Diese Science-Fiction-Romane solltet ihr lesen, bevor sie verfilmt werden


In den kommenden Jahren erwarten uns im Kino und auf Streaming-Portalen zahlreiche Science-Fiction-Streifen. Viele davon basieren auf großartigen Romanen, Novellen und Kurzgeschichten. Wir stellen euch einige vor, die ihr vielleicht lesen solltet, bevor sie auf die Leinwand und den Bildschirm kommen.

Von Michael Förtsch

Ein Astronaut wird versehentlich auf dem Mars zurückgelassen und muss nun um sein Überleben kämpfen. Ein Raumschiff mit einem labilen Supercomputer bricht zum Jupiter auf, nachdem auf dem Mond ein mysteriöser Monolith gefunden wurde. Und eine Weltraumsonde stürzt über der Erde ab und bringt ein tödliches Virus mit sich, das ein Forscherteam jetzt identifizieren und aufhalten muss. Seien es nun Der Marsianer von Ridley Scott, 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick oder Robert Wise’ Andromeda: Tödlicher Staub aus dem All: Sie sind clever, bildgewaltig, kultig und haben das Science-Fiction-Kino und die Popkultur nachhaltig geprägt. Und sie basieren auf gedruckten Vorlagen. Nämlich den jeweils gleichnamigen Romanen von Andy Weir, Arthur C. Clarke und Michael Crichton.

Seit jeher setzen Hollywoodstudios und natürlich auch die großen Streaming-Dienste allem voran bei Science-Fiction-Filmen auf die Adaption. Nicht nur von Romanen, sondern auch von Kurzgeschichten und Novellen. Auch viele der Science-Fiction-Filme der kommenden Jahre sollen gedruckte Werke auf die Leinwände und Bildschirme hieven. Aber das geht fast immer auch mit Kürzungen und Änderungen einher. Mal werden mehrere Charaktere zu einem verschmolzen, Handlungsstränge beschnitten, um die Geschichte stringenter und die Motivationen von verkrachten Fraktionen nachvollziehbarer zu machen. Nicht zuletzt werden bei Verfilmungen die Worte auf den Buchseiten in Bilder und Töne gegossen, die dann plötzlich irgendwie offiziell sind.

Daher lohnt es sich, manche der großen und kleinen Science-Fiction-Geschichten möglichst noch vor der Verfilmung zu lesen. Ganz einfach, um sie als Original zu erleben, so wie der Autor sie einst ersonnen hat. Aber auch, um tiefer in Charaktere und Konflikte einzutauchen und ihnen mit der eigenen Fantasie ein Gesicht und Orten eine Geografie und Architektur zu geben – ganz unbeeinflusst von der bildlichen Interpretation eines Hollywoodstudios. Aber natürlich auch, um dann beim Kino-, Film- und Serienstart altklug und locker anmerken zu können, dass das Original um einiges besser oder ganz anders war – und es sich deshalb lohnt, die Geschichte auf Papier oder E-Reader zu lesen.

Neuromancer

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Der Hacker Case ist verzweifelt, depressiv und steht kurz vor dem Selbstmord. Denn nachdem er seinen Ex-Arbeitgeber bestohlen hat, hat der mit einem Gift sein Nervensystem zerstört und es ihm so unmöglich gemacht, sich in das Cyberspace einzuloggen. Doch dann wird ihm eine Heilung angeboten. Dafür soll er gemeinsam mit einer Attentäterin und einem Ex-Soldaten einen so wagemutigen wie mysteriösen Auftrag ausführen. So beginnt Neuromancer von William Gibson, das tief in eine bizarre Welt mit allmächtigen Konzernen und heruntergekommenen Menschen mit Hirnimplantaten und mechanischen Armen hineinzieht. Und das die Blaupause für so ziemlich jede Cyberpunk-Werk darstellt.

