Diese Science-Fiction-Romane retten euch ins neue Jahr

Nass und kalt ist es mittlerweile draußen. Der Sommer ist vorbei. Perfekt also, um sich auf die Couch oder ins Bett zu kuscheln und das ein oder andere Buch nachzuholen – ganz egal, ob nun auf Papier, dem E-Reader oder Tablet. 1E9 hat für euch einige großartige Science-Fiction-Romane rausgesucht, die euch gut durch die kühle Jahreszeit bringen.

Von Michael Förtsch

Nein, sonderlich angenehm ist es wirklich nicht, wenn der Herbst anbricht. Kalt, nass und grau wird es. Aber immerhin bietet einem das genügend Ausreden, um die Jogging-Runde ausfallen zu lassen oder am Wochenende einfach mal länger im Bett zu bleiben. Auch ziemlich positiv: Das Ende des Jahres präsentiert einem so auch mal wieder Gelegenheiten, um zu einem Buch zu greifen. Natürlich empfehlen wir euch da nicht irgendwelche skandinavischen Winterkrimis oder intriganten Liebesdramen, sondern interessante und spannende Science-Fiction-Werke.

Darunter sind sowohl Romane von jungen Autoren und Autorinnen, die in den vergangenen Monaten und Jahren erschienen sind, als auch manch Kult-Klassiker oder das ein oder andere nicht ganz so bekannte Frühwerk von einer namhaften Genre-Ikone. Darunter wäre der Roman Hier sangen früher Vögel, in dem Kate Wilhelm in einem postapokalyptischen Szenario ergründet, ob und wie Individualität die Natur des Menschen prägt. In Das Cassandra-Projekt von Jack McDevitt und Mike Resnick stellt sich heraus, dass die NASA tatsächlich über Jahrzehnte über die Mondlandung gelogen hat. Und in Gold Ruhm Zitrus von Claire Vaye Watkins versinkt Kalifornien in Irrsinn und Wüstensand.

Veil

veil

Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen. Gerade erst hat eine Hitzewelle Millionen von Menschen das Leben gekostet. Unter den Toten ist auch die Mutter von Zia León, die ihre politische Laufbahn aufgibt, um Hilfs- und Menschenrechtsmissionen zu koordinieren. Denn immer öfter kommt es zu Dürren, Überschwemmungen und Regenfällen, die ganze Städte unter Wasser setzen. Ist es aber tatsächlich nur der Klimawandel, der da am Werk ist? Oder spielt da eine unbekannte Macht mit dem fragilen Wind- und Wettersystem der Erde?

Tatsächlich scheint jemand sowohl das Geld als auch die Technologie zu besitzen, um Climate Engineering zu betreiben – und damit den Wandel und Verlauf des Klimas zu steuern. Veil von Eliot Peper ist ein mit unter 300 Seiten recht kurzweiliger Öko-Thriller, der ein erschreckend glaubhaftes Zukunftsszenario skizziert. Dazu brilliert er mit authentischen und nahbaren Charakteren und wissenschaftlichen Fakten. Mit alldem würde Veil wahrscheinlich auch sehr gut als eine Mini-Serie auf HBO oder Netflix funktionieren.

Das Cassandra-Projekt

Das Cassandra

Die NASA hat ihre besten Zeiten längst hinter sich. Die Mondlandung liegt über ein halbes Jahrhundert zurück – und seitdem ist kaum ein Durchbruch gelungen. Wie auch, das Budget ist zusammengekürzt und Astronauten gibt es nicht mehr. Dennoch ist der Journalist Jerry Culpepper von der Raumfahrtbehörde fasziniert und entdeckt bei einer Recherche etwas Unfassbares. Die Mondlandung war eine gigantische Verschwörung, allerdings eine andere als viele Aluhutträger seit Jahrzehnten behaupten.

Laut Culpepper war die NASA bereits vor dem Jahr 1969 auf dem Mond – und das nicht nur einmal. Aber warum sollte die US-Regierung einen solchen Triumph verschweigen? Der Milliardär Morgan Blackstone will das herausfinden – und scheut keine Kosten. Er lässt ein Raumschiff konstruieren, um nachzuschauen, was auf dem Mond los ist. Jack McDevitt und Mike Resnick spinnen hier einen rasanten und kinoreifen Mystery-Thriller, der mit historischen Figuren und packenden Rätsel aufwartet – sich über die 500 Seiten hinweg jedoch auch gerne mal in Nebenhandlungen verrennt.

