Welche Fragen und Gedanken habt ihr zum Hyperloop?

Kaum ein Transportmittel lässt die Gemüter so hoch kochen, wie der Hyperloop. Dessen zugrundeliegende Technologie erscheint futuristisch und könnte in Zukunft die Art und Weise, wie wir uns über größere Distanzen fortbewegen, schlagartig ändern. Durch nahezu luftleere Röhren – so die Grundidee – werden Kapseln mit Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h bewegt. Die Strecke von Berlin nach Köln könnte so innerhalb von 20 Minuten bewältigt werden.

Obwohl immer wieder kritische Stimmen etwa zur technologischen und finanziellen Machbarkeit zu hören sind, sprechen erste Teststrecken auf der ganzen Welt für das enorme Potential des komplexen Hyperloop-Systems. Zu den größten Herausforderungen gehören beispielsweise hohe Infrastrukturkosten oder auch regulatorische Fragestellungen.

Wie lässt sich ein solches Projekt finanziell realisieren? Wie kann ein reibungsloser grenzüberschreitender Verkehr sichergestellt werden? Wie könnte ein internationaler Hyperloop-Standard aussehen? Welcher Unterstützung bedarf es seitens der Politik?

Um Raum für die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen sowie für einen notwendigen Dialog zwischen gegenwärtigen Mobilitätsanbietern zu schaffen, lädt New Horizons (New Digital Business | Deutsche Bahn) unter der Leitung von Martin Fröhlich zu „Rail Meets Hyperloop“ in Wien ein. Martin wird auch bei unserer 1E9-Konferenz am 11. Juli in München dabei sein.

Bei diesem Kaminabend am 8. Mai kommen führende Eisenbahnunternehmen sowie Hyperloop Start-Ups zusammen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion und verschiedener Workshops werden die Teilnehmer Chancen, Herausforderungen und Sichtweisen zu dieser potentiell disruptiven Technologie erarbeiten und austauschen. Den Link mit weiterführenden Informationen und der Möglichkeit, euch anzumelden findet ihr hier.

Außerdem bittet euch das Team von New Horizons um Input! Welche Fragen, Meinungen und Anregungen zum Thema Hyperloop habt ihr? Diese sollen in der Podiumsdiskussion aufgenommen und gemeinsam mit den Panelisten beantwortet werden. Was daraus wurde, erfahrt ihr natürlich hier auf dem Campus!

Hier schonmal Fragen von mir!

Eine der großen Versprechungen des Hyperloop ist Geschwindigkeit. Daher wäre es ziemlicher Unfug den Hyperloop nur auf nationaler Ebene zu betrachten. Viel interessanter und sinniger wird das Konzept wenn man es auf europäischer oder sogar transkontinentaler Ebene sieht. Aber was bräuchte es dafür, um ein EU-weites Hyperloop-Projekt anzustoßen?

Zur Umsetzung einer Idee wie dem Hyperloop heißt es ja nicht nur: Machen wir mal. Es braucht viel Vorarbeit bei der Festlegung von Standards, Normen und Sicherheitsbestimmungen. Einiges lässt sich dabei sicher aus bisherigen Bestimmungen für die Bahn ableiten – aber nicht alles. Wie und auf welche Weise muss dabei unter den den beteiligten Firmen selbst kooperiert werden und wie werden Behörden und Regierungen einbezogen?

Der Hyperloop wird in der Öffentlichkeit vielfach als „eine dieser bizarren Ideen von Elon Musk“ gesehen – obschon er die Idee nur popularisiert hat. Was muss in den kommenden Jahren in Sachen Aufklärungsarbeit geleistet werden, um Akzeptanz und Unterstützung für einen Hyperloop zu bekommen?

Sicher ist: Ein Hyperloop könnte die Reisedauer über große Strecken auf irrsinnige Weise verkürzen. Aber dennoch bleibt das alte Problem: Man kommt zwar von A nach B … aber eigentlich will man nach C. Es braucht also auch Mobilitätslösungen für die letzte Meile. Wäre es daher nicht sinnig, den Hyperloop noch etwas weiter zu denken – wie etwa das Start-up Arrivo, das keine festen Kapseln durch die Röhren schicken will, sondern Pods, die auch auf der Straße fahren können?

Der Hyperloop ist nicht das einzige Bahnsystem der Zukunft, wenn man so will. Auch das Maglev-System von Japan Railways ist rasend zügig unterwegs: Stellenweise erreichten Testfahrten über 500 km/h. Das System ist weitaus ausgereifter als der Hyperloop. Wäre das nicht auch eine alternative?

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