Mehr Natur statt Müll - Biologisch abbaubare Masken lassen Blumen blühen

Aktuell führt kein Weg an einer Maske vorbei. Fast überall gilt aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie eine Maskenpflicht. Die Masken helfen zwar, wenn sie getragen werden, sorgen aber auch für viel Müll. Eine neue Maske aus den Niederlanden soll das ändern. Aus ihr sollen Blumen wachsen.

Von Adriano D’Adamo

Ein Mund-Nase-Schutz ist nicht gerade umweltfreundlich, aber nötig, weil die Covid-19-Pandemie weiter anhält. Ein oft übersehener Aspekt ist, dass die Masken für viel Unrat sorgen. Nicht wenige Menschen lassen benutzte Masken einfach auf den Bürgersteigen zurück oder werfen sie nach einem Einkauf aus dem Autofenster. Autor:innen einer Studie der University of South Denmark schätzen, dass pro Monat 129 Milliarden Masken benutzt und weggeworfen werden. Das sind rund drei Millionen Masken pro Minute. Hinzukommt noch, dass Einweg- und FFP2-Masken Polypropylen beinhalten, ein aus Rohöl gewonnenen Kunststoff, der mehrere hundert Jahre zum Abbau braucht. Die Masken von Marie Bee Bloom sagen dem Maskenmüll nun den Kampf an.

Die niederländische Firma stellt Masken aus Einweg-Reispapier her. Der Clou an der Sache: Zwischen den zwei Schichten Reispapier befinden sich Blumensamen. Die Samen sind mit einem eigensentwickelten Klebstoff aus Kartoffelstärke und Wasser befestigt und die Schnüre der Maske bestehen aus gesponnener Schafwolle. Die gesamte Maske ist biologisch abbaubar und soll so viel Schutz wie eine sogenannte Community-Maske aus Stoff bieten. In unabhängigen Tests wurde die Schutzwirkung jedoch noch nicht erprobt. Landet die Maske auf einer Wiese oder Straße, soll sie sich einfach zersetzen. Jedoch können die Nutzer:innen sie auch vergraben und mit Wasser begießen. Nach drei Tagen fangen die Samen an zu keimen und Wildblumen heranzuwachsen.

Die Masken enthalten Samen für Gänseblümchen, Astern, Kornblumen, Mädchenaugen, Gilie, Rispiges Gipskraut und Dill. Hergestellt werden die Mund-Nase-Masken in einer kleinen niederländischen Werkstatt. Vertrieben werden sie momentan nur in europäischen Ländern. Pläne für den Export in andere Länder und Kontinente bestehen bereits.

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Der Gebrauch von Masken und anderen Schutzmaßnahmen ist für die Umwelt eine enorme Belastung. Neben den 129 Milliarden Masken kommen schätzungsweise auch noch 65 Milliarden Handschuhe pro Monat hinzu. Kreative Köpfe haben angefangen mit den Überresten von weggeworfenen Masken zu arbeiten und stellen unter anderem Möbel daraus her. Leider landen die meisten Masken auf Mülldeponien oder in den Ozeanen, wo sie einen erheblichen Schaden verursachen können.

Teaserbild: Marie Bee Bloom

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:+1: Total charmant…! DA würde man sich wirklich wünschen., das die wirksam dicht hält., wenn die so schön blühen kann… :two_hearts::two_hearts::heart:

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