Der Ethereum-Erfinder hat 1 Milliarde Euro an Indien gespendet – in Form der Spaßwährung Shiba Inu

Mit Shiba Inu ist Ende 2020 eine Kryptowährung gestartet, die es mit Dogecoin aufnehmen soll. Im Mai erlebte sie einen rasanten Kursanstieg. Nun spendete der Ethereum-Erfinder mehrere Milliarden der digitalen Hundemünzen für die Bekämpfung des Coronavirus in Indien.

Von Michael Förtsch

Die Kryptowährung Dogecoin wurde einst als Satire auf Bitcoin, Litecoin und ihre zahlreichen Kopien und Abkömmlinge gestartet. Lange war ein Dogecoin nahezu nichts wert. Doch in den vergangenen Monaten änderte sich das geradezu dramatisch. Die digitale Münze mit dem treudoofen Hund mauserte sich zu einem ernsthaften Spekulationsobjekt – und wurde dadurch selbst zum Ziel einer satirischen Antwort in Form einer neuen Kryptowährung.

Mit Shiba Inu – oder kurz Shib oder Shiba – startete ein nur als Ryoshi bekannter Entwickler bereits Ende 2020 die auf Basis der Ethereum-Blockchain aufgebaute Währung, die jedoch nicht nur als lauer Spaß, sondern auch als „Experiment in Sachen Dezentralisierung“ gesehen werden soll. Mit dem Erfolg und den teils drastischen Kursschwankungen von Dogecoin bekam auch Shib immer mehr Aufmerksamkeit.

Seit Anfang Mai 2021 kletterte der Kurs von Shib um Teils 3.000 Prozent nach oben. Das ist beachtlich, auch wenn ein einzelner Shib-Token in der Spitze nur 0,000029 Euro wert war. In Summe machten alle Shib-Token über 11,9 Milliarden Euro aus. Damit rangierte die Satire auf eine Satire-Währung unter den Top 20 der Kryptowährungen. Von diesem Wertgewinn profitierte vor allem einer: der Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin. Der Shib-Entwickler Ryoshi schickte ihm nämlich ungefragt die Hälfte aller Shib-Token. Damit sollten sie künstlich verknappt werden. Als Krypto-Milliardär hätte Vitalik Buterin schließlich keinen Grund, das Hunde-Geld los werden zu wollen. „So lange Vitalik Buterin uns nicht in den Rücken fällt, wird SHIBA wachsen und überleben“, erklärte Ryoshi.

Genau das tat Buterin nun trotzdem, wenn auch aus seinem sehr guten Grund. Nach dem Anstieg von Shib tauschte er von Mittwoch auf Donnerstag mehrere Millionen dieser Token sowie andere Hunde- und Scherzmünzen wie HuskyToken, Moon Rocket Doge, Dogelon und Akita Inu gegen seine eigene und zuletzt stark im Wert gewachsene Währung Ether und sepndete sie an gemeinnützige Projekte. Die restlichen Shib-Token – nämlich genau 50.693.552.078.053 Stück im Gegenwert von zu dieser Zeit rund einer Milliarde Euro – sendete er an die Ethereum-Adresse des India Covid-Crypto Relief Fund, der vom Krypto-Unternehmer Sandeep Nailwal gestartet worden war. Dem hatte Buterin bereits Ende April Kryptowährungen im Wert von rund 414.000 Euro zukommen lassen.

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Die riesige Spende ließ den Kurs von Shib einbrechen. Dennoch versicherte Ryoshi bereits wenig später auf dem offizielle Shiba-Inu-Twitter-Account, dass „Vitalik Buterin uns nicht in den Rücken gefallen ist“. Er sei die Shib-Token nicht aus persönlichem Gewinnstreben losgeworden oder habe willentlich versucht, der Währung zu schaden. Wenn er etwas getan habe, dann habe er mit seiner Spende gezeigt, dass das Hundegeld nicht nur eine Scherzwährung sei. „Wir hätten uns das nicht vorstellen können, als Shib gestartet ist“, so Ryoshi. „Vitalik Buterin hätte jede Währung nutzen können, um diese Spende zu tätigen. Aber er hat Shib gewählt.“

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Teaser-Bild: Getty Images / John Phillips

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