9 Kurzfilme über die wundersamen Geheimnisse des Weltalls

Die Zukunft der Menschheit liegt im Weltall. Davon sind zahlreiche Visionäre und Forscher überzeugt. Dabei wissen wir immer noch sehr wenig darüber, was da draußen im All tatsächlich auf uns wartet – oder was von dort zu uns kommen könnte. Wir haben neun Kurzfilme zusammengesucht, die darüber nachdenken lassen.

Es ist sowohl faszinierend als auch etwas erschreckend, wie wenig wir bisher über den Kosmos wissen. Wir schauen und horchen mit riesigen Teleskopen in das Weltall, schicken Sonden in die Tiefen des Raums und harren der Daten, die sie zurückfunken. Wir konnten dadurch ferne Planeten, Sonnen und sogar ein schwarzes Loch ausmachen. Es sind überwältigende und wichtige Entdeckungen. Aber sie lassen oft mehr Fragen aufkommen als sie beantworten. Was da draußen alles wirklich existiert, wie unser Universum funktioniert, das wissen wir nicht wirklich. Zu groß ist die Weite jenseits unserer Erde und zu begrenzt unsere Möglichkeiten.

Sind da draußen noch andere Lebensformen? Gibt es Orte, an denen die uns vertrauten Gesetze der Physik vielleicht nicht mehr gelten? Diese Ungewissheit treibt auch junge Filmemacher um. In Kurzfilmen entwickeln sie reizvolle Visionen außerirdischer Welten, unbekannter Phänome und Ideen davon, wie wir damit umgehen könnten, wenn wir auf sie treffen. Diese verpacken sie in grandios inszenierte Szenen und ergreifende Bilder, die stellenweise auch der großen Leinwand würdig wären.

Stardust

Im Jahre 1977 hat die Sonde Voyager 1 die Erde verlassen. Sie sah Jupiter, Saturn und deren Monde. Seitdem fliegt sie immer weiter und weiter – dorthin, wo Menschen wohl erst in hunderten Jahren gelangen werden. Fast 22 Milliarden Kilometer ist sie mittlerweile von ihrem Zuhause entfernt. Dennoch sendet sie, was einem Wunder gleichkommt, ihre Daten weiterhin zurück zur Erde. In Stardust versucht Mischa Rozema jene Unglaublichkeiten zu illustrieren, deren Zeuge Voyager 1 bislang werden durfte. Aber ebenso spekuliert er darüber, welche irrealen Szenerien sie wohl noch sehen könnte – wenn sie nur weiterhin ihrem Pfad in den Kosmos folgt.

Panacée

In nicht allzu ferner Zukunft reisen die Menschen in die Tiefen des Alls, um neue Vorposten zu errichten und Planeten zu besiedeln. Aber auch um unbekannte Welten und fremde Wesen zu entdecken und zu dokumentieren. Im Kurzfilm Panacée haben gerade zwei Astronautinnen auf einem mysteriösen Planeten aufgesetzt und marschieren nun los, um die aus Fels und Wasser bestehende Oberfläche zu erkunden. Dabei stoßen sie auf ein mystisches Relikt, das sie hinfort zieht. Der Filmemacher Jules Boulain-Adenis macht sich nicht viel Mühe zu erklären, was genau in seinem Zeichentrickexperiment passiert – doch genau das macht auch dessen Faszination aus.

The Comet

Im August 2014 erreichte die ESA-Sonde Rosetta den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Sie schoss dabei unzählige Bilder und setzte letztlich auf der Kometenoberfläche auf. Ihre Daten sollten zeigen, ob 67P tatsächlich zur Entstehung des Lebens auf der Erde beigetragen haben könnte. Der österreichische Filmemacher Christian Stangl hat über 400.000 Bilder und Sensordaten der Sonde von der ESA geordert. Diese hat er dann gemeinsam mit seinem Bruder, dem Komponisten Wolfgang Stangl, zu einem imposanten Kurzfilm kombiniert, der glatt als Intro zu einem Science-Fiction-Film durchgehen könnte – und zeigt, wie bildschön doch so ein Felsklumpel im All sein kann.

