Marc Weinstein nach dem Fyre-Desaster: „Man darf keine Angst vor dem Scheitern haben!“


Was vor allem auf Instagram als Musikfestival der Extraklasse vermarktet wurde – mitten auf einer Trauminsel – endete als desaströser Flop: das Fyre-Festival. Durch eine Netflix-Doku erfuhr das die halbe Welt. Mittendrin im Desaster und der Doku: Marc Weinstein, der zum Organisationsteam gehörte. Mit 1E9 sprach er über diesen Fehlschlag – und über die fatale Angst vieler Menschen, etwas zu verpassen.

Ein Interview von Cindy Michel

Die dunklen, lockigen Haare trägt er zum losen Zopf gebunden, das weiße Leinenhemd hat er wie zufällig in die ausgewaschene Jeans gesteckt. Es ist Mittagszeit im Biergarten der 1E9-Konferenz am 11. Juli in München. Wie hungrige Ameisen im Zeitraffer eilen die Teilnehmer und Speaker von Bude zu Bude. Doch einer steht mitten in der pulsierenden Menschentraube ganz ruhig herum und lächelt: Marc Weinstein. Viele dürften ihn aus der Netflix-Dokumentation Fyre kennen. Darin erzählt er von der Implosion eines fantastischen Traums. Bei der 1E9-Konferenz teilte er seine persönlichen Lehren aus dem Flop.

Von der fast schon Zen-artigen Ruhe, die er bei unserem Treffen an den Tag legt, war er im Sommer 2017 weit entfernt. Als logistischer Berater war er mittendrin als das Fyre-Festival zu einem riesigen Desaster wurde. Tausende reiche Millennials kamen dafür auf die Bahamas. Über begehrte Influencer wurde im Vorfeld ein riesiger Social-Media-Hype kreiert. Fyre, das schien das Festival der Extraklasse zu werden. Doch statt der versprochenen Luxus-Unterkünfte warteten am Ende durchnässte Zelte. Zum Essen gab’s statt Hummer und Kaviar nur Käsebrote. Und zurück blieben verstörte Besucher, die für ihr Ticket zwischen 1.250 und 25.000 US-Dollar bezahlt hatten.

Noch heute warten Angestellte und Künstler auf ihre Gage. Der Gründer des Festivals, Billy McFarland, wurde des Betrugs schuldig gesprochen und verbüßt aktuell eine Haftstrafe. In der Doku, die das Desaster aufarbeitet, schildert Marc Weinstein seine Eindrücke und berichtet, wann und wie er das sich anbahnende Drama auf den Bahamas realisierte. Heute arbeitet er beim Krypto-Investor Wave Financial, glaubt an den Buddhismus und spricht in seinem Podcast sowie auf Konferenzen über das, was er aus diesem Tiefschlag gelernt hat.

1E9: Hi Marc, du strahlst extreme Ruhe aus.
Marc Weinstein: Ja, findest Du? Danke. Ich arbeite daran, mache Yoga und meditiere viel. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich gerade einfach nur mit dem Jetlag zu kämpfen habe.

Okay, dann wecke ich dich mal auf: Fyre-Festival. Was ist das Wort, dass Dir dazu in den Sinn kommt?
Marc:
Erfahrung. Oder? Ja, definitiv Erfahrung.

Was sind das für Erfahrungen?
Marc:
All das, was ich aus dieser Situation mitgenommen und über mich und das Leben gelernt habe. Ich weiß heute, dass es gefährlich ist, wenn man sich verwundbar fühlt, wenn man Angst davor hat, zu versagen, zu viel darauf gibt, was andere von einem erwarten und vor allem, wenn man Angst davor hat, etwas zu verpassen. Damit meine ich das FOMO-Phänomen.

Die Fear of missing out , also. Die Angst etwas zu verpassen.
Marc: Genau. Da lässt man sich schnell zu Jobs hinreißen, die einen selbst nicht weiterbringen oder einen eben viel Energie, Geld und Zeit kosten.

