Elon Musk lässt grüßen: Münchner Firma löst fundamentales Problem im autonomen Fahren

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Kürzlich bezeichnete Elon Musk auf Tesla’s erstem Autonomy Day solche Hersteller von autonomen Fahrzeugen, die für die Navigation hauptsächlich auf Lidar Technologie setzen als “doomed”. Gleichzeitig tönt er:

Once you solve vision, [LIDAR]'s worthless

Was nach einer Verheißung für die Zukunft klingt ist nun vielleicht schon heute Realität: Wie CBS aus den USA berichten hat die Münchner Firma Artisense auf der führenden Messe für autonome Systeme in Chicago eine Lösung für das “Vision” Problem demonstriert. Eine funktionsfähige Lösung konnte das Münchner Startup inmitten globaler Unternehmen anscheinende als einzige Firma demonstrieren. Der TV Beitrat ist hier zu sehen

Elon’s "War on Lidar"

Tesla’s erster Autonomy Day hat in der Industrie eingeschlagen wie eine Bombe.
Eine Zusammenfassung findet sich zum Beispiel hier auf Techcrunch.
Forbes haben auch berichtet.

Kein andere als Andrej Karparthy leitet Tesla’s AI Unit. Er erklärt Elon’s Aussage wie folgt:

… the world is built for visual recognition. Lidar systems, he said, have a hard time deciphering between a plastic bag and a rubber tire. Large scale neural network training and visual recognition are necessary for Level 4 and Level 5 autonomy, he said.

“In that sense, lidar is really a shortcut,” Karparthy said. “It sidesteps the fundamental problems, the important problem of visual recognition, that is necessary for autonomy. It gives a false sense of progress, and is ultimately a crutch. It does give, like, really fast demos!”

Elon selbst erklärt sich pathetischer:

“Lidar is a fool’s errand,” Elon Musk said. “Anyone relying on lidar is doomed. Doomed! [They are] expensive sensors that are unnecessary. It’s like having a whole bunch of expensive appendices. Like, one appendix is bad, well now you have a whole bunch of them, it’s ridiculous, you’ll see.”

Kameras und das Sehen wie Menschen: "Breakthrough Algorithms Required!"

Eine ausgewogener Diskussion in großer Detailtiefe findet sich auf diesem Expertenblog.

Eine Schlüsselaussage ist diese hier:

Because using cameras requires algorithmic breakthroughs, it is very hard to predict just when they might be good enough for driving.

Tesla’s Position wird in diesem Blog auch aufgegriffen. Es ist im Wesentlichen eine Wette auf algorithmische Durchbrüche im Bereich Software und Computer Vision. Wer hat Recht? --> TIME WILL TELL

Tesla famously deprecates LIDAR, calling it a “crutch” and “lame.” Their strategy is to do it all with 8 cameras and radar. Their thesis is as follows: Doing real self-driving requires superb computer vision. So superb, they argue, that once you have it, LIDAR tells you nothing extra. This high level computer vision they hope for is able to detect obstacles at very near 100% reliability and know their distance in all situations.

If you have such computer vision, Tesla believes, you wasted your time developing on LIDAR that no longer offers any advantage. Most other teams believe that LIDARs advantages are too strong, and the day when vision is this good is too far away and too hard to predict. They feel they can make a safe, working robocar sooner with a combination of LIDAR and “very good” computer vision instead of near-perfect computer vision.

Time will tell.

Ist ein Durchbruch aus München heraus gelungen?

Die Firma Artisense, von denen die US-Amerikanischen CBS News berichten sind keine Unbekannten..

Kürzlich hat die WiWo die Firma als “Retter der deutschen Autobauer” bezeichnet. (Leider ist der Artikel hinter einer Paywall… :frowning: )

Die Partner Bombardier und Alba setzen auf die low-cost Artisense Technologie und wollen diese in Straßenbahnen zur Erhöhung der Sicherheit und in den Wägen der Müllabfuhr einsetzen!. In Berlin hat die Firma zusammen mit diesen Partnern bereits mehrere tausend Kilometer Strassenzüge als 3D Karte aufgenommen.

Dass sich hinter den Algorithmen der Firma weltweit führendes know-how und Expertise befindet deutet auf den Mitgründer Prof. Daniel Cremers der TUM hin.
Dieser hat für seine führenden Arbeiten im Bereich maschinellen Sehens u.a. die Leibniz Medaille als Informatiker gewonnen:

In oben angeführten Expertenblog wird unter anderem Daimler’s 6D Vision Plattform aufgeführt als ein Beispiel für signifikante Fortschritte im Bereich computer vision, die auf einen notwendigen Durchbruch hinweisen. Diese Plattform hat 2011 sogar den Deutschen Zukunftspreis gewonnen.
Etwas Recherche zeigt, dass auch hier Prof. Cremers mit seinen Arbeiten involviert war.

Auf der führenden Messe für autonome Systeme in Chicago hat sich Artisense offensichtlich als Einzigartig präsentieren können:

At the trade show, those companies couldn’t use their self-driving cars because the GPS systems didn’t work inside the building, but Artisense didn’t have a problem. The camera-based system creates a 3D real-time construction of the world around it. That means the system works in any environment, parking garages, tunnels or busy downtown streets.

Das lässt hoffen, dass die Firma vielleicht wirklich den von Allen gesuchten Durchbruch aus München heraus geschafft hat. Jetzt muss nur noch die heimische Industrie die Situation ähnlich einschätzen - sonst wird deren Innovation womöglich zuerst in Fahrzeugen anderer Hersteller zu sehen sein.

Demonstriert wurde das Artisense Produkt in Chicago nicht in einem fancy Porsche, BMW, Audi oder Daimler Auto sondern einem Pech-schwarzen TESLA Model 3. Ob das so bleibt - “TIME WILL TELL”

Du willst Artisense und Prof. Cremers treffen, mehr erfahren, wie er und andere führende Köpfe aus Start-ups, Tech-Konzernen und der Wissenschaft die Zukunft sehen? Du willst erleben, wie Künstlerinnen und Künstler mit neuen Technologien atemberaubende Werke erschaffen? Du willst mitreden, wenn es um unsere Zukunft geht? Dann sichere dir dein Ticket für 1E9 the_conference! Das Tech-Event des Jahres am 11. Juli 2019 in München.

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Und die WiWo meldet sich hierzu auch zu Wort: Autonomes Fahren: Tesla und Waymo streiten um die Orientierung

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