China könnte den Bitcoin kurz mal ausknipsen, aber sein Nimbus steht wie eine 1

Nach einiger Zeit der Ausnüchterung nimmt der Bitcoin-Enthusiasmus gerade wieder ordentlich Fahrt auf:

Was mich im Bitcoin-Space immer verblüfft hat, ist das kollisionsfreie Nebeneinanderexistieren von zwei konträren „Erzählungen“, durchaus vergleichbar mit der christlichen Schöpfungsgeschichte und der Evolutionstheorie, die ja viele Menschen gleichzeitig als Wahrheit begreifen. In der Schöpfungsgeschichte von Bitcoin ist die Währung bekanntlich das neue funky Geld, eine technologiegewordene Reaktion auf die Auswüchse der Finanzindustrie – dezentral, global und dadurch zensurresistent.

Evolviert ist Bitcoin aber in eine hauptsächlich chinesische Angelegenheit: Ein Großteil der „Mining Power“ ist in China zentralisiert. Das weiß jeder, der sich mit Bitcoin befasst, stört die Fanboys jedoch anscheinend gar nicht. Dabei hat ein User namens Galgitron einmal sehr plakativ aufgeschrieben, was es bedeuten könnte:

http://galgitron.net/Post/How-China-Can-Kill-Bitcoin

Wenn China seine traditionell bitcoin-kritische Haltung einmal rigoros durchexerzieren wollte, müsste die Regierung einfach nur die Top 4 Mining-Pools des Landes zwingen, eine 51%-Attacke durchzuführen und fertig ist die Laube:

[T]he impact of the news that China CAN, WOULD, and DID double-spend Bitcoin will shake the crypto world to its core, disproving every anarchist’s fervent assertion that Bitcoin can’t be cracked. It’s all about the message, not the money.

Aber der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Das nächste Allzeithoch kommt bestimmt.

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Ah, aber China dezentralisiert sich, dann macht ja alles wieder halbwegs Sinn. :wink:

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Mit Bitcoin-Optionen wird es vor allem für professionelle Anleger leichter, Bitcoin-Investments abzusichern und an den Bewegungen der Kryptowährung zu partizipieren

Das Zitat stammt aus dem Tagesschau-Artikel, den du verlinkt hast @Golo.

Ich weiß ja nicht, ob es im Sinne des „Erfinders“ ist – und wir werden ihn/sie auch nie fragen können – dass der Bitcoin jetzt zum Finanzprodukt für professionelle Anleger wird. Eben jene Gruppe von Anlegern also, die an der Finanzkrise nicht gerade unbeteiligt war…

Alle, die BTC halten, um zu spekulieren und von ggf. steigenden Kursen zu profitieren, freut das sicher. Aber idealistisch klingt das für mich nicht mehr.

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Da würde ich jetzt aber widersprechen. Viele in der Community sorgen sich durchaus darum, dass China eine derart starke Hand auf Bitcoin gelegt hat. Und es gab schon mehrfach Debatten, ob und wie sich der Anteil an der Mining-Power „zurückerobern“ ließe.

Natürlich existiert aber auch die Überzeugung, dass China Bitcoin nicht einfach ausknipsen würde, weil – trotz gegensätzlicher Behauptungen – chinesische Unternehmen und vlt. sogar die chinesische Regierung selbst massig an Bitcoin-Vermögen besitzen, dessen Wertverfall nicht riskiert werden soll.

Ein Grund warum wohl gerade auch das hier passiert: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/china-bitcoin-regulation-1.4744115

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Vielleicht schauen wir ja auf unterschiedliche Bubbles. In meiner taucht die Vokabel „decentralized“ im Kontext BTC sehr oft auf.

Und seine Haltung zu Bitcoin hat China in den Jahren, in denen ich die Szene verfolge, fast quartalsweise geändert. Es ging ja sogar das Gerücht rum, dass die chinesischen Verantwortlichen bewusst rumeiern, um den Kurs zu manipulieren. Aber wie gesagt: Das nächste Alltimehigh kommt sowieso, weil Fundamentalbewertungen in der jetzigen Phase eh noch keine Rolle spielen.