Facebook soll einen neuen Namen bekommen – wegen des Metaversums

Das Social-Media-Unternehmen Facebook soll nicht mehr Facebook heißen. Bereits in den kommenden Tagen könnte es einen neuen Namen bekommen. Der soll die neuen Ziele und Ambitionen des Unternehmens widerspiegeln – die vor allem im Metaverse liegen.

Von Michael Förtsch

Im Juli hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg angekündigt, dass die Zukunft des Social-Media- und Werbegiganten Facebook im Metaverse liegen soll. Also einer räumlichen und vollkommen digitalen Welt, die Menschen mit Virtual-Reality-Brillen, am Computerbildschirm oder auch Smartphone betreten und erforschen können. Sie sollen sich dort treffen, einkaufen und spielen können – und vieles mehr. Über die kommenden Jahre, meinte Zuckerberg in einem Interview mit The Verge , solle sich das Unternehmen auf diese Zukunft vorbereiten und entsprechend umgebaut werden. Aufgrund dessen soll Facebook bald nicht mehr Facebook heißen.

Auf der Facebook-Konferenz Connect am 28. Oktober soll Mark Zuckerberg über die Zukunft von Facebook und den neuen Namen des Unternehmens sprechen, berichten derzeit US-Medien. Der Name könnte jedoch bereits in den kommenden Tagen enthüllt werden. Er solle die neuen Ambitionen verkörpern – und auch deutlich machen, dass das Social Network Facebook nur noch eines von vielen Produkten ist, die bei dem US-Unternehmen entstehen und betreut werden. Wie eben auch WhatsApp, Oculus und Instagram.

Wie genau die Pläne von Facebook für ein Metaverse aussehen, das ist noch nicht so ganz klar. Jedoch hat das Unternehmen mit Horizon Worlds – zuvor Facebook Horizon – bereits damit begonnen, eine Virtual-Reality-Welt aufzubauen, die von ersten Nutzern getestet werden kann. Sie könnte zur Basis der digitalen Metawelt werden. Wie ernst es Facebook damit meint, das hat Facebook-Lobbyist Nick Clegg in einem Blogbeitrag ausgeführt: Zur Entwicklung dieser „Computing-Plattform der Zukunft“ sollen alleine in der Europäischen Union ganze 10.000 neue Jobs für Entwickler, Grafiker, Designer, Techniker und andere Berufsgruppen entstehen.

Teil der Vision ist wohl die Kryptowährung Diem

Mit seinen Ambitionen zur Erschaffung eines „verkörperten Internet“ ist Facebook nicht alleine. Es existieren bereits zahlreiche Projekte, die die Entwicklung einer digitalen Welt zum Ziel haben, in der einzelne Nutzer, Teams und Unternehmen eigene Inhalte erstellen und erlebbar machen können. Darunter unter anderem Decentraland, The Sandbox und NeosVR. Auch das für Fortnite, die Gears-of-War-Videospiele und die Grafik-Engine Unreal bekannte Spielestudio Epic Games will die Basis für Metaversum aufbauen, das vor allem von seinen Nutzern ausgebaut und mit Leben gefüllt werden soll.

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Als wichtigen Bestandteil eines Metaverse sehen viele die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen, da sie eine vergleichsweise sichere Datensicherungsoption und schwer manipulierbare Bezahlmöglichkeiten bieten. Dazu können mittels NFTs einzigartige digitale Besitztümer, Eigentumsnachweise und über sogenannte Smart Contracts – kleine Programme auf der Blockchain – automatisierte Verträge erstellt werden. Facebook arbeitet zusammen mit einigen Partnerunternehmen bereits seit mehreren Jahren an einer eigenen Kryptowährung. Die einst als Libra angekündigte und zwischenzeitlich in Diem umbenannte Digitalwährung ist, wie nun bekannt wurde, gemeinsam mit der Brieftaschen-App Novi in den USA und Guatemala in einen Testbetrieb gestartet.

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Ach, ich würde FB so gerne mit dem Kartellrecht zu Leibe rücken und Zuck für den Rückschritt der Demokratie in den letzten 15 Jahren zur Verantwortung ziehen (und dann gleich auch noch Google).
Dreams, are my reality… :notes::notes::notes:

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Nun ja, wer weiss, was in den kommenden Jahren noch passieren wird. Ich selbst halte es ja immer noch für eine Option, dass Facebook in der ein oder anderen Weise zerschlagen wird; dass Instagram und WhatsApp wieder zu eigenständigen Unternehmen werden und sich dadurch auch wieder einem fairen Wettbewerb stellen müssen. Die Chancen sind nicht groß, sicher. Aber unmöglich ist es nicht.

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Durchschnittliche Lebensdauer eines Fortune 500 Unternehmens 70 Jahre habe ich irgendwo gelesen. Ich bleibe optimistisch…