Verfilmt wurde der Kultroman jedoch bis heute nicht. Dabei war bereits 1986 ein Neuromancer-Film in Planung – der aber keine Investoren fand. Später versuchte sich der britische Videokünstler Chris Cunningham an einem Drehbuch und konnte sogar Gibson selbst von seiner Vision überzeugen. Aber auch hier fehlte das Geld. Ende der 2000er-Jahre wurden dann der Musikvideoregisseur Joseph Kahn und wenig später der Cube-Regisseur Vincenzo Natali als mögliche Kandidaten für eine Verfilmung durch ein großes Studio gehandelt. Natali hatte sogar mehrere Jahre mit der Planung des Films verbracht und eine Vorproduktion gestartet, die sich aber verlief. 2017 kündigte das Studio Fox schließlich an, Neuromancer umzusetzen. Regie führen soll dabei nun Deadpool-Regisseur Tim Miller – und das wohl schon bald.

Rendezvous mit 31/439

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Neben 2001: Odyssee im Weltraum ist Rendezvous mit 31/439 – auch Rendezvous mit Rama – einer der bemerkenswertesten und philosophischsten Romane der Science-Fiction-Ikone Arthur C. Clarke. Darin entdeckt die Menschheit einen riesigen Zylinder, der in unser Sonnensystem driftet. Eine Gruppe Astronauten wird ausgeschickt, um ihn zu untersuchen. Nachdem sie es schaffen, einen Eingang zu öffnen, entdecken sie in dem Zylinder eine künstliche Welt mit Feldern, Wäldern, Städten, einem Meer und einer künstlichen Sonne. Aber ebenso stoßen sie auf biomechanische Lebensformen, die nicht immer friedlich sind. Wer dieses riesige Raumschiff gebaut hat, das ist das große Rätsel.

In den 2000er Jahren wurde erstmals Anlauf genommen, um den Roman in einen Film zu übersetzen. Morgan Freeman betonte mehrfach, dass er den Film gerne mit seiner Firma Revelations Entertainment produzieren und auch eine Hauptrolle übernehmen würde. Als Regisseur war unter anderem Fight-Club- und Gone-Girl-Macher David Fincher im Gespräch. Doch es gelang Freeman nicht, ein großes Studio oder andere Geldgeber von dem aufwendigen Projekt zu überzeugen. Dennoch betonte der Schauspieler auch in den letzten Jahren immer wieder, dass er Rendezvous mit 31/439 noch drehen werde, bevor er seine Karriere beendet. 2017 deutete Freeman außerdem an, dass auch eine Mini-Serie ein großartiges Format für die Geschichte sein könnte.

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Berge des Wahnsinns

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In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bricht eine Forschergruppe in die Antarktis auf. Die Wissenschaftler wollen Bohrproben entnehmen, um die Entstehung der eisigen Ödnis zu ergründen. Dabei stoßen sie auf Hinterlassenschaften einer bislang unbekannten Zivilisation – und entschließen sich, ihre Mission abzuändern. Nicht ohne Erfolg. Versteckt in einem Bergmassiv entdecken sie die Ruinen einer Millionen Jahre alten Stadt und Überreste grausiger Wesen. Wie die Forscher durch Zeichnungen und Reliefs herausfinden, kamen diese einst aus dem Weltraum und schufen sich eine Dienerrasse, die jedoch später rebellierte. Wie die Forscher erkennen müssen, sind nicht alle dieser unmenschlichen Kreaturen tot.

Unter den zahlreichen Horror-Geschichten von H. P. Lovecraft ist Berge des Wahnsinns eine der imposantesten. Seit fast 15 Jahren versucht der Pans-Labyrinth- und Pacific-Rim-Regisseur Guillermo del Toro schon, den Roman auf die Leinwand zu bringen. Ein Drehbuch ist bereits geschrieben und 2010 wurde sogar schon ein Dreh durch das Studio Warner Bros. angekündigt – mit Tom Cruise in einer der Hauptrollen. Aber aus Kostengründen und einer thematischen Überschneidung mit Ridley Scotts Prometheus von 2012 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Del Toro kämpft derzeit weiter, um Berge des Wahnsinns zu verfilmen – und hofft, das in den nächsten Jahren auch zu schaffen.