The Narrow World

Wir wissen nicht, ob es intelligentes Leben auf anderen Planeten gibt. Und erst recht nicht, ob wir es jemals kennenlernen könnten. Aber was, wenn? Würden wir mit diesen Wesen kommunizieren, ihren Geist und ihre Beweggründe ergründen können? Genau darum geht’s im Kurzfilm The Narrow World von Brent Bonacorso, in dem ein riesiger Roboter auf der Erde landet. Doch statt anzugreifen oder zu versuchen, sich verständlich zu machen, läuft er lediglich herum und setzt sich an den Strand, um auf das Meer hinaus zu starren. Und genau das bereitet denen, die ihn erforschen wollen, echtes Kopfzerbrechen.

FTL

Der Astronaut Ethan Kane ist ein Pionier. Als erster Mensch reist er in einem experimentellen Raumschiff schneller als das Licht. Zunächst geht dabei auch alles nach Plan. Binnen weniger Sekunden springt er von der Erde zum Mars. Die ganze Welt jubelt. Doch dann spielen die Triebwerke des Longshot getauften Raumgleiters verrückt und Kane wird ziellos durch den Kosmos geschleudert. Als die Überlichtreise endlich endet, wird er bereits erwartet. Der Science-Fiction-Kurzfilm von Adam Stern ist beeindruckend inszeniert, liefert märchenhafte Bilder und auch ein emotionales Drama.

Project Kronos

Wir wollen hinaus in die Weiten des Alls, neue Welten entdecken und Geheimnisse lüften. Aber der Mensch ist nicht dafür gemacht. Unsere Körper sind zu anfällig und schwach; sie können Strahlung, dem Vakuum des Weltraums und dem Lauf der Zeit nicht gut widerstehen. Daher erdenken Wissenschaftler und Ingenieure in Hasraf Dululls Kurzfilm Project Kronos eine neue Möglichkeit, um menschlichen Astronauten interstellare Reisen zu ermöglichen. Sie befreien sie von ihrer fleischlichen Hülle. Aber sind das dann tatsächlich noch Menschen? Eine faszinierende Frage, die der Regisseur zwischenzeitlich im Langfilm Beyond weitergesponnen hat.

Wanderers

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die Menschheit andere Sternensysteme erreicht. Und das ist vielleicht auch ganz okay. Denn unser Sonnensystem bietet genug mystische Geheimnisse und entrückte Orte, um uns auf Jahrhunderte hinweg zu fesseln. Darum geht es in Wanderers von Erik Wernquist, der darin die Eroberung der uns nächsten Planeten durch die Menschheit illustriert – und dafür, wie er gerne eingesteht, Ideen und Konzepte von Autoren wie Arthur C. Clarke und Kim Stanley Robinson stibitzt hat. Sei es ein Weltraumaufzug, eine Kolonie auf einem riesigen Asteroiden oder Luftschiffe in der Atmosphäre der Venus.

Grounded

Etwas geht schief und das Raumschiff eines namenlosen Astronauten trudelt in die Atmosphäre eines unbekannten Planeten. Er überlebt den Absturz und erwacht. Was er dort allerdings vorfindet, ist der Leichnam eines weiteren Raumfahrers – einer, der ihm bis aufs Haar gleicht. Und dieser ist auch nicht der letzte Doppelgänger, der auf dem Planeten ankommt. Special-Effects-Künstler und Regisseur Kevin Margo spielt in dem aufwenigen Science-Fiction-Kurzfilm mit zahlreichen verschiedenen Themen. Darunter sind vor allem die Angst vor dem Alter und dem Tod aber auch die Unvorhersehbarkeit der Reise ins Unbekannte.

Telescope

Im Jahre 2183 ist die Menschheit weit hinaus ins All gezogen. Denn die Erde war nicht mehr zu retten. Ein Astroarchäologe will nun aber dafür sorgen, dass sie nicht vergessen wird und will den blauen Planeten daher so ablichten, wie er vor der Klimakatastrophe aussah. Dafür muss er sich jedoch immer weiter von ihr entfernen. Er muss das Licht einholen, das die Erde vor fast zwei Jahrhunderten verlassen hat. Denn dadurch kann er mit seinem Teleskop in die Vergangenheit schauen. Es ist eine brillante Idee, die die Regisseure Collin Davis und Matt Litwiller mit Telescope umgesetzt haben. Eine, in der auch die Erkenntnis mitschwingt, dass vieles, was der Menschheit heute gut bekannt ist, morgen schon zum Mythos und zur Legende verkommen kann.

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Vielen Dank für die Inspiration. #PostPanic :wink:

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