Südkorea will 2030 auf dem Mond landen

Indien und Israel haben es versucht, aber sind vorerst gescheitert. Nun will Südkorea versuchen, das vierte Land zu werden, das erfolgreich eine Sonde auf den Mond bringt. Im Jahr 2030 soll der Start der Mission erfolgen. Bereits zuvor will das Land den Asteroiden Apophis abfangen.

Von Michael Förtsch

Bislang haben es nur drei Länder geschafft, erfolgreich ein Sonde auf dem Mond zu landen. Nämlich die USA, die ehemalige Sowjetunion und zu Letzt die Volksrepublik China, die 2013 ihre Sonde Chang’e-3 auf der staubigen Oberfläche des Erdtrabanten aufsetzte. 2019 haben sowohl die indische Raumfahrtbehörde als auch die israelische Firma SpaceIL Missionen gestartet, aber sind gescheitert. Beide Sonden sind abgestürzt, statt sanft aufzusetzen. Nun will ein weiteres Land einen Versuch unternehmen. Am 25. März 2021 hat der südkoreanische Präsident Moon Jae-in eine Rede im Naro Space Center in Goheung gehalten und angekündigt, dass verstärkt an eigener Raumfahrttechnologie geforscht und ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm entwickelt werden soll.

Der erste Schritt ist der Bau einer mehrheitlich in Südkorea geplanten Trägerrakete samt Raketenbahnhof. Ein Projekt, um ein sogenanntes Korea Space Launch Vehicle zu bauen, gibt es bereits seit 2002 und wird vom russischen Raumfahrtunternehmen GKNPZ Chrunitschew unterstützt. Schon 2009 hatte Südkorea die verhältnismäßig kleine KSLV-I gestartet, die 100 Kilogramm an Nutzlast in den Orbit transportieren kann. Im Herbst 2021 soll erstmals deren Nachfolger starten, der bis zu 2.600 Kilo in den Orbit schleppen soll. Bis 2029 soll eine Rakete gebaut werden, die sogar bis zu 18 Tonnen an Traglast erreichen kann.

Laut Moon Jae-in sollen die kommenden Raumfahrtprojekte auf diesen Raketen aufbauen. Unter anderem, so der südkoreanische Präsident, „werden wir bis 2030 unseren Traum von der Landung auf dem Mond verwirklichen.“ Geplant ist dabei, eine Sonde auf der Oberfläche aufzusetzen, die dann einen Rover freilässt, mit dem die Oberfläche erkundet werden kann. Am Naro Space Center auf einer Insel an der Südspitze von Südkorea sollen daher weitläufige Anlagen zur Erprobung von Raketen und anderen Raumfahrttechnologien aufgebaut werden, die auch für Privatunternehmen zugänglich sein sollen. Ebenso soll staatlich entwickelte Technologie an heimische Start-ups weitergeben werden, um Südkorea langfristig zu einer der großen Raumfahrtnationen der Welt zu machen.

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Bei der Verwirklichung der Raumfahrtambitionen will sich Südkorea nicht nur auf die heimische Industrie und Forschung verlassen, sondern auch internationale Bande und Allianzen knüpfen. Unter anderem soll die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen wie SpaceX gesucht werden, die für beide Seiten förderlich sein könnte. „Wir werden uns aktiv für anspruchsvolle Projekte zur Erforschung des Weltraums einsetzen“, so der südkoreanische Präsident. Bereits vor 2030 will Südkorea eine kleinere Forschungsmission starten. In den kommenden Jahren soll eine Sonde entwickelt werden, die den Asteroiden (99942) Apophis abfangen und studieren soll, der der Erde im Jahr 2029 sehr nahe kommt.

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Teaser-Bild: CC BY-SA 2.5 Torsten Edelmann

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