Was Elon Musk über den ID.3 von VW sagt

In der vergangenen Woche war Elon Musk zu Besuch in Deutschland. Dabei hat er auch bei VW vorbeigeschaut und ist eine Runde mit dem Elektro-Kleinwagen ID.3 gefahren.

Von Michael Förtsch

Mit seinem Privatjet war Elon Musk am 31. August in Deutschland angekommen. Er hat unter anderem Mitarbeiter von CureVac getroffen. Das Pharmaunternehmen will gemeinsam mit Tesla Impfstoff-Mini-Fabriken bauen. Außerdem war er auf der Baustelle der Gigafactory in der Grünheide bei Berlin zu Besuch, um den Fortschritt zu begutachten – und zu bestätigen, dass auf dem Gelände nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Batterien produziert werden sollen und es sogar einen Techno-Club geben werde. „Der Rave Cave [Techno-Club] ist allein kulturell eine Notwendigkeit“, sagte Musk. Und am Donnerstagabend schaute Elon Musk dann auch noch bei der Konkurrenz vorbei: bei Volkswagen.

Auf dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg empfing VW-Chef Herbert Diess den Tesla-Chef – und zwar mit einem ID.3 und einem ID.4, den geplanten Vorzeige-Elektro-Autos von Volkswagen. Beide Firmenleiter hätten sich rund zwei Stunden intensiv über das Thema Elektromobilität und Digitalisierung ausgetauscht. Danach hat Elon Musk auf einer abgesperrten Rangierpiste auf dem Flughafen den ID.3 noch Probe gefahren. In einem Beitrag auf LinkedIn hat Diess nun einen kurzen Clip der Probefahrt geteilt.

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Zu sehen und zu hören ist, wie Musk den kleinen ID.3 auf Touren bringen will, um „zu schauen, wie die Beschleunigung ausfällt“. Dabei vermisst er jedoch das typisch hohe Drehmoment, das Oberklasse-Elektrofahrzeuge zeigen. Diess sagt daraufhin, dass der ID.3 ein Auto für die Masse ist und „keine Rennmaschine“. Musk dreht dann einige Runden, befindet die Lenkung für sehr angenehm und fragt während der Fahrt nach technischen Details wie der Batteriegröße und Fahrassistenz-Systemen.

Keine Kooperation mit Tesla

Volkswagen hatte das Treffen von Herbert Diess und Elon Musk in der vergangenen Woche noch nicht bestätigen wollen. Mittlerweile bedankte sich VW aber auf Twitter jedoch für den Besuch. Und Diess schrieb auf LinkedIn, dass er sich bereits auf das nächste Treffen mit Elon Musk freue, dementierte aber gleichzeitig Gerüchte über eine mögliche Kooperation von Volkswagen und Tesla, die zeitweise aufgekommen waren. Es habe sich lediglich um ein zwangloses Treffen und einen Austausch der beiden gehandelt – nicht mehr.

In der Vergangenheit zeigte sich, dass Elon Musk und Herbert Diess durchaus Respekt, aber auch sportliche Konkurrenz verbinden. Bereits vor drei Jahren sagte der VW-Chef, dass „Tesla der relevanteste Wettbewerber für Volkswagen“ werden könnte und es den deutschen Autobauer ansporne zu sehen, was Tesla bei Reichweite und Leistung seiner Fahrzeuge erreiche. Im Gegenzug zeigte Musk Anerkennung für die Ambitionen von Volkswagen und sagte, „Herbert Diess tut mehr als jeder andere große Autobauer, um [mit VW] elektrisch zu werden.“

Jedoch läuft die Elektrifizierung bei Volkswagen nicht ohne Probleme. Unter anderem soll es bei der Entwicklung des ID.3 zahlreiche Schwierigkeiten geben haben, die den Marktstart immer wieder in die Zukunft rücken ließen. Im März zitierte die Süddeutsche Zeitung einen Insider, der sagte, dass das Auto „weit entfernt von der Marktreife“ ist und die bisher gefertigten Fahrzeuge eher „leere Blechhüllen“ darstellen, die auf die Einspielung der fertigen Software warten. Jedoch waren erste Testfahrer, die den Wagen im August Probe fahren konnten, durchaus angetan – und in Teilen weitaus weniger kritisch als Elon Musk.

Teaser-Bild: Maja Hitij / Getty Images

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