Kein Terminator: Polizeiroboter in New York sollen keine Waffen bekommen

Der Roboterhund Spot von Boston Dynamics

Nach einem viralen Video sind die New Yorker Polizei und ihr Roboterhund wohl eher unfreiwillig zum Gesprächsthema der Lokalpolitik geworden. Grund dafür ist die Sorge, dass Polizeiroboter in Zukunft auch mit Waffen ausgerüstet werden können.

Von Adriano D’Adamo

Humorvoll, sarkastisch und doch besorgt: Die Kommentare unter einem Video, das zeigt, wie die New Yorker Polizei einen Roboterhund von Boston Dynamics einsetzt, reichen von popkulturellen Anspielungen auf Terminator, Black Mirror und Exorzist bis hin zu Scherzen über das Kabelgewirr, das die Polizei der Maschine verpasst hat. Doch es schwingt auch eine ernste Sorge mit: Viele fragen sich, was passieren wird, wenn die Polizei Roboter in Zukunft nicht nur mit Kameras oder Lampen ausstattet, sondern auch mit Waffen. Um genau das zu verhindern, setzt sich nun Ben Kallos ein. Er ist Mitglied des Stadtrats von New York City.

Er fordert, den sogenannten POST ACT (Public Oversight of Surveillance Technology) zu erweitern, damit Roboterhunde im Einsatz grundsätzlich nicht mit Waffen ausgerüstet werden dürfen. Diese gesetzlichen Vorschriften schreibt unter anderem der Polizei bisher vor, die von ihr verwendete Überwachungstechnologie offenzulegen und sich Regeln für deren Einsatz zu geben. Dieses Vorhaben möchte Kallos schnellstmöglich vom Stadtrat abgesegnet bekommen, um zu verhindern, dass mögliche Regulierungslücken ausgenutzt werden.


Dieses Video vom Einsatz des „Digidogs“ der New Yorker Polizei sorgt nun auch für politische Debatten.

„Die Technologie, um Roboter mit Waffen auszustatten, existiert bereits und um das zu verhindern, müssen wir jetzt handeln, bevor die Technologie dem Gesetz zuvorkommt“, schreibt Ben Kallos auf seiner Webseite. Weltweit wird derzeit diskutiert, ob und wie ferngesteuerte oder autonome Waffensysteme eingesetzt werden sollten oder nicht.

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Der von der Polizei „Digidog“ getaufte Roboter heißt eigentlich Spot und wird von der Firma Boston Dynamics hergestellt. Der Einsatz der 75.000 Dollar teuren Maschine ist an Nutzungsbedingungen gebunden, die der Debatte zumindest aus Sicht des Herstellers den Wind aus den Segeln nehmen. Denn laut den Bedingungen von Boston Dynamics dürfen ihre Roboter grundsätzlich nicht mit Waffen ausgestattet oder für deren Einsatz benutzt werden, was Robert Playter, der CEO von Boston Dynamics, gegenüber der amerikanischen Wired jetzt nochmals betonte.

Diese Firmenpolitik bekamen auch die Künstler:innen und Betreiber:innen der Website Spot’s Rampage schon zu spüren. Für einen Livestream rüsteten sie den Hunderoboter mit einer Paintballpistole aus und ließen ihn mit Farbkugeln schießen. Boston Dynamics distanzierte sich von diesem Stream und verurteile diese Art der Nutzung ihres Roboters als schädlich und gewalttätig.

Neben Polizeieinsätzen findet Spot auch noch seinen Platz in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. In Singapur wird er dafür eingesetzt, Passant:innen auf öffentlichen Plätzen an die Social-Distancing-Regeln zu erinnern. In verschiedenen Krankenhäuser hilft er außerdem den Ärzt:innen und Pfleger:innen aus. Um Patient:innen mit Corona-Symptomen aus der Ferne zu behandeln, fungiert Spot als mobiler Tablet-Halter, während die Ärzt:innen über eine Videoübertragung den Patient:innen helfen können.

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Titelbild: Boston Dynamics

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