Angemessene und humane Reaktion auf erneute Migrationsströme

An den Außengrenzen der EU beginnt es wieder zu brennen. Die Türkei öffnet für Migranten seine Grenzen in Richtung Griechenland. Die Griechen auf den betroffenen Inseln und an den Landesgrenzen beginnen zu rebellieren, die griechischen Sicherheitbehöden reagieren mit Gewalt. Die EU und auch Deutschland haben nichts besseres zu tun, als aus Furcht vor einer erneuten Flüchtlingskrise (führte 2015 zu einem massiven Rechtsruck) eine rigorose Abschottungs- und Abschreckungspolitik zu proklamieren.

Aber es gibt einen humanen Gegenentwurf!

Die Flüchtlinge müssen wegen der grassierenden Corona-19 Pandemie zunächst in europäischer Hoheit in Quarantäne inkl. isolierbaren Bereichen und Behandlungeinrichtungen. Dies bedeutet einerseits, an der griechischen Grenze zur Türkei umgehend entsprechende Lager zu errichten. Andererseits müssten geeignete und entsprechend vorbereitete Kreuzfahrtschiffe die überbordenden Migrantenmassen an den griechischen Inseln aufnehmen.

Das Ganze muss Europa finanziell und logistisch stämmen. Ich würde da – um zunächst mal Streit zwischen den EU-Staaten zu vermeiden – diverse humanitäre Hilfsorganisationen und ggf. die eine oder andere Reederei (deren Kreuzfahrt-Stornierungen sowieso gerade durch die Decke gehen) dieses akute Problem lösen lassen. Diese Organisationen sollten über alle Aufwendungen in dieser Angelegenheit Buch führen, um diese dann von der EU bis Mitte des Jahres erstattet zu bekommen.

Gleichzeitig sollte dann europaweit zu einer Migrationsspendenaktion mit dem Titel „EU MAID“ (EU Migration Aid) aufgerufen werden. Damit sollte dann ein Topf unter EU Verwaltung mit Geld aufgefüllt werden. Ggf. Kann sich die EU auch dazu durchringen, die eingegangenen Spenden um das Doppelte aufzustocken, was die Spendenbereitschaft bei den EU-Bürgern wahrscheinlich wesentlich erhöhen würde.

Die EU-weit gesammelten Mittel dienen dann folgenden Zwecken:

  1. Humane adhoc Lösungen von Migrationsströmen an europäischen Außengrenzen

  2. Unterstützungszahlungen an Personen, Gruppen und Organisationen, die Migranten europaweit aufnehmen

  3. Unterstützung von humanen Lösungen der weltweiten Migrationsursachen

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn alle Europäer, die humane Werte schätzen, Geld spenden bzw. ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Migranten erklären. Die Menge derjenigen, die sich an der Aktion „EU MAID“ beteiligen, würde dann eine basisdemokratische Legitimation für die humane Lösungen der Migrationsfragen darstellen. Gleichzeitig wird den Migrationsgegnern von Rechtsaußen der Wind aus den Segeln genommen, weil für diese humane Lösung im ersten Ansatz keine staatlichen Mittel eingesetzt werden und die Unterbringung europaweit durch die Aufnahmewilligen geklärt ist.

Die Rechtsform der „EU MAID“ Organisation sollte so gewählt werden, dass Spenden in ganz Europa steuerlich absetzbar sind. Um die zweckgebundene Verwendung der Spendenmittel zu kontrollieren, sollte im Sinne der Transparenz jeder Unterstützer von "EU MAID“ einen monatlichen Rechenschaftsbericht erhalten.

Das muss doch im Sinne einer wirkungsvollen Deeskalation machbar sein!

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Das Bild passt ja super - Rucksacktouristen… :rofl:

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@lifequest
Das Bild zum Beitrag gefällt mir auch sehr gut. An die Assoziation zu Rucksacktouristen habe ich bei der Auswahl allerdings nicht gedacht.

Vielmehr sind die wandernden, schwarzen Schatten für mich ein schönes Sinnbild für das Unbekannte, das bei vielen Unbehagen auslöst, jedoch –
weil für diese vielen tatsächlich unbekannte Menschen – im Irrationalen verortet ist.

Besonders gut gefällt mir an den abgebildeten Figuren auch die aufrechte und würdevolle Haltung, die intuitiv eine humane Reaktion auf diese Menschen bewirkt.

Einen weiteren, wichtigen und Erfolg versprechenden Lösungsweg hat der langjährige Entwicklungshelfer Kilian Kleinschmidt in der Sendung von Markus Lanz vom 12.3. vorgestellt:

Demnach müssten geeignete Standorte für langfristig sichere Flüchtlingslager gefunden werden. Nach Aufbau dieser Lager und sichergestellter Versorgung könnten die Lager – wie bereits von Herrn Kleinschmidt sehr erfolgreich praktiziert – in feste Siedlungen überführt werden.

Von besonderer Bedeutung dabei ist, dass sich in und um diese Siedlungen dann eine kleine funktionierende Wirtschaftsregion entwickelt und damit auch die bereits ansässigen Unternehmen und Menschen profitieren.

In Summe plädiere ich also für eine sofortige Hilfsaktion, um die menschenunwürdigen bis sogar todbringenden Zustände in Syrien, in der Türkei und in Griechenland zu mildern.

Gleichzeitig muß die politisch begleitete Suche nach sicheren Lagerstandorten beginnen, die dann mittelfristig auch die Perspektive für eine Befestigung und Integration in die Gesellschaft vor Ort bieten.

Diese Maßnahmen sollten dann von der EU-MAID Aktion flankiert werden, wie sie im ursprünglichen/obigen Beitrag beschrieben sind.

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