Die NASA-Sonde Lucy trägt Botschaften für die Menschen der Zukunft

Mitte Oktober soll eine NASA-Sonde starten, um den Asteroidengürtel zu studieren, der mit dem Jupiter die Sonne umkreist. Die Sonde wird nach ihrer Mission wohl Jahrtausende im Sonnensystem umherschwirren. Daher hat die NASA ihr eine Plakette mitgegeben, die die Menschen der Zukunft irgendwann finden sollen.

Von Michael Förtsch

Schaut jemand durch eine Teleskop und nimmt den Jupiter ins Visier, dann wirkt er ziemlich alleine im All. In Wahrheit jedoch ist der Planet von unzähligen Asteroiden umgeben, die auf der gleichen Bahn wie er die Sonne umkreisen. Am 16. Oktober dieses Jahres will die NASA mit Lucy eine Raumsonde starten. Die soll den Asteroidengürtel ansteuern und zunächst 2025 den Hauptgürtelasteroiden (52246) Donaldjohanson, der nach dem Entdecker des Lucy-Fossils benannt wurde, passieren und Daten sammeln. Zwei Jahre später soll sie den Asteroidengürtel erneut streifen, und zwar den Abschnitt, der dem Jupiter in seiner Umlaufbahn vorauseilt.

Um das Jahr 2031 soll Lucy in Richtung Erde lenken und durch die Zugkraft der Gravitation erneut in Richtung des Asteroidengürtels geworfen werden, um den Doppelsteroiden (617) Patroclus-Menoetius zu studieren – und ihre Mission zu beenden. Daraufhin wird Lucy wohl für „Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen von Jahren“ in einer Bahn um die sogenannten Kordylewskische Wolken zwischen Mond, Erde und dem Asteroidengürtel verharren, wie die NASA erklärt. Die Mission, hoffen die Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde, könnte Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems und dessen Planeten geben. Denn bei den Asteroiden, den sogenannten Trojanern, handelt es sich um Fossilien aus den Frühzeiten unserer kosmischen Heimat.

Wie die NASA jetzt angekündigt hat, wird die Sonde aber nicht nur wissenschaftliche Instrumente wie eine hochauflösende Kamera und verschiedene Spektrometer an Bord haben. Sondern auch eine Art Zeitkapseln. Nämlich in Form einer Plakette, die auf der Außenseite der Sonde angebracht ist. Die zeigt das Startdatum von Lucy, die Positon der Planeten zu diesem Zeitpunkt und zahlreiche Zitate von prominenten Denkern und wichtigen Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Olga Tokarczuk, George Harrison, Carl Sagan und Rita Dove.

Nicht für Aliens, sondern für Menschen

Raumsonden, die mutmaßlich auf ewig im All umhertrudeln werden, Botschaften mitzugeben ist keine neue Idee. Bereits die 1972 und 1973 gestarteten Sonden Pioneer 10 und 11 trugen Aluminiumplaketten, die mit Gold überzogen waren und möglichen intelligenten Außerirdischen mitteilen sollten, wie Menschen aussehen und wo sie zu finden sind. Aber anders als bei diesen Sonden ist die Plakette von Lucy nicht für Aliens gedacht, sondern für die Menschheit. Aufgrund ihrer Flugbahn sei es, schreiben die Ingenieure der NASA, „leicht vorstellbar, dass eines Tages in ferner Zukunft unsere Nachfahren Lucy zwischen den Planeten finden“ werden.

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„Die NASA bringt diese Plakette mit der Hoffnung an, dass die Erforschung des Weltraums weitergeht und eines Tages Astro-Archäologen zu den Planeten reisen und dieses Raumschiff als Artefakt der frühen Tage bergen können“, so die NASA in einem Statement. Die Sonde selbst und ihre Plakette, die am 9. Juli 2021 angebracht wurde, wären dadurch eine Art geplantes Fundstück für diejenigen, die möglicherweise nach uns kommen. Lucy könnte ihnen helfen, die ersten Schritte der Menschheit ins All besser nachzuvollziehen und zu verstehen, was sie von Jahrhunderten und Jahrtausenden inspirierte.

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