Snow Crash

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Es war ein ökonomischer Mega-Crash, der alles veränderte. Nationalstaaten wie die USA zerfielen und organisierten sich als Enklaven und Stadtstaaten neu, die allesamt ihre eigenen Regeln und Gesetze machten. Geheimdienste, die Polizei und selbst die Mafia wandelten sich in Privatunternehmen, die Spionage, Attentate aber auch Pizza verkaufen. Zahlreiche Menschen ziehen sich aus dieser dystopischen Welt in die VR-Realität des Metaversum zurück. Darunter auch der Pizzajunge Hiro und seine Freundin YT, die dort dem Ursprung einer Cyberdroge namens Snow Crash hinterherspüren. Die lässt das Gehirn der VR-Abenteurer abstürzen und schwere Schäden erleiden. Der Ursprung der Droge ist mysteriös und mit alten Sekten, sumerischem Geheimwissen und der Memetik verbandelt.

Schon kurz nach der Veröffentlichung im Jahre 1992 gab es Interesse, den Neal-Stephenson-Roman Snow Crash auf die Leinwand zu bringen. Jeffrey Nachmanoff, der das Skript für Day After Tomorrow geschrieben hatte, war im Gespräch mit dem Studio Touchstone, um ein Drehbuch zu verfassen und Regie zu führen. 2012 erwarb das Studio Paramount die Rechte und wollte den für Attack the Block gefeierten Joe Cornish in den Regiestuhl setzen. Der schrieb das Drehbuch parallel zu seiner Arbeit am ersten Ant-Man -Film. Als das Skript fertig war, gab das Studio aber kein grünes Licht. Amazon wollte dann die Filmproduktion übernehmen – aber gab die Pläne auch wieder auf. Ende 2019 kündigte dann HBO an, Snow Crash in bewegte Bilder umzusetzen – in Form einer TV-Serie.

The Book of Joan

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Die Erde der nahen Zukunft hat wenig mit dem zu tun, was wir heute sehen. Und auch die Menschheit ist eine gänzlich andere. Ein Krieg hat die Erdoberfläche nämlich unbewohnbar gemacht und die Überlebenden auf eine schwebende Arche namens CIEL gezwungen. Dort wandelten sie sich in haar- und geschlechtslose, weißhäutige Kreaturen, die sich einem übermächtigen Führer unterordnen, der CIEL wie einen Kult regiert und alles und jeden überwachen lässt. Eine kleine Bewegung von Rebellen will ihn stürzen – angeführt von einem Kind mit übermenschlichen Kräften.

Das von Lidia Yuknavitch geschriebene The Book of Joan ist eine futuristische Interpretation der Geschichte von Jeanne d’Arc und steckt voller unglaublicher Bilder, wilder Ideen und fantastischer Charaktere. Es ist eines der kreativsten Science-Fiction-Experimente der letzten Jahre. 2017 erwarben die Produzenten Scott Steindorff und Dylan Russell die Rechte an The Book of Joan, die unter anderem Jane Got a Gun und Kiss the Cook mitverantwortet hatten. Ein Drehbuch existiert bisher nicht. Also dürfte der Film noch etwas auf sich warten lassen.

Robopocalypse

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Zunächst sind es nur einige Absonderlichkeiten, die als unglückliche Einzelfälle und Fehlfunktionen abgetan werden. Smarte Spielzeuge bringen Kinder in Gefahr, Drohnen-Soldaten laufen Amok und ein Mann wird von einem Haushaltsroboter attackiert. Doch hinter diesen Vorfällen steht Archos R-14, eine Künstliche Intelligenz, die von einem genialen Informatiker ins Internet entlassen wurde. Sie war nicht intelligenter als ein Kleinkind, aber lernte schnell, wurde sich selbst bewusst und setzte sich das Ziel, eine neue und bessere Zivilisation zu erschaffen. Dafür startet die Künstliche Intelligenz einen Krieg mit der Menschheit, die, wie sie erkennen muss, gnadenlos unterlegen ist.

