Amsterdam eröffnet die weltweit erste Stahlbrücke aus dem 3D-Drucker

Die 3D-gedruckte Stahlbrücke in der Innenstadt von Amsterdam. Quelle: MX3D

Die schöne Kulisse Amsterdams wurde letzte Woche um eine 4,5 Tonnen schwere Brücke erweitert. Der Clou: Diese Stahlbrücke stammt aus dem 3D-Drucker und ist damit die weltweit erste Brücke ihrer Art. Die Eröffnung erhielt sogar royalen Besuch.

Von Adriano D’Adamo

Über dem Oudezijds-Achterburgwal-Kanal ragt seit letzter Woche eine neue Brücke. Das wäre eigentlich nichts Besonderes. Immerhin ist Amsterdam mit 1.281 Brücken auf Platz drei der brückenreichsten Städte Europas. Zum Vergleich: Berlin ist auf Platz vier mit 960 Brücken. Aber die zwölf Meter lange Stahlbrücke vom Hersteller MX3D ist die weltweit erste Stahlbrücke, die aus dem 3D-Drucker kommt. Seit 2015 arbeitete das Team an der Brücke und stellte sie 2018 fertig. Der Druckvorgang alleine dauerte sechs Monate.

Bevor sie allerdings letzte Woche offiziell in der Innenstadt von Amsterdam installiert wurde, zeigte MX3D die Stahlbrücke noch auf diversen Messen und Ausstellungen. Nachdem das Unternehmen dann im November 2020 die Genehmigung für den Aufbau der Brücke erhielt, entfernte es die alte Brücke, die über dem Kanal ragte. Zur Eröffnung der 3D-Druck-Brücke kam nun sogar die niederländische Königin Máxima vorbei.

Um das Bauwerk umzusetzen, arbeitete das Team von MX3D mit mehreren anderen Unternehmen zusammen, darunter auch mit Lenovo. Das hauseigene Roboterschweißsystem von MX3D bearbeitete den freistehenden Metalldraht für die Brücke mithilfe eines 3D-Druckverfahrens namens WAAM, was für Wire Arc Additive Manufacturing steht. Neben dem offensichtlichen Zweck zwei Ufer zu verbinden, hat die 3D-gedruckte Brücke eine weitere Funktion.

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Die Stahlbrücke besitzt ein Netzwerk von Sensoren, das Materialbelastung, Vibrationen, Temperaturen, Materialausdehnung und auch die Luftqualität registriert. Diese Daten werden mit einem digitalen Zwilling der Brücke verknüpft, der vom Centre for Smart Infrastructure and Construction der University of Cambridge und dem Alan Turing Institute in London verwaltet wird. In Kombination mit Machine Learning sollen die Daten helfen, weitere Erkenntnisse über 3D-gedruckte Bauwerke aus Stahl und ihre Eigenheiten zu erlangen, aber auch, um frühzeitig zu erkennen, ob die Brücke gewartet werden muss. Dadurch könnte ein Frühwarnsystem entwickelt werden, das warnt, wenn der Zustand der Brücke sich verschlechtert.

MX3D glaubt, dass die Daten zukünftig noch deutlich komplexere, langlebigere und belastbarere 3D-Druck-Konstruktionen erlauben könnten. Vielleicht braucht die nächste Stahlbrücke aus dem 3D-Drucker dann keine drei Jahre in der Entwicklung mehr.

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Teaserbild: MX3D

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