Ging es dir damals schlecht, als du angefangen hast bei Fyre zu arbeiten?
Marc:
Es war schon eine schwierige Zeit. Mein zweites Start-up war gerade kurz davor zu scheitern und mit ihm die langjährige Freundschaft zu meinem Business-Partner. Außerdem hatte ich enormen Stress mit meiner damaligen Freundin. Es war alles in allem nicht gut. Ich wusste nicht, was ich als nächstes machen wollte und hatte Angst, plötzlich als Versager dazustehen.

Und dann kam Fyre, der Rettungsranker?
Marc:
Nicht ganz. Als ich das erste Mal davon erfuhr, dachte ich, dass kann nicht funktionieren. Das hört sich an, als wäre es zu gut, um wahr zu sein. Es ist wirklich verdammt schwer, so ein Musik-Booking inklusive App und so ein riesiges Luxus-Festival auf die Beine zu stellen. Also war ich der Idee gegenüber erstmal negativ eingestellt.

Was hat Dich überzeugt, dass Fyre doch eine gute Idee sein könnte?
Marc: Ein ehemaliger Kommilitone hat mich ein paar Monate vor Beginn angerufen und erzählt, dass er wahrscheinlich in Fyre investieren wolle, die Festivalvorbereitungen gerade aber chaotisch seien und die Firma dringend einen Berater brauche, der ihnen logistische Unterstützung zur Durchführung des Festivals bieten kann.

Warum hat er bei Dir angerufen?
Marc: Weil ich schon immer Musikfestivals produziert habe und diesbezüglich ziemlich erfahren bin. Außerdem meinte er, dass er sich gut vorstellen könnte, dass ich bei Fyre eventuell in einer leitenden Position einsteigen könnte.

Aber, bis dahin glaubtest du doch noch, dass Fyre nicht funktionieren würde.
Marc:
Da kamen dann ein paar Dinge zusammen: Zum einen war mein Kommilitone jemand, der extrem erfolgreich war. Alles was er anpackte oder in das er investierte, schien zu funktionieren. Bei mir war das zu diesem Zeitpunkt eben anders oder zumindest dachte ich das. Zum anderen sah ich das Promo-Video und erfuhr von dem Produzenten, den ich gut kannte, dass nicht nur die Models und Protagonisten darin alle gut bezahlt worden seien, sondern auch das Festival ausverkauft sei. Das alles überzeugte mich. Ich telefonierte ein paar Mal mit Billy McFarland, dem Gründer, und flog kurze Zeit später in Richtung Bahamas, um bei den Vorbereitungen zu helfen.

Die Keynote von Marc Weinstein auf der 1E9-Konferenz:

Du wusstest, dass es chaotisch werden würde?
Marc:
Ja, deswegen haben sie ja extra bei mir angefragt, damit ich ihnen mit der Logistik helfe. Daher war mir klar, dass es chaotisch werden würde beziehungsweise die Situation schon chaotisch war. Aber das ist ja oft so. Wie schlimm es wirklich war, habe ich erst nach ein paar Wochen realisiert.

Wie schlimm war es wirklich?
Marc:
Die Probleme, mit denen wir zu kämpfen hatten, waren unüberwindbar. Es waren zu wenig Betten, zu wenig sanitäre Anlagen, zu wenig Essen, nichts war fertig. Während der vier Wochen auf den Bahamas habe ich oft mit dem ehemaligen Kommilitonen gesprochen, der mir den Job verschafft hatte, und gesagt, dass das niemals klappen wird, dass das utopisch ist.

Ja, ich hatte FOMO.

Marc Weinstein

Wenn du gemerkt hast, dass die Probleme unüberwindbar sind, warum habt ihr nicht die Reißleine gezogen und abgebrochen?
Marc: Es gab diese Momente. Einmal hat sogar einer der Produktionsmanager zu Billy gesagt, dass wir das Fest absagen müssen. Aber davon wollte er nichts wissen, dafür hatte er schon zu viel investiert.

Das ist die Ansage des Gründers, der sowohl die Gäste als auch euch Angestellte sowie Sponsoren betrogen hat. Aber warum habt ihr, die Crew, euch nicht dagegengestellt und das sinkende Schiff verlassen?
Marc: Das habe ich mich oft gefragt, wahrscheinlich die andern auch. Für mich war zwar irgendwie klar, dass dieses Festival nicht funktionieren wird, aber ich konnte einfach nicht abspringen. Ganz ehrlich, ich hatte auch zu viel Angst davor, dass ich die Lage einfach nur falsch einschätze und die Chance meines Lebens verpasse, wenn ich aussteige.

