Europa sucht die Startlinie im laufenden Marathon um die globale Technologieführerschaft im Quantencomputing

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Die Entwicklung eines europäischen Quantencomputers ist vergleichbar mit europäischen Vorhaben wie dem Teilchenbeschleuniger CERN oder dem Kernfusionsprojekt ITER. Unser 1E9 Community Mitglied @jannemann ist CEO von Europas einziger kommerziell betriebener Quantencomputer-Unternehmung und hat gerade im Handelsblatt einen Gastbeitrag zur strategischen Bedeutung dieser Technologie verfasst.

Ein gutes Résumé zur aktuellen Situation liefert dieser Abschnitt:

Gerne wird im Rennen um den ersten skalierbaren Quantencomputer das Bild verbreitet, dass wir uns bei diesem Marathon gerade einmal auf den ersten Kilometern befinden. Im Moment besteht allerdings die Gefahr, dass gegen die geballten Laufgemeinschaften aus den USA und China für Europa mit „OpenSuperQ“ nur ein akademischer Athlet antritt. Es bedarf erheblicher Anstrengungen, um bei dem Wettlauf nicht schon kurz nach dem Start aussichtslos abgehängt zu werden.

Informationstechnologien sind - wie mittlerweile jeder verstanden hat - von fundamentaler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaften. Lange galten Quantencomputer als theoretisches Hirngespinst von Physikern, doch kürzlich hat Google ein „Gebrüder Wright“-Moment erzeugt und zum ersten mal gezeigt, dass mittels Quantenrechner Probleme gelöst werden können, die über den Weg klassischer Digitalrechner praktisch unlösbar sind: Quantum Supremacy ist das Schlagwort!

Nun zu den neuen und weniger bekannten Informationen - Europas Problem:
Noch gibt man sich in Europa gelassen und glaubt wohl, dass zukünftig Quantencomputer aus den USA eingekauft werden können. Was sich als fataler Fehler erweisen kann! Im Hinblick auf Exportbeschränkungen zeichnet sich derzeit nämlich schon ein Bild der kommenden Lage ab:

Es gibt bereits ein Verbot für relevante Komponenten, die es unmöglich machen würden, in Europa einen Quantencomputer mit einzelnen US-Bauteilen zu fertigen. US-Insider deuten Europäern gegenüber deshalb an: „Wenn Ihr klug seid, macht es lieber selbst!“

Nicht nur Forschung, sondern insbesondere ein Fokus auf Kommerzialisierung und kommerziell nutzbare Quantentechnologie ist entscheidend. Daher sind es in China und den USA auch insbesondere Tech-Unternehmen aus den ICT-Feldern, die im Wettbewerb um die Technologieführerschaft miteinander ringen. Der Kommentar zur Lage in Europa:

Da es keinen überragenden Tech- und Internet-Konzern und außer der französischen Atos auch keinen Hersteller von Supercomputern in Europa gibt, fehlt der natürliche industrielle Partner.

Und jetzt der für uns erfreuliche Teil:
(neben der Tatsache dass @jannemann mit IQM als ein kommerziell orientierter Mitbewerber im Rennen dabei ist):

Eine Hoffnung knüpft sich an Thierry Breton, den langjährigen Chef von Atos. Frankreich hat mit ihm einen Befürworter eines kraftvollen Quanten-Engagements als künftigen EU-Industrie- und Binnenkommissar benannt. Breton wird in Brüssel eine hörbare Stimme für diese Technologie sein, der zudem bestens in der Wirtschaft vernetzt ist.

Wer wird die neue Technologie in Zukunft beherrschen? Europa wird …

  • die Technologieführerschaft im Bereich Quantencomputer und -technologie erlangen.
  • einen zumindest wettbewerbsfähigen Quantencomputer bauen.
  • zurückfallen und in eine Abhängigkeit von den USA oder China geraten.

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Die Keynote während der 1E9 Konferenz 2019 zu „Shaping the Quantum Future from Europe“ ist hier:

Und der super Beitrag von @Wolfgang zur Frage, was Quantencomputer eigentlich können inkl. spannender Diskussion ist hier zu finden:

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