Die USA wollen auch unter Joe Biden zurück zum Mond

Die NASA will mit dem Artemis-Programm wieder Astronauten auf den Mond bringen. Beschlossen wurde das von der Trump-Regierung. Nun hat auch der neue US-Präsident Joe Biden der Raumfahrtmission seine Unterstützung zugesagt.

Von Michael Förtsch

Es ist fast 50 Jahre her, dass ein Mensch seinen Fuß auf den Mondboden gesetzt hat. Der letzte, der das tat, war der Astronaut Eugene Cernan am 14. Dezember 1972. Mit dem Artemis-Programm wollen die USA nun zum Erdtrabanten zurückkehren. Diesmal allerdings, um dort einen dauerhaften Außenposten aufzubauen, zu forschen und sowohl wissenschaftliche als auch wirtschaftliche Möglichkeiten zu erkunden. Beschlossen wurde das mehrere Milliarden teure Programm vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Aktiv vorangetrieben hat es vor allem der Ex-US-Vizepräsident Mike Pence.

Im Rahmen des Artemis-Programms soll gemeinsam mit Partnerländern eine Raumstation im Orbit des Mondes errichtet werden. Von der aus sollen regelmäßig Landungen auf dem Mond möglich werden. Außerdem soll eine Basis auf der Oberfläche des Erdtrabanten errichtet werden. Für die Logistik, die dafür nötig sein wird, gab die NASA schon Ausschreibungen an Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin und Dynetics aus. Diese Firmen hatten sich für die Entwicklung eines Landesystems beworben und schafften es in die Endauswahl. „Wir werden Wochen und Monate auf der Mondoberfläche verbringen“, hatte Pence 2019 versprochen. „Dieses Mal werden wir bleiben.“

Bis zum Jahre 2024 will die NASA wieder einen Menschen auf dem Mond befördern. Das ist der bisher ausgeschriebene Termin, der jedoch laut Raumfahrtexperten schon zuvor sehr knapp kalkuliert war und wohl aufgrund technischer Probleme und Verzögerungen durch die Corona-Pandemie nicht zu halten sein wird. Fraglich war zuletzt vor allem, ob die neue Regierung unter Präsident Joe Biden die ambitionierten Pläne weiterhin unterstützen würde – oder ob das kostspielige Programm eingedampft wird. Am 3. Februar hatten daher mehrere Vertreter des US-Senat Biden in einem Brief dazu aufgerufen, das Budget der NASA abzusegnen und die Behörde mit ihren Plänen fortfahren zu lassen. Nun wurde die Unterstützung durch die neue Führung zugesagt.

Verstehe, was die Zukunft bringt!

Als Mitglied von 1E9 bekommst Du unabhängigen, zukunftsgerichteten Tech-Journalismus, der für und mit einer Community aus Idealisten, Gründerinnen, Nerds, Wissenschaftlerinnen und Kreativen entsteht. Außerdem erhältst Du vollen Zugang zur 1E9-Community, exklusive Newsletter und kannst bei 1E9-Events dabei sein. Schon ab 2,50 Euro im Monat!

Jetzt Mitglied werden!

Vielleicht startet die erste Mission noch 2021

Auf Nachfrage von Journalisten sagte Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Haus, dass auch die Biden-Regierung das Artemis-Programm weiter finanzieren werde. „Durch das Artemis-Programm werden die Vereinigten Staaten mit der Industrie und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um Astronauten auf die Oberfläche des Mondes zu schicken“, so Psaki. „Natürlich unterstützen wir diese Bemühungen und dieses Unterfangen.“ Das Programm sei sehr aufregend und biete die Möglichkeit, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu erringen und zukünftige Missionen zum Mars vorzubereiten – und „die amerikanischen Werte“ zu vertreten.

Eine der größten Herausforderungen der NASA-Entwickler ist derzeit die neue Mondrakete Space Launch System, kurz SLS. Bei einem Test vor drei Wochen kam es zu Schwierigkeiten. Statt für acht Minuten, die es brauchen würde, um die Rakete ins All zu bringen, feuerte die Rakete nur für eine Minute. Nach langen Ermittlungen scheint der Fehler nun gefunden. Die Steuerhydraulik soll verantwortlich gewesen sein. Eigentlich will die NASA die Rakete noch in diesem Jahr auf einen ersten Flug schicken. Sie soll das Orion-Raumschiff im November auf seine erste Mission bringen. Bei dem Artemis-1 getauften Flug soll die Kapsel ohne Mannschaft den Mond umrunden und zur Erde zurückkehren.

Teaser-Bild: NASA

5 Like