Du hattest Angst etwas zu verpassen?
Marc: Ja, ich hatte FOMO, Fear of missing Out. Diese Beklemmung oder Angst ist ein großes Problem unserer heutigen Gesellschaft – natürlich wird sie noch geschürt durch Smartphones und Social Media. Dass man ständig und überall präsent sein kann oder auch muss und auf gar keinen Fall irgendeinen Post verpassen darf. Diese Angst ist eben auch in der analogen Welt sehr real. Aber das allein war es auch nicht.

Hast du jemals daran gedacht, deine Arbeit nicht hundertprozentig zu machen, sondern bewusst langsamer zu arbeiten – um das Festival so zu verhindern?
Marc: Klar sprachen wir darüber: Was wäre, wenn und so. Aber letztlich ist das nie passiert. Was da manche aus dem Hut gezaubert haben, um die immer neuen Probleme zu lösen. Wir hatten zu wenig Bühnen, also arbeitete die Crew nonstop, um welche zu bauen. Das war schon verrückt. Es ist eben so, dass man doch immer sein Bestes geben will, alles dafür tut, dass man top abliefert. Man ist ja auch stolz auf das, was man tut.

Wenn etwas scheint, als wäre es zu gut, um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch.

Marc Weinstein

Koste es, was es wolle?
Marc:
Natürlich nicht. Genau das das habe ich ja auch durch Fyre realisiert und das ist auch ein Grund, warum ich heute so gerne und oft auf Start-up-Konferenzen spreche.

Was rätst du Start-ups diesbezüglich?
Marc:
Dass sie keine Angst vor dem Scheitern haben dürfen. Es gibt da diese Illusion von „Fake it, ‚till you make it“ und dass man „Nein“ nicht als Antwort akzeptiert in der Start-up-Kultur. Das befähigt und gibt einem Kraft, wenn man Schwierigkeiten angeht. Aber das kann natürlich auch extrem toxisch sein. Es ist wichtig, dass man die Probleme erkennt, analysiert und auch versteht. Erst dann kann man einen realistischen Plan finden, um sie zu lösen. Und: Wenn etwas scheint, als wäre es zu gut, um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch.

Hast du die Nase voll von Events oder hast du seit Fyre eine Veranstaltung organisiert?
Marc:
Ja, ich habe das Spartan Race am Lake Tahoe, einer der härtesten Hindernisläufe der Welt, mitorganisiert. Witziger Weise kam der Kontakt über meine Arbeit beim Fyre zustande, weil der Veranstalter mitbekommen hatte, dass meine Arbeit dort sehr solide war.

Aber das ist ja etwas ganz anders, als das gefloppte Luxus-Festival…
Marc:
Absolut. Die Community ist auch komplett anders, das sind phänomenal tolle Leute. Da geht es eben nicht um FOMO oder Influencer-Kultur, sondern darum, dich selbst herauszufordern und deine eigenen Grenzen überwinden.

Du sprichst von Influencer-Kultur. Diese hat das Fyre-Festival erst groß gemacht.
Marc: Absolut. Fyre hat die Influencer-Kultur für Werbezwecke angezapft. In den Promovideos waren fast nur Social-Media-Berühmtheiten. Fyre hat eigentlich den Traum verkauft, ein Wochenende zu leben wie diese Influencer. Ein Wochenende im Paradies. Deswegen war die Fyre-Idee auch so mächtig. Das Festival wurde komplett von Influencern gepusht. Die Ironie des Ganzen ist, dass es aber auch Social Media war, die es zu diesem jähen und brutal schnellem Ende brachte: Da sieht man, wie viel Macht ein simpler Tweetstorm über ein Käsebrot hat…

Teaser-Bild: Dan Taylor für 1E9

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Naja, das Argument, man darf keine Angst vor dem Scheitern haben, ist aber auch leider im Kontext unserer Zeit ‚Climate Emergency‘, ‚Ökozid‘, ‚6th Extinction‘, ‚Anthropozän‘, ‚Extinction Rebellion‘, also wenn der Status Quo suizidal ist, etwas kurz gegriffen. :thinking: Mehr denn jemals in der Geschichte der Menschheit müssten wir ‚precautionary principles‘ als Antwort auf exponentielle Technologien haben, alternative und transformative Strategien, um das offensichtliche Scheitern der Zivilisation und der damit verbundenen, immateriellen Errungeschaften, zu verhindern.

