Citizen-Science-Projekt zu CRISRP: Seid dabei!

Von der Wissenschaft wird mit Recht gefordert, kommunikativer und transparenter zu werden. Aber wie macht man das? Wir von Science Bridge probieren ein neues Format – und die 1E9-Community besteht aus idealen Versuchskaninchen: Sie ist einerseits wissenschaftsaffin, andererseits gibt es hier wenige Gentechnik- und Biotechnologie-Nerds wie wir es sind.
Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr diese Experiment verfolgt und uns eure Meinung dazu sagt. Noch besser wäre, wenn einige von euch „mitspielen“ – aber das muss nicht sein!

Wie sieht unser Experiment aus?

Wir haben kürzlich ein Kit entwickelt, mit dem man einen einfachen CRISPR-Cas-Versuch zur Genom-Editierung durchführen kann („Genschere“). Es geht darum, ein Gen auszuschalten, das eine Blaufärbung von Bakterien erlaubt. Wird das Gen mit CRISPR-Cas zerstört, werden die Bakterien farblos (= weiß). Der Versuch ist hier etwas ausführlicher (und verständlich) erklärt:

Es geht uns darum, dass Laien einen hands-on Einblick in die Technologie und eine bessere Vorstellung davon bekommen, was für ein Potential für Pflanzen, Tieren, Bakterien und Menschen (!) darin steckt. Wie bei (fast) jedem wissenschaftlichen Versuch funktioniert nicht alles zu 100 Prozent so, wie man sich das wünscht. Unter sehr vielen Bakterienkolonien, die, wie erwartet weiß geworden sind, gibt es ein paar ganz wenige, blaue „Ausreißer“.


GeCRISPRte Bakterien, die ursprünglich alle mal blau waren, dazwischen ein Ausreißer, bei dem das Experiment anscheinend nicht funktioniert hat.

Und da beginnt die wissenschaftliche Neugier und die Grundlagenforschung!
Für diejenigen, die den Versuch zum ersten mal durchführen, ist er durchaus erfolgreich. Wenn überhaupt, so werden sie vielleicht einen „Ausreißer“ sehen und sich nicht weiter darum kümmern. Für Wissenschaftler sind aber gerade die interessant! Was ist passiert? Wie kann das sein?

Schließlich und endlich könnte eine Antwort auf diese Frage sogar für Anwendungen relevant sein, denn hin und wieder gibt es auch bei Anwendungen Ausreißer. Wie kommen die zustande? Kann man sie vielleicht verhindern? Aber zuerst treibt uns nur die Neugier!

Wir haben nun Pauline, eine Studentin aus unserem kleinen Team, darauf angesetzt und sie versucht zu erforschen, was es mit den Ausreißern auf sich hat. Sie wird ihre Ergebnisse regelmäßig posten und man kann ihre (hoffentlichen) Erfolge (aber auch die Misserfolge) im Blog verfolgen. Jeder kann dazu Fragen stellen oder auch Vorschläge für weitere Versuche machen. Das Spannende: Wir kennen das Ergebnis selbst nicht!

Das Experiment mit euch besteht darin herauszufinden, ob ein solches Format interessant ist, ob es nachvollziehbar ist und ob man damit biowissenschaftliches Vorgehen besser versteht.

Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Das Kit kann in Deutschland leider nicht jeder haben, man braucht dafür ein Sicherheitslabor – wir vermarkten das zunächst nur in USA! Wer aber riesig großes Interesse daran hat – wir machen dazu ab und zu Workshops in Kassel und bei unserem Partner „Gläsernes Labor“ in Berlin. Einfach melden und wir können wahrscheinlich einen Termin finden (nach Corona!).

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@jerome vielleicht auch was für ein Münchner Lab?

@serigala finde euer Vorhaben richtig gut und freue mich auf das Experiment !

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