Bereits bevor der Roman von Daniel H. Wilson 2011 in die Läden kam, hatte sich Steven Spielberg die Rechte für die Verfilmung gesichert. 2012 sollte gedreht und 2013 der Kinostart gefeiert werden. Aber Spielberg legte den Film dann zur Seite, da das Drehbuch für seinen Geschmack nicht gut genug war. 2013 begann er daher mit der Arbeit an einem neuen Skript. Anschließend kamen Spielberg dann aber stetig andere Projekte wie das VR-Abenteuer Ready Player One dazwischen. Daher hat er das Projekt inzwischen an Transformers -Regisseur Michael Bay übergeben, der 2020 mit dem Dreh beginnen könnte. Spielberg will jedoch weiterhin als Produzent beteiligt sein.

Control

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In Daniel Suarez’ Control– im Original Influx– gelingt es dem Wissenschaftler Jon Grady, eine Methode zur Kontrolle der Gravitation zu entwickeln. Aber noch während er mit seinen Kollegen nach einem Testlauf ihrer Wundermaschine feiert, wird das Labor gestürmt. Wenig später steht Grady vor dem Chef einer Geheimbehörde. Der behauptet, seit Jahrzehnten die Entwicklung der Technologie zu kontrollieren – und Erfindungen wie die von Grady, aber auch eine Heilung für Krebs und eine echte Künstliche Intelligenz der Welt vorzuenthalten, bis diese dafür bereit sei. Er bietet Grady einen Job an – aber der lehnt ab, mit fatalen Folgen. Wie seine Technik wird auch der Wissenschaftler nun weggesperrt.

2014 sicherte sich das Filmstudio 20th Century Fox die Rechte an dem stellenweise recht düsteren Science-Fiction-Roman. Seitdem war es aber vergleichsweise still um das Filmprojekt. Gerüchteweise sollen zeitweilig Regisseure wie Fight-Club-Macher David Fincher und Fluch-der-Karibik-Regisseur Gore Verbinski einiges Interesse an dem Thriller-Material angemeldet haben. Doch seit der Übernahme des Studios 20th Century Fox durch Disney scheint die Control-Verfilmung komplett auf Eis zu liegen. Damit ist wohl noch etwas Zeit, um sich dem Roman zu widmen.

Bios

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In 25 Jahren wird die Welt eine andere sein – zumindest, wenn es nach Daniel Suarez geht. Denn dann soll die Biotechnologie das Maß der Dinge darstellen. Aus Algen und Pilzen formen sich Gehäuse von Smartphones. Statt Straßenlampen sorgen biolumineszente Bäume des Nachts für Licht. Und kaum ein Mensch kommt noch zur Welt, ohne dass er nach den Wünschen der Eltern angepasst und optimiert wurde. Kenneth Durand ist ein Polizist, der gegen den Graubereich der Gen- und Biotechnologie vorgeht. Zumindest bis er eines Tages aufwacht und aussieht wie der Mann, den er seit Jahren als größten Biotech-Verbrecher der Welt verfolgt.

Anders als Control, der seit einigen Jahren auf sich warten lässt, könnte Bios – im Origial Change Agent – wohl recht schnell verfilmt werden. Vor zwei Jahren schnappte sich Netflix die Lizenz für eine Filmumsetzung des Science-Fiction-Thrillers. Für die Produktion soll Josh Bratman verantwortlich sein, der unter anderem den Endzeitfilm Priest verantwortet und auch den kommenden Film zur Videospielsaga Metal Gear Solid mitproduziert. Noch ist unklar, wer bei Bios Regie führen könnte oder die Hauptrolle übernimmt. Sicher ist, dass Netflix die Produktion vorantreibt und nicht lange warten will.

