Blockchain als Basis für nachhaltige Wirtschaftsketten

Die oben verlinkte Antwort soll einen Denkanstoß geben, wie eine Blockchain für jedes nachhaltige Produkt über den gesamten Lebenszyklus angelegt werden kann.

Würde mich freuen :smiley: wenn das hier im Blockchain Zirkel der ein oder andere liest und Feedback zu dieser erstmal in den Grundzügen beschriebenen Idee geben kann.

Das ist in ihrem Ideal eine schöne Idee.

M.E. bedarf es für jedes nachhaltig produzierte Produkt einer Blockchain. Hierüber würden zunächst Hersteller, Modellnummer und Seriennummer gespeichert, dann aber auch alle Teilnehmer der Logistikkette bis hin zum Endverbraucher, wobei alle damit verbundenen Verträge hinterlegt werden.

Allerdings hast du hier, wie in schon vielen derartigen Blockchain-Anwendungsvorschlägen, das Problem, dass eben auch die Quelle der Ausgangsmaterialien verifiziert werden müssten.

Dazu wären einige Punkte in Sachen Datenschutz doch schon sehr bedenklich – insbesondere wenn „Modellnummer und Seriennummer“ bis zum Laden hin gespeichert werden, in dem ich dann mein Produkt kaufe. Denn dadurch würde nachvollziehbar werden – wenn nicht unmittelbar, dann aber doch durch die Vermengung von Metadaten –, was und wann ich etwas gekauft habe; welche Seriennummer eventuell mein Rechnern hat, welche Rechnerkonfiguration ich nutze etc. pp. Das halte ich für schwierig.

Mir ist nicht so ganz klar, warum hier Datenschutzprobleme durch den Einsatz der Blockchain Technologie entstehen sollen, solange jeder in der Wertschöpfungs-/Lieferkette nur Zugriff auf die direkten Verträge mit seinen Handelspartnern hat. Die Speicherung von Modell und Seriennummern sind m. E. unabdingbar für die Abwicklung von Garantiefällen, Reparaturen bis hin zu Rückrufaktionen.

Wichtig im Sinne der Nachhaltigkeit ist darüber hinaus, dass zur optimalen Reparierbarkeit eines Produktes alle ggf. benötigten Ersatzteile inkl. Quelle gespeichert werden. Weiterhin sollten in einer nachhaltigen Wirtschaft für jedes Produkt Reparaturanleitungen frei verfügbar gemacht werden. Es ist in jedem Fall zu verhindern, dass sich die Reparatur eines Produktes nicht mehr lohnt, weil für „Original“ Ersatzteile und durch herstellergebundene Servicepartner stark überhöhte Preise verlangt werden.

In diesem Szenario wäre eine Blockchain mit allen verfügbaren Ersatzteilen inkl. Lieferanten und mit Verlinkung auf Reparaturanleitungen m. E. schon ein äußerst sinnvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit. Oder greift man hier besser auf andere Implementierungstechniken zurück?

Für das Datenschutzproblem sorgt nicht explizit die Blockchain, sondern die Art, wie du Daten speichern willst. Zumindest in der letzten Instanz, in der du vorschlägst, „dann aber auch alle Teilnehmer der Logistikkette bis hin zum Endverbraucher“ zu speichern. Denn das käme einer direkten Verfolgbarkeit des Konsumverhaltens gleich – und wäre, soweit ich mich entsinne, in der EU auch nicht wirklich legal; solche Informationen müssen, denke ich, mittlerweile explizit getrennt gespeichert werden.

Dann „solange jeder in der Wertschöpfungs-/Lieferkette nur Zugriff auf die direkten Verträge mit seinen Handelspartnern hat“; genau dafür wurde die Blockchain aber eigentlich nicht geschaffen, sondern für eine in Breite nachvollziehbare Auslesbarkeit. Eigentlich bräuchtest du für ein derartiges System nicht unbedingt die Blockchain, sondern könntest jedes beliebige Datenbanksystem heranziehen, das wohl auch deutlich effizienter managebar wäre-

Die Speicherung von Modell und Seriennummern sind m. E. unabdingbar für die Abwicklung von Garantiefällen, Reparaturen bis hin zu Rückrufaktionen.

Ja, aber wie gesagt: Das wäre in Sachen Datenschutz, je nachdem mit welchen anderen Daten das in diesem System kombinierbar wäre, ziemlich bedenklich, wenn nicht sogar illegal. Denn es würde potentiell für jeden Teilnehmer der Blockchain oder welcher Datendank auch immer nachvollziehbar machen, wie, wo und was ich gekauft habe.

In diesem Szenario wäre eine Blockchain mit allen verfügbaren Ersatzteilen inkl. Lieferanten und mit Verlinkung auf Reparaturanleitungen m. E. schon ein äußerst sinnvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit. Oder greift man hier besser auf andere Implementierungstechniken zurück?

Meines Erachtens nach: Ja.

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