14. Januar 2025
Nachlese zur CES 2025: Fünf Innovationen für eine bessere Zukunft

Entertainment, Komfort, Haushalt. Darum ging‘s bei der CES, der Megamesse für Heimelektronik, auch 2025. Die Berichterstattung drehte sich um Fernseher, Computer, Kopfhörer. Zukunftsweisende Innovationen? Gab es zwar. Doch in der Flut an Neuheiten gingen sie etwas unter. Deshalb gibt es auch 2025 unsere 1E9-Nachlese zur CES, in der wir sinnvolle Innovationen vorstellen, die mehr sind als unterhaltsame Gadgets.
Von Wolfgang Kerler
Electric Salt Spoon: weniger Salz, mehr Gesundheit

Die meisten Menschen essen zu viel Salz. Damit steigt das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber Essen, das fad schmeckt, ist auch keine Lösung. Was tun? Mit seinem Electric Salt Spoon will der japanische Getränkekonzern Kirin Abhilfe schaffen. Die Elektronik im Griff des Löffels schickt schwache Elektrizität durch den Körper. Das ist harmlos, soll aber Salzgeschmack an der Zunge simulieren. Wenig gesalzenes Essen schmeckt dadurch intensiver. In Japan wird das Gerät, das über vier Intensitätsstufen verfügt, bereits für rund 120 Euro verkauft.
Getestet haben wir den Electric Salt Spoon selbst nicht. Doch in Praxisberichten aus Las Vegas, zum Beispiel von Mashable, wurde seine elektrisch-salzende Wirkung bestätigt. Ein häufiger Kritikpunkt allerdings: Damit der Löffel funktioniert, muss er offenbar mit der ganzen Faust umfasst werden. Das sieht nicht gerade elegant aus, ist aber vielleicht nur Gewöhnungssache.
Das alles kommt euch verdächtig bekannt vor? Kein Wunder. Bei 1E9 haben wir bereits 2022 ein Interview mit der Kirin-Forscherin Ai Sato und dem Meiji-Universitäts-Professor Homei Miyashita veröffentlicht. Die beiden waren für die Entwicklung des Tech-Bestecks verantwortlich.
Unser Urteil: Technologie, die das Riesenproblem Bluthochdruck angehen will, hat einen Platz auf unserer Liste verdient. Zumal sie so sympathisch seltsam ausfällt.
Roborock Saros Z70: Ein Roboter, der Socken sammelt

Neu ist die Idee nicht, doch diesmal scheint sie tatsächlich zu funktionieren: Die Live-Demo in Las Vegas überzeugte so sehr, dass es der autonome Sauger Saros Z70 von Roborock auf fast alle Best-of-CES-Listen geschafft hat. Sein Highlight: Er verfügt über einen frei beweglichen Arm, der bis zu 300 Gramm schwere Hindernisse aufräumen kann. Und nicht nur das, er soll auch zwischen verschiedenen Gegenständen unterscheiden können. „Socken? Zum Schrank. Sandalen? Zur Fußmatte im Eingang. Papiertaschentücher? Zum Mülleimer“, verspricht der Hersteller.
Wegweisend ist das Gerät, das in diesem Jahr für etwa 2.000 Euro auf den Markt kommen soll, weil es die nächste Entwicklungsstufe von Haushaltsrobotern einläutet: Sie können nicht mehr nur Hindernissen ausweichen, sondern Objekte erkennen und mit ihnen umgehen. Das ermöglicht ganz neue Anwendungen.
Unser Urteil: Roboter, die uns zuhause tatkräftig unterstützen, können wir angesichts der rasant alternden Gesellschaft gar nicht früh genug bekommen. Der Socken sammelnde Saros Z70 macht hoffentlich nur den Anfang.
Nvidia Cosmos: Maschinen verstehen die physische Welt

Der gerade ohnehin – und wörtlich – hoch im Kurs stehende Chiphersteller Nvidia präsentierte bei der CES neue Grafikkarten und einen kompakten KI-Supercomputer, der „nur“ 3.000 Dollar kosten soll. Besonders spannend fanden wir allerdings die KI-Plattform Cosmos, mit der Nvidia die Entwicklung von autonomen Autos und Robotern, aber auch von Industrieanwendungen massiv beschleunigen will.
Aktuell scheitern Maschinen, die in der realen Welt agieren sollen, oft daran, dass sie ihre physische Umwelt schlicht nicht verstehen. Um das zu ändern, braucht es „Physical AI“, also KI für physische Systeme, die wiederum Trainingsdaten brauchen. Doch diese Trainingsdaten sind entweder nicht vorhanden oder lassen sich nur sehr teuer herstellen. Bisher.
Comos, als „erstes World Foundational Model der Welt“, wie Nvidia-Chef Jensen Huang es nannte, soll dieses Problem lösen. Denn Cosmos nutzt generative KI, um aus Sensor- oder Bewegungsdaten, Videos, Fotos und sogar Texten fotorealistische Videos zu erschaffen, die zum Training von Robotern oder autonomen Autos verwendet werden können. Anstatt mühsam Datasets aus Echtweltdaten zu erschaffen, liefert Cosmos in kurzer Zeit synthetische Daten. Das dürfte die Entwicklung von autonomen Maschinen beschleunigen, die uns in der physischen Welt unterstützen können. Der Roborock Saros Z70 könnte also bald alt aussehen…
Unser Urteil: Mit Cosmos könnte Nvidia den ChatGPT von Robotern in greifbare Nähe bringen. Da Nvidia Cosmos als Open-Source-Lösung anbieten will, rechtfertigt das die Aufnahme in unsere Liste.
Smart Glasses: Noch kein Metaverse, aber hilfreich im Alltag

Smarte Brillen gehörten zu den
