Die chinesische Suchmaschinenfirma Baidu will jetz E-Autos bauen

Nach Apple scheint jetzt auch das chinesische Internetunternehmen Baidu in den Markt für Elektroautos einzusteigen. Dafür will die Technologiefirma auf eine Partnerschaft mit dem Autoriesen Geely setzen.

Von Michael Förtsch

Das Unternehmen Baidu wird gerne als das Google von China bezeichnet. Und tatsächlich sind beide Unternehmen vor allem durch ihre Suchmaschinen bekannt. Weltweit ist die Website von Baidu unter den fünf meistaufgerufenen Seiten. Und ebenso wie Google hat Baidu einen Kartendienst, einen Cloud-Speicher- und Rechenservice, ein umsatzstarkes Werbenetz und engagiert sich stark bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Anders als Google oder dessen Holding-Mutter Alphabet könnte Baidu aber bald auch eigene Elektroautos entwickeln.

Zumindest laut einem Bericht von Reuters geht Baidu eine Partnerschaft mit dem chinesischen Autobauer Geely ein, zu dem unter anderem bekannte Marken wie Volvo, Lotus, London Taxi sowie Fahrzeug-Start-ups wie Lynk & Co oder das Flugauto-Unternehmen Terrafugia gehören. Den Reuters-Recherchen zufolge plant Baidu schon bald ein E-Auto-Unternehmen aufzubauen, das eigene Fahrzeuge konzipieren und ausarbeiten soll. Gebaut werden sollen diese dann aber eben in den Werken von Geely.

Baidu will bei seinen Fahrzeugen demnach auf die bereits etablierte und erprobte E-Auto-Plattform Sustainable Experience Architecture von Geely aufbauen. Auf der modularen und aufeinander abgestimmten Kombination aus Elektromotoren, Batterien, Steuer- und Energieübertragungssystemen basieren fast alle neuen Elektrofahrzeuge des Autoriesen. Diese zu übernehmen würde dem geplanten Auto-Start-up von Baidu initial Millionen Euro an Entwicklungs- und Erprobungskosten sparen.

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Nicht das einzige Tech-Unternehmen mit Auto-Ambitionen

Eine komplette Eigenentwicklung von Baidu soll offenbar die Software der Fahrzeuge werden. Damit hat das Tech-Unternehmen durchaus schon Erfahrung. Denn bereits seit mehreren Jahren arbeitet Baidu an der Apollo-Plattform und einem dazugehörigen Betriebssystem namens DuerOS. Die Software für selbstfahrende Fahrzeuge gilt als eine der fortgeschrittensten Systeme neben jenen von Waymo, Tesla, Argo AI oder Zoox. Apollo wird schon jetzt für einen Apollo Go getauften Taxi-Dienst in Peking genutzt. Außerdem ist die Software in die autonomen Lieferfahrzeuge des Start-ups Neolix integriert, die während des Ausbruchs der Corona-Pandemie in Wuhan zur Lieferung von Medikamenten und Nahrungsmitteln eingesetzt wurden.

Baidu ist bei weitem nicht das einzige chinesische Tech-Unternehmen, das in den Markt für Elektroautos einsteigen will. Auch Alibaba, das für seinen Onlinehandelsplatz AliExpress und den Zahlungsdienst AliPay bekannt ist, ging mit einem chinesischen Autobauer eine Allianz ein, um Fahrzeuge zu entwickeln, die mit Alibaba-eigenen Diensten vernetzt sein sollen. Erst Ende letzten Jahres wurde zudem vermeldet, dass der US-Konzern Apple nach Jahren der Entwicklung ein eigenes Auto bauen und womöglich schon 2024 auf den Markt bringen will. Auch der iPhone-Konzern arbeitete bereits seit längerem an eigener Selbstfahr- und Batterietechnologie.

Teaser-Bild: Baidu / Apollo Auto

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