Dune: Der Wüstenplanet

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Ohne Zweifel gehört Dune von Frank Herbert zu den wichtigsten Science-Fiction-Romanen – wenn nicht sogar zu den wichtigsten Science-Fiction-Werken überhaupt. Das Buch behandelt die Geschichte einer Revolution. Dem Fürstenhaus Atreides wird vom Imperator der Galaxis das ertragreiche Recht zu gesprochen, die seltene Droge Spice auf dem Planeten Arrakis abzubauen. Das ist ein Planet, der aus einer einzigen Wüste besteht und nur von einigen wenigen Menschen – und Sandwürmern – bevölkert ist. Die brutale Herrscherfamilie Harkonnen will die Atreides verjagen und startet einen Putsch. Daraufhin muss der adlige Paul Atreides in die Wüste fliehen, wo er zum gottgleichen Anführer der eingeborenen Fremen wird.

Das über 800 Seiten dicke Epos Dune sollte bereits mehrfach verfilmt werden. In den 1970ern hatte etwa der Kult-Regisseur Alejandro Jodorowsky mit der Vorproduktion einer mehrstündigen Adaption begonnen und versucht, Orson Welles, Mick Jagger und Salvador Dalí als Schauspieler zu gewinnen. Gelungen ist die Verfilmung dann aber erstmals David Lynch – dessen Adaption die Fans bis heute spaltet. Unter dem Studio Paramount bekamen dann Hancock-Regisseur Pete Berg und 96-Hours-Macher Pierre Morel den Auftrag, ein Remake anzuschieben – scheiterten aber daran. Zuletzt versuchte es Arrival- und Blade-Runner-2049-Macher Denis Villeneuve und schloss die Dreharbeiten in Rekordzeit ab. Sein Dune soll Ende 2020 in den Kinos starten. Also: Wer Dune vorher noch lesen will, sollte sich beeilen.

Die Stahlhöhlen

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Der Autor Isaac Asimov stellte sich das 30. Jahrhundert ziemlich düster vor. In Die Stahlhöhlen– im Original The Caves of Steel – zeichnet er eine Welt, in der sich die Menschheit in zwei Fraktionen aufgespalten hat. Die Terraner sind technikfeindlich und leben unter riesigen Stahlkupplen auf der total überbevölkerten Erde. Die andere hingegen sind die Spacer. Sie residieren gemeinsam mit intelligenten Robotern auf erdähnlichen Planeten und gigantischen Raumstationen im All. Als der geniale Robotiker und Spacer-Botschafter Roj Sarton auf der Erde getötet wird, muss der Erden-Polizist Elijah Baley ermitteln. Dafür bekommt er ausgerechnet einen Roboter der Spacer an die Seite gestellt.

Erstmals kündigte das nun zu Disney gehörende 20th Century Fox im Jahr 2011 an, den Asimov-Roman zu verfilmen. Seitdem sollen mehrere Drehbücher geschrieben, aber dann wieder verworfen worden sein. Bis schließlich 2016 Akiva Goldsman angefragt wurde, der unter anderem A Beautiful Mind, I Am Legend, und I, Robot mitgeschrieben hat. Als Regisseur wurde zunächst der noch weitgehend unbekannte Henry Hobson gehandelt. Der war unter anderem als Gestalter für die Titelsequenzen von Filmen wie Lone Ranger oder Videospielen wie Last of Us verantwortlich. Ebenso hat er aber auch den vielfach gefeierten Kurzfilm Greys gedreht und 2015 mit Maggie sein Langfilm-Debüt gegeben.

