2021 soll auf dem Mond ein Autorennen stattfinden

Im kommenden Jahr soll ein Start-up für die NASA mehrere wissenschaftliche Geräte zum Mond transportieren. Neben den Sensorgerätschaften sollen auch zwei ferngesteuerte Rennfahrzeuge an Bord sein. Mit denen sollen zwei US-High-School-Teams das erste Wettrennen auf dem Mond veranstalten.

Von Michael Förtsch

Auf dem Mond geht es nicht gerade sonderlich flott zu. Gerade erst hat China mit Chang’e 5 eine Raumsonde gelandet, um Gestein einzusammeln. Davor war mit Chang’e 4 im Januar 2019 ein Rover gelandet worden. Eine Mission der indischen Raumfahrtbehörde ISRO scheiterte dagegen. Ihr Rover Pragyan schlug Ende 2019 auf der Mondoberfläche auf und wurde dabei zerstört. Doch auch der wäre, wie alle bisherigen Mond-Rover, eher gemütlich über die Oberfläche gerollt. Aber bald könnte der feine Staub, der den Erdtrabanten bedeckt, kräftig aufgewühlt werden. Denn ein Start-up plant nun ein Autorennen auf der Mondoberfläche.

Das Unternehmen namens Moon Mark wurde gegründet, um High-School-Schülern aus den USA besondere Lern- und Ausbildungserlebnisse zu bieten. Und genau darum geht es auch, schreibt Moon Mark. Über mehrere Wochen des kommenden Jahres sollen Schüler aus den ganzen USA dazu aufgerufen werden, Fahrzeuge zu gestalten, die im Oktober 2021 von einer Falcon-9-Rakete von SpaceX zum Mond gebracht werden sollen: Zwei davon sollen dann tatsächlich auf den Mond fliegen. Die beiden Fahrzeuge sollen natürlich keine ausgefeilten und mehrere Tonnen-schweren PKW sein, sondern ferngesteuerte Rennmodelle, die je unter 2,5 Kilogramm wiegen sollen.

Unterstützt werden die Schüler bei der Umsetzung der Fahrzeuge von Experten: dem McLaren-P1-Designer Frank Stephenson und Ingenieuren vom Robotik-Unternehmen Lunar Outpost. Für die Verbindung zur Erde soll das US-Luft- und Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines sorgen. Letzteres hat bereits Langstreckendrohnen konzipiert und wurde von der NASA ausgewählt, um mit Nova-C ein Mondlandesystem zu bauen, mit dem Laser-Reflektor-, Laser-Scanner- und Kamerasysteme auf den Erdtrabanten gebracht werden sollen. Bei eben dieser IM-1 getauften NASA-Mission im Oktober 2021 sollen auch die beiden Fahrzeuge an Bord sein.

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Sollte die Landung mit dem Nova-C-Lander auf dem Mond gelingen, sollen zwei Teams von High-School-Schülern dann ihre beiden ferngesteuerten Rennflitzer über die Mondoberfläche nahe einer Region namens Vallis Schröteri scheuchen. Dabei sollen sie von Live-Kameras gefilmt und die Bilder in alle Welt übertragen werden. „Diese inspirierende Geschichte […] wird zum entscheidenden Moment einer Generation und wird alle Menschen in allen Kulturen vereinen“, bewirbt Moon Mark die Aktion. Ausgewählt werden sollen die beiden Teams, die letztlich fahren dürfen, durch einen landesweiten Wettbewerb, bei dem Schüler ihr Können und Wissen rund um die Raumfahrt, Drohnen und Technologien beweisen sollen.

Der Kurs den die Rennfahrer bewältigen müssen, steht derzeit noch nicht fest, soll aber anhand von Fotografien und Scans der Mondoberfläche festgelegt werden. Und zwar von Hermann Tilke, der zuletzt alle wichtigen Strecken für die Formel 1 gestaltet hat. Eine besondere Herausforderung dürfte der Lag sein, mit dem die Schüler bei der Steuerung zu kämpfen haben. Denn die Steuerungssignale brauchen 1,3 Sekunden, um die Entfernung Erde-Mond zurückzulegen, und dann nochmals 1,3 Sekunden, bevor die Bilder vom Mond die Erde erreichen. Wie gut sich ein Rennen mit einer solch massiven Verzögerung bewältigen lässt, das ist noch offen.

Auch weitere Fragen sind noch unbeantwortet. Unter anderem, wie schnell die Mondrenner unterwegs sein werden, wie die Strecke eigentlich markiert sein wird, die die Schüler bewältigen sollen, oder wer eigentlich die ganze Unternehmung finanziert. Moon Mark verspricht, dass viele der offenen Fragen im kommenden Jahr beantwortet werden und ein sehr großes Team mitsamt einigen bekannten Namen daran arbeite, das mehr als außergewöhnliche Projekt umzusetzen.

Teaser-Bild: Moon Mark

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Zwecks dem trash- Faktor durch die Verzögerungszeit der Signale und dem ferngesteuerten Fahren… Würde sich doch eine Hebocon (Schrott Roboter Ralley/Wettkampf) besser eignen… (?) Wir sollten das mal vorschlagen… :wink::blush::rocket:

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Wieso nicht. Wäre sicher auch nett anzusehen. Wobei die Planer wohl schon so auf High-Tech setzen wollen, weil Future und so ; )

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Die Hebocon lehrt ja eine Sache ganz gut: Verlieren lernen. Denke, bei den ganzen Raumfahrt-Pleiten, all den verschossenen Raketen., und dem Erfolgsdruck könnte son Schrott-Roboter Wettbewerb wieder bissi Relaxation in die Karrieren bringen… :wink::sparkles::sweat_smile:

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