Mein Gegenvorschlag wäre, ‚konstruktive Paranoia‘; wir sollten allerdings alle sehr, sehr viel Angst, eine gut begründete Angst, vor dem Scheitern haben, Scheitern im kollektiven Kontext.

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Mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen bzw. globalen Kontext gebe ich dir da völlig Recht. Aber ich finde die simple Erkenntnis „Keine Angst vor dem Scheitern“ trotzdem richtig für das individuelle Verhalten. Um Antworten auf die globalen Herausforderungen zu finden, brauchen wir neue, mutige Ideen, deren Erfolg nicht garantiert ist. Es braucht also jemanden, der sich traut, diese auch umzusetzen.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel Fyre Festival, dass die Angst vor dem (öffentlichen) Scheitern auch dazu führen kann, dass man etwas weiterverfolgt, obwohl es bereits offensichtlich ist, dass es nicht funktioniert. Nur kein Scheitern eingestehen. Davon sind Konzerne aber auch der Politikbetrieb sehr stark betroffen, was Teil unseres heutigen Problems ist.

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Das stimmt und es ist in der Tat eine sehr wahre und gute Analyse. Was uns dann natürlich darauf aufmerksam machen sollte, dass wir multiple Perspektiven brauchen, mit denen wir die Komplexität und Dynamik der Probleme holistisch versuchen zu begreifen, also neue Denkmodelle und Erfahrbarkeiten etablieren. Und genau dafür ist der von dir angesprochene Mut notwendig, keine Angst zu haben es auch mal anders zu machen. Ein ‚psychological safe space‘ sozusagen, in dem wir aus der angstbezogenen Starre und der Polarisierung durch ‚defence mechanisms‘ herauskommen und wieder vertrauen in die Möglichkeiten und in einander entwickeln. Da bin ich voll und ganz bei dir.

Trotzdem, auch wenn ‚rapid cultural prototyping‘ Teil der Strategie sein muss, sollte der tatsächliche Fokus auf der Qualität unserer Entscheidungen liegen, d.h. wir müssen Kapazitäten entwickeln, mit denen wir einfach viel bessere Entscheidungen finden. Und dahingegend wäre meiner Meinung nach eine Romantisierung einer stupiden trial and error Fehlerkultur sehr dramatisch, gerade explizit in Zeiten in denen exponentielle Technologien uns jederzeit auslöschen können.

Ich empfehle hierbei die HBO Serie Chernobyl. Zieht wirklich düstere Parallelen zu unserer politischen Entscheidungsfindungskultur, die ja auch gerade von dir @Wolfgang richtigerweise angesprochen wurde, und eindeutig ein Upgrade benötigt.

Ansonsten droht uns der ökologische Supergau: https://www.bdf-online.de/aktuelles/news/klimakatastrophe/

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Habe ich tatsächlich vergangene Woche angeschaut - und danach nochmal ein bisschen nachgelesen, wie damals eigentlich Kernkraftwerke in Deutschland gesichert waren. Und tatsächlich waren dort die Sicherheitsvorkehrungen um ein Vielfaches höher und ein Vorfall wie in Tschernobyl wäre technisch (auf mehrfache Art) ausgeschlossen gewesen. Zumindest hat das politische System in der BRD damals also genug auf Expert/inn/en gehört, um hier besser zu entscheiden.

Was natürlich nichts daran ändert, dass wir ein Upgrade brauchen, wie du schreibst. Der derzeitige Mix aus den politischen Mehrheiten, der politischen Berichterstattung (die aus meiner Sicht oft zu kurzatmig ist, um guten Ideen eine Chance zu geben) und den handelnden Akteuren ist… verbesserungswürdig.