Artemis

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Mit Der Marsianer hat Andy Weir eines der erfolgreichsten Science-Fiction-Bücher der 2010er-Jahre geschrieben. Mit Artemis legte er 2017 nach – und sprang vom Mars zum Mond. Letzterer ist in Artemis mittlerweile besiedelt. In der gleichnamigen Mondstadt leben zahlreiche Menschen. Doch die haben es nicht leicht. Denn wer dort kein Geld hat, dem geht es schlecht. So auch der jungen Jasmine ‚Jazz‘ Bashara, die sich als Schmugglerin über Wasser hält. Für den reichen Industriellen Trond Landvik soll sie einen Auftrag erfüllen. Der will, dass sie die Erzsammelfahrzeuge eines Konkurrenten sabotiert, so dass seine Maschinen einspringen müssen. Jasmine erledigt den Job, aber stolpert dadurch in einen Geheimkrieg um Macht und Ressourcen.

Noch vor der Veröffentlichung des Romans hatte 20th Century Fox die Filmrechte an Artemis aufgekauft, das schon Der Marsianer durch Ridley Scott verfilmen ließ. 2018 wurde angekündigt, dass die Captain-Marvel- und Tomb-Raider-Drehbuchautorin Geneva Robertson-Dworet das Skript für die Filmfassung schreiben würde. Das soll mittlerweile überarbeitet und fertig sein. Auch ein Regie-Duo wurde zwischenzeitlich gefunden. Nämlich Chris Miller und Phil Lord, die unter anderem Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen und 22 Jump Street gedreht haben. Der derzeitigen Planung nach könnte der Drehstart in diesem Jahr stattfinden und Artemis 2021 in die Kinos kommen.

Autonom

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Die Liebe findet sich am Arbeitsplatz. Das ist nicht sonderlich selten – und trifft auch für Elias und Paladin zu. Beide sind Regierungsagenten und versuchen, im Jahr 2144 einer Medikamentenfälscherin auf die Spur zu kommen. Die Zuneigung der beiden ist aber dennoch besonders. Denn Elias ist ein Mensch und Paladin ein Roboter – und zwar einer aus Stahl, Titan und Karbon, der eigentlich wenig Menschliches an sich hat. Das stellt die Künstliche Intelligenz im Robokörper vor Herausforderungen. Denn nicht nur sah sich Paladin nie als Ziel von romantischen Gefühlen. Er identifizierte sich auch stets als männlich – was er nun infrage stellt.

Der 2017 erschienene Debütroman der Kulturjournalistin Annalee Newitz ist clever, witzig und romantisch – wenn auch stellenweise etwas holprig zu lesen. Und, wie so einige Leser bereits kurz nach der Veröffentlichung von Autonom – im Original Autonomous – anmerkten, bietet der Roman perfekten Stoff für eine TV-Serie. Tatsächlich kaufte der The-Walking-Dead-Sender AMC dann 2018 die TV-Rechte. Umsetzen soll den Roman die Produzentin Amanda Segel, die zuvor bereits Serien wie Shooter, The Mist und Person of Interest betreut hat. Newitz selbst hat am Drehbuch zur Pilotfolge mitgeschrieben. Die Serie könnte in diesem Jahr gedreht werden.

Achtung: 1E9 soll die neue Community für Zukunftsoptimisten werden. Wir sind derzeit noch in der Closed Beta, aber du kannst dich hier auf die Warteliste setzen lassen. Dann melden wir uns schon bald!

Anmerkung: Diese Liste ist kein fester Artikel, sondern wird immer wieder aktualisiert und erweitert werden. Wenn ihr noch Titel habt, die auf die Liste sollten, ergänzt sie gerne in den Kommentaren!