To Sleep in a Sea of Stars

To Sleep

Eigentlich ist der Autor Christopher Paolini mit seiner Eragon-Saga eher für Drachen, Schwerter und Zauberei bekannt. In To Sleep in a Sea of Stars folgt man jedoch der Xenobiologin Kira Navárez ins Weltall, wo sie mit einem kleinen Team den Mond Adrasteia auf Spuren von Leben hin untersuchen soll. Eigentlich totale Routine. Auf dem abgelegenen Gestirn stößt sie dann aber auf ein außerirdisches Artefakt, das besser unentdeckt geblieben wäre. Denn es verbindet sich mit ihr und setzt eine katastrophale Kette von Ereignissen in Gang.

Wenig später ist die Existenz der Menschheit bedroht – und vielleicht sogar des Lebens an sich. Und nur Kira kann das Schlimmste verhindern. Über 880 Seiten hinweg entfaltet sich eine epochale Odyssee, die die Xenobiologin an Bord des Raumschiffs Wallfish durch die halbe Galaxie schleudert. Es gibt interstellare Schlachten, fiese Alien-Rassen und große Geheimnisse. Trotz Überlänge und einigen holprigen Passagen ist To Sleep in a Sea of Stars überraschend kurzweilig und zieht mit einem eleganten Rhythmus aus Drama, Action und Mystery durch die Geschichte hindurch.

Hier sangen früher Vögel

Hier sangen früher Vögel

Es scheint alles verloren. Die Erde ist durch Atomkriege und Umweltkatastrophen nahezu komplett zerstört. Dazu haben die letzten überlebenden Menschen durch Krankheiten die Fähigkeit verloren, sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Aber der Wissenschaftler David Summer, der in einer Gemeinschaft von Geistes- und Geldeliten seine Zuflucht gefunden hat, glaubt, die Menschheit noch retten zu können. Er will dafür Klone von seiner Familie und den anderen Menschen erzeugen. Bereits wenige Generationen von ihnen könnten die Erde wieder bevölkern, meint er.

Der Klonprozess funktioniert tatsächlich. Als die Replikate erwachsen werden, wollen sie aber nicht zur natürlichen Reproduktion zurückkehren, sondern erschaffen mehr von ihresgleichen und entwickeln eigene soziale und psychologische Normen. Die Gruppe wird zur homogenen Schwarmgesellschaft. Individualität und Sex werden vergessen. Jedoch nicht für immer. Der Roman von Kate Wilhelm ist nicht nur ein außergewöhnliches Science-Fiction-Werk, sondern auch ein aufwühlendes Gedankenexperiment, das Fragen zum Menschsein stellt und versucht, Antworten zu finden.

Devolution

devolution

Kate Holland ist begeistert. Mit ihrem Mann Dan ist sie nach Greenloop gezogen, ein Öko-High-Tech-Dorf im US-Bundesstaat Washington. Alles dort ist neu, sauber und organisiert. Wenn da nicht diese Katastrophe wäre. Der Vulkan Mount Rainier bricht aus. Greenloop ist zwar vom Lavafluss geschützt, aber trotzdem von der Außenwelt abgeschnitten. Dazu sind die Vorräte knapp. Die echte Gefahr kommt jedoch unverhofft aus dem Wald. Affenartige Wesen, die über Jahrtausende ungesehen im Schatten des Berges lebten, fallen über das Dorf her.

Ja, World-War-Z-Autor Max Brooks arbeitet in Devolution den Überfall einer Horde Bigfoots auf, der zu einem wahren Massaker wird. Wie in seinem Zombie-Roman setzt er auf fiktive Dokumente wie die Tagebucheinträge von Kate, Interviews mit ihren Freunden und Bekannten und Analysen dessen, was von der Siedlung übrig geblieben ist. Devolution ist eine bissige Science-Fiction- und Mystery-Satire, die den new rural upperclass lifestyle, den dysfunktionalen Katastrophenschutz der USA und die Ignoranz gegenüber Wildnis seziert.

