KI

Michael Förtsch
Claude als Gott-KI: Warum der Glaube an KI mit Bewusstsein gefährlich werden kann
Eine Künstliche Intelligenz, die leidet, Wünsche besitzt und vielleicht sogar eine Seele hat: Was nach Science-Fiction klingt, wird bei Anthropic offenbar ernsthaft diskutiert. Einige Entwickler behandeln Claude bereits wie mehr als bloße Software. Damit beginnt eine Entwicklung, bei der ...

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Spionage bei KI-Entwickler: OpenAI-Mitarbeiter festgenommen
15. Oktober 2026, 22:36 Uhr
Im globalen Wettrennen um die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz geht es nicht immer fair zu. Das ist bereits bekannt. Neue Modelle werden sofort nach ihrem Erscheinen analysiert und ihre Fähigkeiten mittels sogenannter Destillation nachgebildet. Wie diese Woche bekannt wurde, gab es offenbar auch einen Abhörversuch in den Büros der KI-Entwickler von OpenAI. Abdulrahman Alfozan, ein inzwischen ehemaliger OpenAI-Mitarbeiter aus Saudi-Arabien, soll an einem USB-Anschluss eines Fernsehers in einem Besprechungsraum ein verdecktes Aufnahmegerät installiert haben, um Gespräche aufzuzeichnen. In einer unbeaufsichtigten Tasche soll ein weiteres, dem ersten ähnliches Aufnahmegerät gefunden worden sein.
Wie das Wall Street Journal berichtet, hatte OpenAI seine Mitarbeiter bereits vor dem Vorfall vor Spionage- und Abhörgefahren gewarnt. Sie könnten jederzeit in Cafés und Restaurants belauscht werden. Ebenso könnte ihnen Geld für Geschäftsgeheimnisse angeboten werden. Auch vor romantischen Annäherungen und Flirts wurden sie gewarnt. Hinter vermeintlichen romantischen Partnern oder One-Night-Stands könnten sich auch Spione verbergen. Mitarbeitern wird zudem nahegelegt, sich in der Öffentlichkeit möglichst nicht mit Logos der Firma auf Kleidung oder Arbeitsgeräten zu zeigen. Bei Anthropic und Google soll es ähnliche Warnungen an Mitarbeiter gegeben haben.
KI-Agent soll Reality-TV-Show kurz vor Ausstrahlung gelöscht haben
15. Oktober 2026, 1:42 Uhr
Der schwedische Fernsehsender TV4 hat ein kurioses Problem. Wie die Zeitung Aftonbladet berichtet, sollte eigentlich in wenigen Wochen eine neue Staffel der Reality-TV-Show The Challenge Sverige ausgestrahlt werden. Doch daraus wird nun nichts. Denn ein KI-Agent soll die bereits fertig geschnittene Staffel auf dem Server der zuständigen Produktionsfirma Mastiff einfach gelöscht haben. Die Dateien ließen sich nicht wiederherstellen. Deshalb muss das Team von Mastiff sämtliche Folgen erneut aus dem noch vorhandenen Rohmaterial schneiden.
Selbst mit zusätzlichen Mitarbeitern ist das aber nicht rechtzeitig zu schaffen. Der Sender TV4 hat daher bereits angekündigt, die Ausstrahlung auf 2027 zu verschieben. Wie genau es dazu kam, dass die Dateien gelöscht wurden, ist unklar. Laut TV4 soll allerdings ein „menschlicher Faktor“ entscheidend gewesen sein. Dass ein KI-Agent die Dateien aus eigenem Antrieb gelöscht habe, bestreitet der Sender inzwischen ausdrücklich. Das Hauptproblem sei zudem gewesen, dass das vorhandene Back-up nicht funktioniert habe und die fertig geschnittene Staffel deshalb nicht wiederhergestellt werden konnte.
Character.ai ist pleite: Disney könnte Teile des Unternehmens übernehmen
14. Oktober 2026, 8:18 Uhr
Einst war das amerikanische KI-Start-up Character.ai mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet, jetzt musste es fünf Jahre nach seiner Gründung Insolvenz anmelden. Die Plattform macht es Nutzerinnen und Nutzern möglich, mit KI-Versionen berühmter Menschen oder auch fiktiven Figuren zu chatten. Auch eigene virtuelle Gesprächspartner können erschaffen werden.
Trotz in der Spitze 100 Millionen monatlicher Besuche häufte das Unternehmen Schulden an. Außerdem kam es zu Klagen von Familien, die Character.ai vorwarfen, dass die KI-Chatbots die psychische Gesundheit und Sicherheit von Jugendlichen gefährden hätten. Für mindestens 20 Millionen US-Dollar könnte nun der Disney-Konzern Teile des Start-ups übernehmen. Die Plattform soll erstmal weiter laufen. Mehr Details könnt ihr zum Beispiel bei t3n nachlesen.
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