Äthiopien verlagert sein Bildungssystem in die Blockchain

Die Regierung von Äthiopien will das nationale Bildungssystem drastisch digitalisieren. Abschlüsse sollen dafür zukünftig im Blockchain-System der Kryptowährung Cardano gespeichert werden.

Von Michael Förtsch

Kryptowährungen und Blockchain-Projekte gibt es mittlerweile viele. Aber nur wenige sind wirklich erfolgreich oder haben jenseits von Anlage-, Bezahl-, Geld- und Abrechnungssystemen eine echte Funktion und einen Nutzen. Einer, den das frustrierte, war auch Charles Hoskinson, der einst die Kryptowährungen Ethereum mit geschaffen hatte. Im Jahr 2015 gründete er dann Cardano, das Ethereum direkte Konkurrenz machen aber auch zeigen soll, dass die Blockchain-Technologie einen weltweiten Nutzen darstellen kann.

Eines der ersten großen Projekte wurde nun mit der Regierung von Äthiopien vereinbart. Die Technik der Cardano-Blockchain soll zukünftig die Basis für die Schulen und Universitäten des Landes im Osten von Afrika darstellen. Dafür wird für 5 Millionen Schülerinnen, Schüler und Studierende sowie 750.000 Lehrkräfte eine Identität im Cardano-System eingerichtet. Diese sollen dann mit Schuldaten, Prüfungsergebnissen, aber vor allem mit als Zertifikate gespeicherten Schul- und Universitätsabschlüssen verknüpft werden.

Mit dem Projekt soll insbesondere dem Handel und Missbrauch von gefälschten Abschlüssen Einhalt geboten werden. Außerdem soll dadurch die soziale Mobilität gefördert werden. Schnell und einfach sollen sich von Unternehmern die Qualifikationen von Bewerbern überprüfen lassen. Das soll es äthiopischen Schülern und Studierenden zudem einfacher machen, sich im Ausland um eine Anstellung, ein Auslandsjahr oder einen Studienplatz zu bemühen. Ebenso soll die Blockchain den Erfolg der Schülerinnen und Schülern, der Schulen und anderen Bildungseinrichtungen nachverfolgen lassen – und damit helfen, zielgerichtet Bildungsinitiativen zu starten und Lehrpläne anzupassen.

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Schon andere Projekte in Planung

Gleichzeitig mit der Einführung des Blockchain-Systems sollen sowohl Lehrkräfte als auch Lernende mit Tablets und einem Internetzugang ausgestattet werden. Damit soll insbesondere der ländliche Raum gestärkt werden. Umgesetzt wird die Initiative von IOHK, dem in Hong Kong ansässigen Entwickler von Cardano und Atala PRISM ID, dem Identitätssystem, das die Digitalisierung und Verknüpfung von Personendaten im Cardano-Ökosystem erlaubt.

Äthiopien hat schon Pläne über die Schul-Blockchain hinaus. Die Cardano-Blockchain könnte zukünftig ebenfalls genutzt werden, um Kaffeeernten und Lieferungen digital nachverfolgbar zu machen. Und auch als Ticketsystem für den Nahverkehr in der Hauptstadt Addis Abeba und Teil des Gesundheitssystems des Landes, beispielsweise für Impfnachweise, ist die Technik im Gespräch. Auch mit anderen afrikanischen Ländern will Cardano kooperieren – darunter Kenia, Tansania, Nigeria und Südafrika.

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