Chernobyl zeigt außerdem aus meiner Sicht auch, dass wir beides brauchen: eine bessere Entscheidungsfindungskultur, wie du sie ansprechst, und den individuellen Mut zu scheitern und Fehler einzugestehen. Denn die Katastrophe kam ja auch dadurch zustande, dass niemand sagen wollte, dass etwas falsch lief.

Genau das werfen uns ja momentan, nach meinen Erkenntnisses, die Niederlande vor, bezüglich deutscher Krankenhäuser, dass unser Wettberwerbsdenken innerhalb des Gesundheitssystems für Intransparenz sorgt, so dass viele wichtige Informationen (multiresistene Keime) für Präventionen gegen mögliche Epidemien, gar nicht erst geteilt werden. Die Niederlande sagt zu uns, so geht das aber 100%ig schief.

Ähnlich mit dem Festhalten an Bargeld. Der Vorwurf kommt aus den skandivanischen Ländern, dass wir weltweite Geldwäsche willkommen heißen, fördern, erst ermöglichen. Die skandinavischen Länder sagen da zu uns, so haltet Ihr global finanzierte Kriminalität aber am Leben, oder gute alte parteienfreundliche Schwarzgeldkonten.

Naja, hat halt alles eine Kehrseite der Medaille.

Bezüglich Atomkraft noch, die Endlager frage ist ja bis heute nicht zufriedenstellend geklärt. Deshalb finde ich das Argument, es sei safe, auch nicht überzeugend. Ist ähnlich wie die Annahme es hätte noch keinen 3. Weltkrieg gegeben. Wenn man sich die statistischen Zahlen bezüglich Atomwaffentests ansieht, könnte man ohneweiteres argumentieren, den hatten wir ja bereits bei weit über 1000 gesprengten Atomwaffen. So kalt war dann der kalte Krieg wohl doch nicht.

Also Fehlerkultur und das im internationalen Kontext, ganz wichtig, um eine neue Ebene des Verständnisses zu schaffen. Ob ‚radical honesty‘ auch in der Diplomatie oder im Bankenwesen mal ankommen könnte bleibt kulturell interessant zu beobachten. :innocent:

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Dass es sicher ist, sagt keiner. Nur, dass so etwas wie in Tschernobyl nicht hätte passieren können, da die Kernkraftwerke hier anders konstruiert waren/sind.

Ich wette nicht. Aber wenn ich es täte, wüsste ich, worauf ich setze :wink:

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hier nur im Kontext ne aktuelle Geschichte: Russland setzt einen drauf und baut nun sichere Atomkraftwerke auf Schiffen - für die Nachfrage aus Südostasien …

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Im Jahre 2035 sollen es 595 Atomkraftwerke weltweit geben. Die Nummer stammt noch aus Zeiten bevor überhaupt schwimmende Versionen im Gespräch waren. Man kann sich ja vorstellen, dass die Supergau-Rate rein statistisch wahrscheinlicher wird, desto mehr dieser Dinger gebaut werden.

Aber wir brauchen halt den ganzen „Saft“ um durch die stundenlangen Sidequest Missionen bei Open-End-World-Spielen zu kommen (The Witcher 3 z.B.). Oder wir lernen Speedrunning „the art of exploitation of simulated environments“. Ernsthaft jetzt, die Energiefrage ist eine wesentliche. Ich sage da nur Kardashev Skala 0 hinzu Kardkashev Skala 1 (planetares System). Der Übergang ist ziemlich riskant.

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Also, generell lernt man doch viel mehr aus dem Scheitern; man sollte das gesamt gesehen in der Gesellschaft salonfähiger machen. Das würde auch den Druck der stetigen Selbst-Performance und Kontrolle mehr rausnehmen.
Schöne Ansätze find ich so Formate wie Fail-Nights und Shows, bei denen man mal zeigt was so alles ordentlich den Bug runtergerasselt is…
ich hab mal 2016, die Fails der Science und Fiction live gebracht…Die Leute ham das geliebt; jeder sympathisiert mit Scheiternden, weil das jeder schon erlebt hat und keiner davor gewappnet ist.
So geteiltes Leid is halbes…wenn mehr Leute darüber reden würden, hätten wir gesamt gesehen wohl auch mehr Fortschritt und Miteinander.

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