Morgenwelt

Morgenwelt

Im Jahr 2010 ist die Zukunft bereits Realität – aber eine streitbare. Einerseits ist die Morgenwelt eine technologische Wunderlandschaft, in der Computeruhren, genetische Heilverfahren und denkende Maschinen zum Alltag gehören. Andererseits wird die Erde von übermächtigen Konzernen regiert, die mit Technik, Organen und Informationen handeln – und mit Unsummen ganze Länder aufkaufen. Der Roman folgt einem solchen Coup: Nämlich der Bemühung des Konzerns GT, das Ländchen Beninia zu übernehmen.

Der Autor John Brunner präsentiert die 1968 erschienene Geschichte aus dem Blickwinkel verschiedenster Personen und durchzieht den Roman mit Informationsschnipseln, fiktiven Werbeanzeigen, Fernsehsendungen und Kommentaren. Morgenwelt ist dadurch ein abstraktes Leseerlebnis, auf das man sich einlassen muss. Das lohnt. Denn neben der eigentlichen Geschichte eröffnet sich eine unheimlich vielschichtige Parallelwelt mit zahlreichen Erfindungen, Entwicklungen und kulturellen Ausprägungen – die heute teils sehr vertraut erscheinen.

The Test

The Test

Die gerade einmal 110 Seiten starke Novelle von Sylvain Neuvel könnte gut und gerne eine Episode der dystopischen Serie Black Mirror sein. Angesiedelt in der „nicht allzu fernen Zukunft“ hat der junge Idir sein Heimatland Iran verlassen, um nach Großbritannien zu kommen. Nur dort, glaubt er, kann er für seine Familie eine bessere Zukunft schaffen. Für den 25 Fragen umfassenden Einbürgerungstest hat er Tag und Nacht gebüffelt. Er ist sicher, dass er ihn bestehen und sich abrupt alles verändern wird.

Das tut es auch. Denn der Test verläuft gänzlich anders als erwartet. Bald schon muss Idir um sein Leben fürchten. The Test ist eine scharfsinnige Aufarbeitung der bürokratischen Apparaturen, die Geflüchtete und Immigranten durchlaufen müssen. Neuvel arbeitet sich dafür an den Entscheidungsstrukturen, dem kalten Pragmatismus von Regelwerken und der Überheblichkeit von Staatsbediensteten ab und verpackt das alles in eine Geschichte, deren Wendungen und Ausgang wohl keiner vorsehen kann.

Die Astronauten

Die Astronauten

Am 30. Juni 1908 erschütterte eine gigantische Explosion das sibirische Tunguska. Fast 100 Jahre später entdecken Forscher dort die Überreste einer außerirdischen Sonde – und eine Art Datenspeicher. Wie sich zeigt, sollte das Fluggerät die Erde auskundschaften, um einen Angriff vorzubereiten. Einen Angriff von der Venus! Prompt organisiert die Weltregierung eine Mission, um den feindlichen Aliens einen Besuch abzustatten.

Mit einem Kosmokrator getauften Raumschiff bricht ein kleines Team zum zweiten Planeten unseres Sonnensystem auf. Als die Kundschafter dort ankommen, finden sie allerdings keine kriegslüsternen Außerirdischen vor, sondern nur eine gespenstisch leere Welt – und mysteriöse Artefakte. Die Astronauten ist 1951 erschienen und eines der Frühwerke des Kultautors Stanisław Lem. Er selbst sagte in der Rückschau, der Roman sei „naiv“ gewesen. Aber das macht den Science-Fiction-Roman nicht weniger spannend, der mit nur knapp über 250 Seiten recht schnell weggelesen ist.

Stone

Stone

In ferner Zukunft hat die Menschheit es geschafft. Kriege, Krankheiten, Missgunst und Verbrechen sind im ‚t’T‘ genannten Sternenreich Vergangenheit. Nanobots sorgen dafür, dass alle ihre Gedanken und Gefühle teilen – und Menschen Sex mit ihren Nasen haben können. Doch dann passiert das Unvorstellbare: Es geschieht ein Mord. Und diese moderne Gesellschaft, die solche Probleme längst hinter sich gelassen hatte, weiß sich nicht anders zu helfen, als den Mörder zu exekutieren. Ihm werden seine Nanobots entfernt, so dass er unweigerlich an Altersschwäche sterben wird.