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Auf jeden Fall Gnomon von Nick Harkaway, Autonomous von Annalee Newitz, und This Is How You Lose the Time War von Amal El-Mohtar und Max Gladstone :ok_hand: :ok_hand: :ok_hand:

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Cooliooo! Sonen Artikel hab ick mia jewünscht…! Würde auch gerne wieder Werke von Stanislaw Lem verfilmt sehen, da gabs auch schon einige; von Solaris, bis Ikarie Xb und the congress usw.
Weiss jmd. ob was vom Kulturzyklus von Ian banks verfilmt wird? Das wäre mein totaler topp Wunsch, und the windup girl von Bacigalupi würd ich gerne sehen…, und den Foundation -Zyklus…Douglas Adams is man auch immer wiedermal angegangen…fands aber nie so richtig authentisch - wobei jetzt eine Serie (Avenue 5) https://www.youtube.com/watch?v=w8Zr3f-_Ft8
startet, die bissi an Raumschiff Titanic von Adams erinnert…
Unvergessen fand ich übrigens auch die sehr heiteren (nur irgendwann nachts im kleinen Fernsehspiel vom zweiten gelaufenen) Adaptionen von Ijon Tichy - Raumpilot, (Die Sterntagebücher im org. von Stanislaw Lem:
https://vimeo.com/85572798
:sweat_smile:
love this

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Oh ja, mit der großartigen Nora Tschirner als die Analoge Halluzinelle. Fantastisch!

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Super Buchtipps! Das eine oder andere kenn ich (Cthuluh von Lovecraft), andere noch nicht. Danke! :wink:

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Gute Liste, habe auch ein paar Titel vorgemerkt, die ich noch gar nicht kannte.
Leider gehen in vielen Film-Adaptionen von SciFi-Werken psychologische und philosophische Tiefe von Charakteren und Themen in Materialschlachten unter - man darf gespannt sein, was Amazon aus Cixin Liu`s Trisolaris-Epos macht (immerhin haben sie eine Milliarde (!) Dollar für die Rechte (nicht die Produktion!!) ausgegeben…
Meine Tipps: Zwei der ganz großen Werke von Philip K. Dick:
»Die drei Stigmata des Palmer Eldritch« und »Ubik« (natürlich!),
und die faszinierende dystopische Welt der »Madd-Addam« Trilogie der wunderbaren Margaret Atwood: "Oryx und Crake«, »Das Jahr der Flut« und »Die Geschichte von Zeb«.
Ich wünsche allen spannende Lektüre!

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Sehr gute Liste. Auf die Verfilmung von Neuromancer warte ich schon seit erscheinen des Buches. Müssen sich aber beeilen, wir werden gerade von der Realität eingeholt. Da gibt es keine großen Unterschiede mehr :wink:

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Allmählich ja. Wobei es wohl aber noch etwas dauern dürfte, bis KIs wie Neuromancer und Wintermute real werden.

Ja, kommt auch noch auf die Liste. Spannend wäre aber erstmal zu sehen, was China selbst mit Die Drei Sonnen angestellt hat. Denn da wurde ein FIlm geplant, gedreht … aber dann nie veröffentlicht, weil er offenkundig nicht gelungen ist.

http://www.china.org.cn/arts/2018-03/23/content_50741719.htm

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Kann noch Alastair Reynolds „Ocular“-Trilogie als Tipp beisteuern. Schätze mal, die lässt sich nicht verfilmen, gibt aber wunderbar Einblick in digitale Kommunikation (mit virtuellem Alter Ego, planetenübergreifenden Botschaften, Duplizieren von Menschen und das Überspringen von Lichtjahren). Völlig neue Welten – auch positiv: Afrika spielt eine zentrale Rolle und Elefantenforschung; vor allem aber: Was geschieht eigentlich, wenn digitale Kommunikation versagt und die Technik heruntergefahren wird?

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Alastair Reynolds hat so einige fantastische Romane geschrieben, die als Film- und Serienvorlage taugen würden. Aber leider ist keiner davon derzeit irgendwie für eine Umsetzung in Planung – weswegen ich davon nichts auf meiner Liste habe.

Soweit ich weiß waren seine Kurzgeschichten Zima Blue und Beyond the Aquila Rift überhaupt die ersten seiner Werke, die in Bewegtbild umgesetzt wurden – nämlich für Love Death & Robots auf Netflix.

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