This Week in Future #176 // 17.09.2023

Hi,

in diesem wöchentlichen Newsletter wollen wir euch Lesens-, Sehens- und Hörenswertes aus anderen Medien und Veröffentlichungen vorstellen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wollen aber Geschichten und Informationen mit euch teilen, die uns in der 1E9-Redaktion bemerkenswert erschienen.

EU will Chinas Subventionen für E-Autobauer überprüfen

  • Die Europäische Kommission will prüfen, ob der chinesische Staat durch seine üppigen Subventionen für Elektroautohersteller den globalen Wettbewerb verzerrt. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im EU-Parlament an, wie unter anderem die Tagesschau berichtet. Ihre Sorge: Ähnlich wie bei der Solarindustrie vor einigen Jahren könnten chinesische Anbieter mit günstigen Preisen, die nur durch Subventionen möglich sind, den europäischen Markt fluten. Ein Problem für heimische Konkurrenten, dass die EU dann adressieren müsste. Tatsächlich drängen chinesische Hersteller von Elektroautos derzeit nach Europa, wie bei der IAA zu sehen war.

Kalifornien verklagt Öl-Industrie

  • Wegen Irreführung über die die Risiken beim Einsatz fossiler Energieträger verklagt der US-Bundesstaat Kalifornien die Ölkonzerne ExxonMobil, Shell, BP, ConocoPhilips und Chevron sowie den Industrieverband American Petroleum Institute. 50 Jahre lang hätten sie bewusst Falschinformationen verbreitet, die Öffentlichkeit über den Klimawandel belogen und die Gefahr fossiler Brennstoffe verschleiert. Deshalb will Kalifornien nun Geld von den Ölmultis erstreiten, um einen Fonds einzurichten, der für Schäden aufkommen soll, die als Folge des menschengemachten Klimawandels gewertet werden. Mehr dazu könnt ihr zum Beispiel beim Spiegel nachlesen.

CO2-Sauger in Texas: Alibi für die Ölindustrie? Oder echter Klimaschutz?

  • Finanziert mit amerikanischem Steuergeld wird in Texas von der Firma Carbon Engineering die bisher größte Anlage zum Abscheiden von CO2 gebaut. Sie soll pro Jahr 500.000 Tonnen Kohlendioxid direkt aus der Luft saugen und dann in den Untergrund pressen, wo es gespeichert werden soll. Doch ist das nun ein echter Beitrag zum Klimaschutz? Das diskutiert der Guardian in einem Artikel. Zwar schreibt auch der Weltklimarat IPCC, dass die Klimaziele nicht erreicht werden können, ohne Klimagase wieder aus der Atmosphäre zu holen. Doch hinter Carbon Engineering steht ausgerechnet der Ölkonzern Occidental Petroleum. Daher befürchten Kritiker, dass Anlagen wie diese am Ende nur als Alibi dienen, um doch noch länger auf fossile Brennstoffe zu setzen.

Neuer Wasserstoffzug von Siemens mit Probebetrieb ab Augsburg

  • Siemens hat einen neuen Wasserstoffzug vorgestellt, der vor allem den Nahverkehr nachhaltiger gestalten soll. Der Mireo Plus H habe bereits erste Probefahrten absolviert, teilt die Firma mit. Ab 2024 soll er dann auf der Strecke Augsburg-Peißenberg und zwischen Augsburg und Füssen in einen Pilotbetrieb gehen, wobei er Passagiere im normalen Regelverkehr transportieren soll. Auf diesen Strecken werden bislang Dieselzüge eingesetzt.

Ein Rüstungskonzern entdeckt Luftschiffe für sich

  • Können Luftschiffe als Alternative zu Flugzeugen taugen? Diese Frage haben wir bereits vor einiger Zeit gestellt. Und tatsächlich arbeiten derzeit mehrere Firmen daran, das möglich zu machen. Dazu gehört auch Airlander aus Großbritannien. Und dessen Luftschiff Airlander 10 hat jetzt das Interesse des Rüstungskonzern BAE Systems geweckt, berichtet Reuters. Dieser wolle prüfen, ob und wie es sich möglicherweise für militärische Transport- und Überwachungsaufgaben einsetzen lässt. Denn der Airlander 10 bietet viel Raum und kann problemlos bis zu fünf Tage in der Luft bleiben.