Geschehen soll das in einer Kapsel, die sicher im Inneren einer Sonne verwahrt wird. Doch der Mörder, der den Namen Ae trägt, schafft es auszubrechen und wird von einer ominösen Organisation rekrutiert, die ihm Leben und Freiheit verspricht. Aber nur wenn er eine Mission übernimmt: er soll mehr Menschen töten, viel mehr. Stone von Adam Roberts ist ein bizarrer, aber auch cleverer und in Teilen äußerst düsterer Roman, der bereits nach wenigen Seiten fesselt und immer wieder mit neuen, kuriosen und verblüffenden Ideen überrascht.

Gestohlene Erinnerung

Gestohlene Erinnerung

Der Polizist Barry Sutton steht auf einem Dach. Er versucht eine Frau davon abzuhalten, in den Tod zu springen. Vergebens. Aber dennoch forscht er weiter. Denn bevor sie sprang, behauptete die Frau, dass jemand ihren Sohn aus ihrem Leben radiert hätte. Wie Sutton feststellt, ist sie nicht die einzige, die derartiges behauptet. In den ganzen USA wachen Menschen auf und stellen fest, dass das Leben, das sie führen, nicht das ist, an das sie sich erinnern. Nur Wochen später entwickelt sich das Phänomen zur Epidemie.

Seine Ermittlungen inmitten der eskalierenden Erinnerungsapokalypse führen Barry Sutton zur Hirnforscherin Helena Smith, die an einer einzigartigen Technologie forscht. Sie hat eine Methode entwickelt, die Menschen ihre liebsten und teuersten Erinnerungen noch einmal durchleben lassen. Aber wie passt das zusammen? Ist es ihre Erfindung, die die Katastrophe befeuert? Blake Crouch hat mit Gestohlene Erinnerung einen rasanten Techno-Thriller abgeliefert, der zwar hier und da hakt und stolpert, aber dennoch bis zum Ende mitreißt.

It Came From the Sky

It came from the Sky

Das verschlafene Lansburg, Pennsylvania, ist dafür bekannt, dass es für ziemlich nichts bekannt ist. Es ist ein abgelegenes Nest, in dem nie etwas passiert. Bis plötzlich etwas passiert: UFOs werden gesichtet! Aliens fallen in das Kaff ein und Menschen werden entführt. Zumindest ist es das, was alle glauben, im Radio zu hören und in den Zeitungen zu lesen ist. Schuld sind Gideon Hofstadt und sein Bruder Ishmael. Bei einem ihrer Experimente gab es eine große Explosion. Ihre Ausrede? Es waren Außerirdische.

Die platte Lüge der beiden trifft einen Nerv und setzt eine Maschinerie in Gang, die nicht mehr zu stoppen ist. Immer mehr Bewohner springen auf die Alien-Geschichte auf. Daher müssen die Brüder dafür sorgen, dass ihre Lüge nicht auffliegt. Denn mittlerweile steht nicht mehr nur ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel, sondern der Ruf der ganzen Stadt. Chelsea Sedotis It Came from the Sky ist eine warmherzige und herrlich alberne Geschichte, die jedoch ebenso geschickt soziale und mediale Dynamiken beleuchtet.

Stimmen der Nacht

Stimmen der nacht

In Thomas Zieglers Die Stimmen der Nacht ist die Weltgeschichte etwas anders verlaufen. Die erste Atombombe fiel nicht auf Hiroshima, sondern auf Berlin – und beendete den Krieg im Februar 1945. Deutschland wurde durch den Morgenthau-Plan zum Agrarstaat umgewandelt. Wissenschaftler und Industrielle flüchteten daher nach Südamerika, das in den 1980ern als Deutsch-Südamerika zu einer industriellen Supermacht aufgestiegen ist, die sich für einen Krieg rüstet.

Der ehemalige Fernsehstar Jakob Gulf wird in dieser Zeit vom US-Geheimdienst angeheuert, um einem obskuren Phänomen nachzuspüren. Im Kölner Dom ertönen aus dem Nichts die Stimmen von Hitler und Goebbels. Grund sind möglicherweise Kletten, Mini-Roboter, die für Propagandazwecke entwickelt wurden. Die Alternativweltgeschichte zeichnet ein bedrückendes, aber faszinierendes Universum, das die destruktive Kraft der Nazi-Ideologie und die Macht von Populismus und Propaganda greifbar macht.

