Wenn Spielejournalisten alles umsonst bekommen

Harter Vorwurf, den ich so nicht unterschreiben wollen würde. Vor allem da du hier den konkreten Kontext unterschlägst ; )

Grund für die Negativwertungen der User sind Grind, Microtransactions und ein echt fieses Progressionssystem – über die vorweg von den Entwicklern einfach gelogen wurde.

Natürlich ist das Draufschlagen auf MK11 von den Spielern durchaus gerechtfertigt – und ich unterstütze das mit Herz und Seele.

Allerdings ist’s gleichzeitig etwas arg, den Redakteuren nun einen Vorwurf über die Wertungszahl zu machen. Schaut man in die Texte rein, wird das Problem vielfach angesprochen – manchmal auch als Update. Daher stellt sich für mich eher die Systemfrage: Was wird bei solchen Zahlenbewertungen eigentlich bewertet? Die Qualität des Spiels als Spiel und Software? Da ist MK11 einfach sehr gut. Oder wird da eher MK11 als Produkt und Kosten-Nutzen-Kauf bewertet? Da ist’s wirklich eher mies. Oder alles zusammen? Dann würde es eher mittel rauskommen.

Die Krux ist: Viele Magazine arbeiten noch mit einem Wertungssystem und Ethos, der/das vor Microtransactions, Lootboxen etc. pp. entstanden ist. Da müsste sich ändern – und tut es auch langsam, sehr langsam.

Die „Käuflichkeit“ von Journalisten zu unterstellen – die es leider in Einzelfällen gibt, keine Frage –, halte ich für falsch. Denn das die nicht in der Breite existiert, sondern sich unter Gamesschreibern, sogar eine breite Front gegen Ausbeutergames aufstellt, das hat sich bei Games wie Battlefront 2 und Mordor’s Schatten gezeigt.

Darauf wollte ich hinaus, meinte gar nicht Käuflichkeit, sondern Preis/Leistung - wie damals in der ASM. :wink:

1 Like

Naja, aber auch das wäre heute ziemlich anachronistisch, wenn man Games-as-a-Service-Games wie Destiny, Anthem etc. pp. heranzieht, die theoretisch immer weiter ausgebaut werden sollen – bei denen aber niemand mit Sicherheit sagen kann, ob und was da eigentlich nachkommt. Eigentlich, das zumindest meine Überzeug, sind Zahlenwertungen sowieso Blödsinn.

Die meisten Leute, die sich mit schlechten Wertungen da oben beschweren, tun das, weil sie sich veräppelt vorkommen. Dieser Veräpplungsgrad sollte auch in der journalistischen Bewertung reflektiert sein, dann entstünde hier nicht so ein Spread.

Edit: Und wenn die Redaktionen erst später mitbekommen, dass der Veräpplungsgrad hoch ist, sollten sie ihre Wertungen online ändern.

Das scheint ja mittlerweile auch zu passieren. Von einigen Kollegen hab ich schon gehört, dass “nochmal nachgetestet wird.” Bei einigen anderen hingegen steht klar, dass die Microtransactions für pure Kosmetik sind, dass sie Gameplay nicht beeinflussen unddas Core-Game eben so gut ist, dass es die Note verdient. Ist eine legitime Sicht - wenn vlt. auch nicht die beste oder meine.

Aber natürlich wäre es bei so einer Kontroverse eventuell besser, eine Wertung wie eine 9/10 auf IGN und Gamespot auf “pending” zu schalten und klar zu sagen, dass man da jetzt nochmal nacharbeitet und nachgreift.

Bei Mittelerde: Schatten des Krieges und eben auch bei Battlefront 2 gab es einen ähnlichen Aufschrei. Wobei es bei diesen Games tatsächlich so war, dass man ohne die Investition von Echtgeld einfach nicht voran kam oder im Spiel nachteile hatte. Da, das muss man eben sagen, ist bei MK11 nicht der Fall.

1 Like