Tim Berners-Lee: Der Vertrag für das Internet ist da

Im letzten Jahr hatte Tim Berners-Lee dazu aufgerufen, das von ihm erfundene WWW zu retten. Denn er sieht es mit Entsetzen, wie das Netz für Fake News, Manipulation, Hass, Repression, Datensammelei und insgesamt verdammt viel Schindluder missbraucht wird.

Er hatte daher schon Ende 2018 eine Initiative für einen „Vertrag für das Internet“ vorgestellt.

Jetzt hat er diesen fertigen Gesellschaftsvertrag für das Web präsentiert. Dem zufolge soll(en)…

… jeder Zugriff auf das Internet haben.

… Regierungen und Unternehmen sorgen dafür tragen, dass das Internet so weit als möglich verfügbar ist.

… Regierungen und Unternehmen die Datenschutzrechte der Nutzer respektieren.

… Internetnutzer starke Gemeinschaften schaffen und respektvoll mit einander interagieren und debattieren.

… und einiges mehr.

Unterstützt wird dieser Vertrag schon von Google, Microsoft, Reddit, W3C, Telefonica und Twitter.

Der Vertrag ist ein tolles Signal, eine gute Idee. Aber leider ist er natürlich weder rechtlich noch sonst wie bindend.

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Dieser Vertragsvorschlag hat wohl auch nur Symbolcharakter. Das Internet wie wir es heute kennen wird finanziert von Ads, Marketing und e-Commerce. Um wirklich ein freies und egalitäres Internet im Sinne Tim Berners-Lee‘s zu erreichen braucht es entweder andere Geschäftsmodelle, die eine Bewegung zu genau so ein Internet ermöglichen, oder ein Organ wie einen Staat, der Spielregeln einfach setzt. Letzteres tun bekanntlich China und evtl Russland in gewisser Weise. Gegen Bitcoin und co als Digitalinfrastrukutur gedacht kommen jedoch auch sie kaum an.

Daher glaube ich, dass Dezentralisierung und DLT artige Systeme, wenn die usability gut genug wird, evtl zu einem neuen und besseren Internet führen wird.

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