Geschwindigkeitsrekord für ein E-Auto von Studierenden

  • Ein Studierendenteam aus der Schweiz hat einen beeindruckenden Beschleunigungsweltrekord aufgestellt: Angehende Ingenieurinnen und Elektrotechniker der ETH Zürich und der Hochschule Luzern haben ein Elektroauto entwickelt, das in nur 0,956 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt – die benötigte Strecke: 12,3 Meter. Am Steuer saß Kate Maggetti. Der Flitzer aus Carbon und einer Aluminiumwabenstruktur wiegt lediglich 140 Kilogramm und verfügt über 326 PS, berichtet Top Gear.

Die SLS wird für die NASA zur teuren Katastrophe

  • Zu teuer und auch noch zu spät dran: Die NASA räumt nun in einem Bericht für den US-Rechnungshof ein, dass die neue Mondrakete SLS eine echte Katastrophe ist. Im Jahr 2011 hatten die Arbeiten an der Schwerlastrakete begonnen, die bei zukünftigen Mondmissionen eine zentrale Rolle einnehmen soll. Der erste Start sollte eigentlich bereits 2016 stattfinden, wurde aber aufgrund zahlreicher Probleme wieder und wieder verschoben. Erst Ende 2022 fand daher der Jungfernflug statt. Die Kosten für die SLS liegen derzeit bei über 21 Milliarden und könnten sich bis 2025 auf 93 Milliarden US-Dollar summieren, prognostiziert die NASA. Ein einziger Start könnte über 4,1 Milliarden US-Dollar kosten. Vor allem verglichen mit ähnlichen Raketensystem privater Anbieter wie SpaceX oder der United Launch Alliance, die zwischen 150 und 450 Millionen US-Dollar kosten, ist das erschreckend teuer.

Horizon Worlds von Meta kommt auf normale Bildschirme

  • Der Hype um das Metaverse ist abgeflaut – manche meinen sogar: geplatzt. Dennoch entwickelt die Facebook-Firma Meta ihr Metaverse Horizon Worlds weiter, wenn auch mit weniger Getöse. Mittlerweile haben die zuvor schwebenden Avatare sogar Beine bekommen. Vor allem aber soll die bislang exklusiv für Virtual Reality gebaute 3D-Welt auch auf Smartphones und Computerbildschirme kommen. Jedenfalls nach und nach, wie Meta nun ankündigte. Jedem zugänglich ist Horizon Worlds damit trotzdem nicht. Wer es ausprobieren will, muss einen Zugang anfordern, der dann erteilt wird. Oder eben nicht.

Ein Gehirnchip zur Behandlung von Depressionen

  • Das texanische Start-up Motif will sein winziges Gehirnimplantat Menschen bereits zweimal erfolgreich eingesetzt haben – zumindest für eine kurze Zeit. Bloomberg berichtet darüber. Das Besondere an dem Gerät: Es sitzt zwar unter der Schädeldecke, berührt das Gehirn aber nicht direkt, sondern stimuliert es lediglich durch elektrische Impulse. Es könnte zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, die sich weder durch Psychotherapie noch durch Medikamente lindern lassen. Bis dahin werde es aber noch etliche Tests brauchen.

OneCoin-Betruf: Gründer zu 20 Jahren Haft verurteilt

  • Die „Kryptowährung“ OneCoin hatte keine Blockchain. Es wurden keine Coins des „nächsten Bitcoin“ geschürft. OneCoin war auch auf keiner Kryptobörse handelbar. Alles war nur ein riesiger Bluff – und bis heute wird nach der „Cryptoqueen" Ruja Ignatova gefahndet, die diesen Betrug rund um die Welt vermarktet hatte. Von 3,5 Millionen Anleger sollen mindestens vier Milliarden US-Dollar ergaunert worden sein. Jetzt wurde mit Karl Sebastian Greenwood einer der Gründer von OneCoin bestraft. Der Mann mit britischer und schwedischer Staatsbürgerschaft wurde in den USA zu 20 Jahren verurteilt, berichtet Heise.de .

Werden ältere Menschen immer „heißer“?

  • Das Magazin proto.life, spezialisiert auf Biotech- und Gesundheitsthemen, stellt fest, dass Menschen nicht nur immer älter werden, sondern dass ältere Menschen auch immer „heißer“ sind, also besser aussehen. Gründe dafür könnten gesündere Ernährung, weniger Rauchen, das Nutzen von Sonnencreme sein. Doch proto.life bemängelt zu wenig Forschung in diesem Bereich, stellt schließlich aber auch fest, dass gutes Aussehen eine ziemlich subjektive Sache ist.

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