Jemand hat die Asche von Star-Trek-Darsteller James Doohan auf die ISS geschmuggelt

Vor über 15 Jahren ist der Star-Trek-Darsteller James Doohan verstorben. Sein Wunsch war es, im Weltall beigesetzt zu werden. Mehrere Versuche schlugen fehl. Nun hat der Weltraum-Tourist Richard Garriott enthüllt, dass er die Asche von Scotty heimlich auf die ISS geschmuggelt hat.

Von Michael Förtsch

Neben William Shatner und Leonard Nimoy ist James Doohan wohl das bekannteste Gesicht der Besatzung der USS Enterprise aus der Star-Trek-Original-Serie und der angeschlossenen Filmreihe. Denn er spielte Montgomery Scott, den Chef-Ingenieur der NCC-1701, der kritische Reparaturen in Rekordzeit möglich machte und seine Kollegen hoch-beamte, wenn es bei einer Mission eng wurde. Außerdem hatte er in der Serie zahlreiche Sprechrollen übernommen. Im Juli 2005 starb James Doohan mit 85 Jahren in Redmond, Washington. Laut seinen Kindern habe er seine Rolle als Scotty geliebt und hatte daher den Wunsch, im Weltall beigesetzt zu werden.

Zwei Mal wurde bereits versucht, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Einmal mit einer SpaceLoft-XL-Rakete des Unternehmens UP Aerospace im April 2007 und im August 2008 mit einer Falcon 1 von SpaceX. Beide Starts waren jedoch Misserfolge. Wie nun aufgedeckt wurde, hat es James Doohan inzwischen trotzdem ins All geschafft. Verantwortlich dafür ist der einst mit der Ultima-Reihe bekannt und reich gewordene Videospielentwickler Richard Garriott. Die US-Firma Space Adventures hatte für ihn für mehrere Millionen US-Dollar eine Reise zur Internationalen Raumstation organisiert. Im Oktober 2008 startete er mit einer russischen Rakete und verbrachte mehrere Tage an Bord der Raumstation.

Während dieser Zeit proudzierte Garriott mit Apogee of Fear den ersten vollständig im Weltraum gedrehten Film und führte außerdem mehrere Experimente durch. Außerdem hatte er kleine Gedenkkarten dabei, die an James Doohan erinnern sollten und in die Krümel seiner Asche einlaminiert wurden. Eine der Karten wurde ins All geworfen, eine andere klemmte Garriott unter eine Bodenverkleidung des Columbus-Moduls der Raumstation, wo sie auch heute noch stecken soll. Wie Richard Garriott der britischen Tageszeitung Times sagte, sei das alles „vollkommen geheim“ gewesen. Er habe die Kärtchen ins All geschmuggelt. Denn offizielle Anfragen der Familie, die Asche von Doohan auf die ISS zubringen, seien mehrfach abgelehnt worden.

In der Atmosphäre verglüht

Bislang sollen nur Garriott selbst und die Familie davon gewusst haben. „Seine Familie hat sich sehr gefreut, dass die Asche es nach oben geschafft hat, aber wir waren alle enttäuscht, dass wir so lange nicht öffentlich darüber sprechen konnten“, so Garriott. Nach all den Jahren sei aber an der Zeit, das Geheimnis zu lüften. Denn mittlerweile sei nicht mehr damit zu rechnen, dass er oder sonst irgendwer Ärger für diese unautorisierte Beinsetzung bekommt. Auch weil es James Doohan zwischenzeitlich ganz offiziell ins All schaffte.

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Am 22. Mai 2012 startete die Asche mehrerer Verstorbener, darunter auch Doohan, bei einer Nachschub-Mission mit einer Dragon-2-Kapsel für die Internationale Raumstation ins All. Die Asche war in einem kleinen Kanister auf der Spitze der zweiten Raketenstufe einer Falcon 9 angebracht. Diese trudelte nach der Abtrennung von der Dragon-2-Kapsel für rund ein Jahr im Orbit der Erde umher und trat dann wieder in die Erdatmosphäre ein. Der Kanister und die Asche verglühten dabei. Organisiert worden war der Transport von einem Unternehmen namens Celestis, das bereits seit 2005 mit SpaceX zusammenarbeitet.

Teaser-Image: CBS Television

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… Wenn wir nicht so viel Schrott in der Umlaufbahn hätten., könnte man doch so eine Art ‚Friedwald‘ im All aufbauen… Wette ne Menge Menschen würden sich gerne ins All schießen lassen., ich incl. :wink::rocket:

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Genau das bietet Celestis doch an :grimacing:

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