Gold Ruhm Zitrus

Gold Ruhm Zitrus

Kalifornien hat der Klimawandel am stärksten getroffen. Seit Jahren ist dort kein Tropfen Regen mehr gefallen. Dafür türmen sich dort, wo einst Promis und Silicon-Valley-Größen lebten, Ruinen und endlose Sanddünen. Abertausende hausen in Lagern oder haben in den verlassenen Villen kleine Kommunen gebildet. Das ehemalige Model Luz und der Ex-Soldat Ray schlagen sich hingegen alleine durch. Es ist nicht leicht, aber sie überleben.

Doch durch eine Entscheidung ändert sich plötzlich alles. Sie retten ein Kind, die gerade einmal zweijährige Ig, aus den Händen einer Gang. Die ist nun hinter ihnen her, weshalb das Trio eine Reise antritt, die sie durch illegale Atommülllager bis hin zu einer Hippie-Sekte führt, deren Prophet angeblich Wasser beschwören kann. Claire Vaye Watkins’ Gold Ruhm Zitrus ist eine surreale und zuweilen psychedelische Dystopie, die irritiert, verstört und gleichzeitig mit den flirrend schönen Beschreibungen des kalifornischen Wüstenlandes verzückt.

Wandernde Himmel

Wandernde Himmel

Der Mars ist nicht mehr nur eine Kolonie der Menschen, sondern zu einer zweiten Heimat geworden. Die hat über die Jahrzehnte eine ganz eigene Kultur und Gesellschaft hervorgebracht – die von der Erde unabhängig existieren will. Die Marsianer sehen die Erdenbewohner als Ausbeuter. Umgekehrt werden die Menschen auf dem Mars als Diktatur betrachtet. Es herrscht ein stiller Kalter Krieg. Das kann nicht so weitergehen, weshalb ein Austausch- und Verständigungsprogramm gestartet wird. Mehrere Jugendliche sollen die Heimat der jeweils anderen kennenlernen – darunter auch Luoying, die Enkelin des Generalgouverneurs des Mars.

Als Luoying auf den roten Planeten zurückkehrt, sieht sie ihre Welt und dessen System mit anderen Augen – und damit auch ein Familiengeheimnis, das just gelüftet wird. Mit Wandernde Himmel hat Hao Jingfang nicht nur einen einfühlsamen und nachdenklichen Science-Fiction-Roman verfasst, der bildgewaltig die Landschaften und Habitate auf dem Mars beschreibt. Sondern auch eine Allegorie auf die Gesellschaften in China und der westlichen Welt.

The Constant Rabbit

The contant rabbit

Es ist das Jahr 2021, vielleicht auch 2022. Wer weiß das schon so genau. Ach ja, und neben den Menschen leben im Großbritannien dieser Zeit nun auch Hasen. Besondere Hasen. Das Spontaneous Anthropomorphic Event war dafür verantwortlich. Die Hasen sind knapp 1,5 Meter groß, intelligent, können sprechen, fahren mit Autos umher und machen auch sonst, was Menschen so machen … und Hasen. Das finden nicht alle gut. Insbesondere im kleinen Dorf, in dem Peter Knox wohnt – neben dem gerade eine Hasenfamilie eingezogen ist.

Die Hasen bringen die dörfliche Gemeinschaft ganz schön aus dem Gleichgewicht. Und das nur durch ihre Anwesenheit. Viele wollen die Tiere einfach nicht hier haben. Manche sind sogar Mitglieder der Anti-Hasen-Partei United Kingdom Against Rabbit Population. Sie wollen Peter zwingen, etwas zu unternehmen. Dabei sind die Hasen alles andere als Unruhestifter, sondern friedliche und freundliche Geschöpfe. The Constant Rabbit von Jasper Fforde ist eine herrlich absurde Satire, die Xenophobie, den Brexit, Donald Trump, rechte Parteien und Populisten hochnimmt und deren Argumente zerlegt.

Teaser-Bild: NASA

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Vielen Dank @Michael für diese wie immer ausgewogenen und vielversprechenden Empfehlungen :+1:t2:

Von John Brunner kann ich neben dem erwähnten „Morgenwelt“ auch „Schafe blicken auf“ empfehlen

gilt auch dort.

Siehe auch meinen Beitrag hier

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