Hunderte 3D-Scans von Kunstwerken und historischen Artefakten sind jetzt frei verfügbar


Die Website Sketchfab ist die größte Tausch-, Präsentations- und Handelsplattform für 3D-Modelle im Internet. In Zusammenarbeit mit Museen, Galerien und Kunstarchiven soll nun die umfangreichste Sammlung von 3D-Scans von Kunstwerken und Artefakten entstehen. Die sollen gemeinfrei und damit für jeden kostenlos und uneingeschränkt nutzbar sein.

Von Michael Förtsch

Bereits seit mehreren Jahren arbeiten zahlreiche Kunst- und Kulturinstitutionen sowie Museen weltweit daran, ihre Exponate zu digitalisieren. Das geschieht sowohl mit Fotografien aber zunehmend auch mit detailreichen 3D-Scans. Vor allem Skulpturen, Statuen, Schmuckstücke, aber auch Wandverzierungen, Keilschrifttafeln, Präparate und technische Artefakte sollen dadurch in digitaler Form dem Zahn der Zeit trotzen und für die Nachwelt erhalten bleiben. Bis auf einige Ausnahmen waren diese 3D-Modelle jedoch nicht öffentlich zugänglich, einseh- oder nutzbar. Die Institutionen speicherten sie hauptsächlich für die eigenen Archive oder machten sie nur begrenzt auf ihren Plattformen zugänglich. Mit einer Initiative der Online-Plattform Sketchfab könnte sich das nun ändern.

In dem jetzt gestarteten „Public Domain Dedication for 3D Cultural Heritage“-Programm können Kunst- und Kulturinstitutionen die Plattform von Sketchfab nutzen, um 3D-Modelle unter der Creative-Commons-Lizenz CC0 zu veröffentlichen. Damit sind sie dann frei und uneingeschränkt für private aber auch kommerzielle Projekte nutzbar – also quasi gemeinfrei. Sie können ohne eine zusätzlich einzuholende Erlaubnis oder Genehmigung umgestaltet, als Basis für neue 3D-Modelle verwendet, in Videospiele, Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-Erfahrungen integriert werden. Das „macht es für 3D-Ersteller noch einfacher, unglaubliche antike und moderne Artefakte, Objekte und Szenen herunterzuladen und zu verwenden, neu zu erfinden und zu remixen“, schreibt Sketchfab selbst dazu.

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Schon über 1.700 Modelle sind verfügbar

Bereits jetzt haben sich 27 Kunst-, Archiv- und Kulturinstitutionen aus 13 Ländern dem Programm angeschlossen haben. Darunter sind unter anderem The Smithsonian Institution aus den USA, das Digitale Naturhistorische Archiv Darmstadt, die britische Science Museum Group, das Scottish Maritime Museum, das russische State Darwin Museum, das Världskulturmuseerna aus Schweden und das Team Geoinformation der Stadt Jena. Alle teilnehmenden Programmpartner haben zusammen schon über 1.700 3D-Modelle auf die Plattform geladen.

Unter den bereits veröffentlichten 3D-Scans sind beeindruckende Stücke wie die Kommandokapsel von Apollo 11, das Space Shuttle Discovery, eine Armprothese aus dem Jahr 1904, eine Enigma-Maschine, eine komplette schottische Bootsfabrik, der Bismarkturm in Jena und eine Kapellenruine auf der Färöerinsel Koltur. Da das Programm erst gestartet ist, sollen über die kommenden Monate noch zahlreiche weitere 3D-Scans dazukommen. Diese können dann allesamt nach einer Anmeldung bei Sketchfab einfach heruntergeladen und genutzt werden. Wer eine Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-Brille besitzt, der kann die Scans auch via der Sketchfab-Website in 3D betrachten.

Die Macher von Sketchfab wollen in den kommenden Jahren weitere Museen, Sammlungen, Galerien und Kulturinstitutionen dazu gewinnen. Darunter sowohl Organisationen, die bereits über ein 3D-Scan-Archiv verfügen als auch welche, die erst noch beginnen wollen, ihre Bestände zu digitalisieren. „Wenn Sie in einem Museum, einer Galerie oder einem Archiv arbeiten und Hilfe bei der Übertragung der 3D-Modelle ihrer Organisation in die Gemeinfreiheit brauchen, wenden sie sich einfach an uns“, heißt es von Sketchfab. Eine einfache E-Mail an das Unternehmen soll genügen.

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Sehr cool. Und schöne 3D-Darstellung mit den Infos, wie ich finde. Danke für den Input.

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Ja finde auch, da sind einige sehr schöne Teile dabei. Bin gespannt was da alles an Artefakten dazu kommt. Zumal in der Archäologie schon länger mit SFM gearbeitet wird und da etliches an 3D Modellen in den Archiven schlummert.

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Aus der Richtung dürfte definitiv noch einiges kommen. Wäre auch großartig, da sich diese Scans dann auch tatsächlich begehen lassen.

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