menschen in einer Dragon-2-Kapsel an der Spitzte einer Falcon-9-Rakete vom Kennedy Space Center aus in den Orbit geschossen werden. Die Passagiere sollen dabei auch nicht einfach kurz in den Erdorbit gelangen und dann sofort wieder zur Erde zurückfallen, wie es etwa Blue Origin und Virgin Galactic planen. Stattdessen soll es sich um eine drei- bis fünftägige Reise handeln, bei der die Möchtegern-Astronauten mehrfach die Erde umkreisen und letztlich eine Wasserlandung erleben.

Geordert und bezahlt wird die Mission von Jared Isaacman. Der Milliardär ist Gründer von Shift4 Payments, einem Zahlungsdienstleister für Hotels, Restaurants, Cafés und Online-Shops. Er hat alle Sitze auf dem Flug geordert. Die drei freien Sitze neben ihm will er selbst vergeben. In Rahmen verschiedener Wettbewerbe und Auswahlverfahren soll sich jeder bewerben können. Gegen eine Zahlung von 10 US-Dollar. Das Geld soll an das Kinderkrankenhaus St. Jude in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee gehen.

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Ab 2023 soll es zum Mond gehen

Die Kosten für den Trip sind geheim. Jedoch schätzen Raumfahrtexperten, dass pro Sitzplatz wohl um die 55 Millionen US-Dollar fällig sind. Einen genauen Starttermin gibt es auch noch nicht. SpaceX peilt allerdings das vierte Quartal 2021 an. Vor dem Flug müssen Jared Isaacman und seine Mitpassagiere ganz regulär eine medizinische Untersuchung und ein gemeinsames Astronautentraining über sich ergehen lassen. „Wir werden uns alle unglaublich gut kennen, lange bevor wir überhaupt in den Dragon geschnallt sind“, sagte Isaacman dazu. „Das kann ich Ihnen versprechen.“

Für SpaceX wäre diese Mission die erste in einer kurzen Reihe von angekündigten Privatmissionen, die tatsächlich in absehbarer Zeit gelingen könnte. Bereits vor fünf Jahren hatte SpaceX angekündigt, mehrere Touristen in einer Dragon-2-Kapsel für eine Rundreise zum Mond zu schicken. Als Starttermin war damals 2018 angegeben worden. Die Mission fand nie statt und wurde durch die #dearMoon-Mission ersetzt, die der japanische Milliardär Yusaku Maezawa bezahlt. Er will mit mehreren Künstlern im derzeit in der Entwicklung befindlichen Startship für eine sechstägige Mission zum Mond fliegen. Stattfinden wird die Reise frühstens 2023.

Teaser-Bild: SpaceX

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